Erschossen, weil der jugendliche Schwarze einem weißen freiwilligen Wächter wirklich verdächtig vorkam! Der Schütze wurde jetzt freigesprochen! Kaum ein anderes Ereignis in jüngster Zeit hat die amerikanische Öffentlichkeit so bewegt wie der Tod des siebzehnjährigen Trayvon Martin. «Weiss ist gleich unschuldig» Der Rassismus in den USA hat viele Gesichter – Der Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin hat in den USA eine neue Rassismusdebatte ausgelöst. Zudem: Seit 2005 haben 25 US-Gliedstaaten Gesetze namens «Stand Your Ground» (Weiche nicht zurück) eingeführt. Diese ermächtigen die Bürger, auch ausserhalb ihrer Wohnungen Gewalt mit Gewalt zu beantworten und zu schiessen, wenn sie sich bedroht fühlen. Der Todesschütze von Florida könnte möglicherweise wieder vor Gericht kommen. Nach dem Freispruch für den Angeklagten im Prozess um den erschossenen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erhalten Bürgerrechtler den Druck aufrecht.

«Weiss ist gleich unschuldig»

Trayvon Martin und «The Hunger Games» – der Rassismus in den USA hat viele Gesichter

Übersicht Heute, 07:51

1

Sanfte Umarmung für einen müden Demonstranten während einer Protestkundgebung in Sanford, wo Trayvon Martin ums Leben kam.
Sanfte Umarmung für einen müden Demonstranten während einer Protestkundgebung in Sanford, wo Trayvon Martin ums Leben kam. (Bild: Reuters)
Der Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin hat in den USA eine neue Rassismusdebatte ausgelöst. Auch die jüngst angelaufene Staffel der Kultserie «Mad Men» und der Filmhit «The Hunger Games» geben Anlass, den nach wie vor virulenten Rassismus zu reflektieren.
Andrea Köhler

«Mad Men»-Fashion-Lines von Banana Republic, Kostüme im Bleistift-Look und Kosmetik-Anzeigen im Betty-Draper-Stil, Design aus den Sixties und «Mad Men»-Bus-Touren durch Manhattan – der Start der fünften Staffel der amerikanischen Kultserie über eine Werbefirma an der Madison Avenue hat in den USA ein nachgerade inflationäres Revival der sechziger Jahre ausgelöst. Doch «Mad Men» hat seinen Ruhm nicht allein mit der peniblen Rekonstruktion einer Ära verdient, als die Männer ihre Haare mit Brillantine und die Frauen ihre Figur mittels Hüfthalter in Form brachten, sondern auch mit der getreuen Wiedergabe damaliger Unsitten, Vorurteile und Attitüden.

In der Eingangsszene der neuen Folge werfen drei feixende Angestellte Wasserbomben aus dem Fenster eines Hochhauses in Manhattan, in dem auch die Werbefirma «Sterling/Cooper/Draper/Pryce» ihre Büroräume hat. Unten auf der Madison Avenue protestieren Schwarze für Chancengleichheit, oben reissen weisse Anzug-Typen rassistische Witze. Kurz darauf erscheint eine Gruppe klatschnasser wütender Demonstrantinnen auf der Etage, aus der die Wasserbeutel geworfen wurden; die Sekretärin verwahrt sich gegen die Vorwürfe mit dem empörten Ausruf, dies sei die Chefetage. «And they call us savages», schimpft eine Schwarze.

Bildstrecke

Der Anwalt der Familie des Erschossenen will den Fall nun vor das Justizdepartement in Washington bringen.

«Wirklich verdächtig»

Die Szene wurde in den Medien sofort als «viel zu dick aufgetragen», ja als «schrecklicher Schwachsinn» moniert. Dabei hat sie wirklich stattgefunden; der Schöpfer der Serie, Matthew Weiner, hat die Dialoge sogar wörtlich aus einem Artikel der «New York Times» von damals zitiert. Weiner machte sich dabei den Jux, nicht etwa die Belegschaft der von ihm erfundenen Werbefirma für die Wurfgeschosse verantwortlich zu machen, sondern drei Angestellte der real existierenden Agentur «Y & R».

Deren Geschäftsleiter fand das gar nicht lustig; ein solches Benehmen sei absolut abscheulich und stehe «nicht in Einklang mit den Werten unserer Firma». Kein Wunder: In einem Moment, da die Erschiessung des schwarzen Teenagers Trayvon Martin durch einen weissen Nachbarschaftswächter das Land in Aufruhr versetzt, ruft diese Szene Gefühle wach, mit denen niemand identifiziert werden möchte – auch wenn sie ziemlich lange her ist.

Kaum ein anderes Ereignis in jüngster Zeit hat die amerikanische Öffentlichkeit so bewegt wie der Tod des siebzehnjährigen Trayvon Martin. Der Jugendliche war Ende Februar vom freiwilligen Wächter einer Gated Community erschossen worden, weil er diesem in der Dunkelheit «wirklich verdächtig» erschien. Trayvon Martin, der auf Besuch bei der dort ansässigen Freundin seines Vaters war, war zu Fuss in dem abgesicherten Wohngebiet unterwegs, um bei einer nahe gelegenen Tankstelle Süssigkeiten zu kaufen. Mit seinem in die Stirn gezogenen Kapuzen-Pulli löste der schlaksige junge Schwarze bei dem Wächter George Zimmerman offenbar die üblichen Reflexe aus. Zimmerman rief die Notrufnummer 911 an, um Alarm zu schlagen – er war dort für seine übereifrigen Anrufe schon bekannt –, und verfolgte den Burschen trotz gegenteiliger Anweisung der Polizei in seinem SUV. Zwanzig Minuten später war Trayvon Martin tot.

Was sich in der Zeit zwischen Zimmermans Anruf bei 911 und dem Schuss abspielte, ist immer noch unklar. Der junge Mann habe ihn angegriffen, behauptet der Todesschütze, und habe seinen Kopf brutal auf den Asphalt geschlagen, er selber habe in Notwehr gehandelt. Zimmerman beruft sich damit auf Floridas inzwischen berüchtigtes «Stand Your Ground»-Gesetz, laut dem Waffenbesitzer nicht allein zur Verteidigung von Haus und Hof von der Waffe Gebrauch machen dürfen, sondern praktisch überall, sobald sie sich nur bedroht fühlen. Seit das Gesetz im Jahr 2005 unterzeichnet wurde, hat sich die Todesrate im Staate Florida verdreifacht.

Mittlerweile ist ein Video aufgetaucht, das Zimmerman kurz nach den Ereignissen zeigt; von den Verletzungen, die er reklamiert, ist darauf nichts zu erkennen. Auch ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ein unbewaffneter Jugendlicher, der so dünn war, dass er «Slimm» genannt wurde, einen um 100 Pfund schwereren, bewaffneten Mann einfach niederschlägt. Eines aber ist unbestritten: Zimmerman wurde kurz verhört und sofort wieder freigelassen; das tote Opfer dagegen wie ein Krimineller behandelt und auf Drogen und Alkohol untersucht. Nachdem der Fall, der zunächst nur in der lokalen Presse Erwähnung fand, von den Social Media aufgegriffen und verbreitet worden war, fanden im ganzen Land Massendemonstrationen in Kapuzen-Pullovern statt.

«Postrassistische Ära»

Es konnte nicht ausbleiben, dass dieses emotional aufgeladene Ereignis in Zeiten des Wahlkampfs zum Politikum wurde. Präsident Obama, mit dessen Einzug ins Weisse Haus die USA nach Ansicht optimistischer Kommentatoren in eine «postrassistische Ära» eingetreten seien, erklärte, wenn er «einen Sohn hätte, würde dieser aussehen wie Trayvon Martin». Die Bemerkung veranlasste den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Newt Gingrich zu der verstiegenen Behauptung, für Obama «wäre es okay gewesen, wenn ein Weisser abgeknallt worden wäre, weil der nicht so aussieht wie er». Und derweil Veteranen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wie Jesse Jackson Trayvon Martin zum Märtyrer stilisieren, porträtieren rechtspopulistische Kommentatoren George Zimmerman als das wahre Opfer und als Helden des kleinen Mannes.

Rassistische Tweets

Die Spaltung in zwei politische Lager verdeckt freilich einen viel beunruhigenderen Befund: wie tief die rassistischen Ressentiments selbst noch bei der jüngeren Generation verankert sind. Wie der «New Yorker» in einem Blog berichtet, hat ein kanadischer Fan von Suzanne Collins’ futuristischer Trilogie «The Hunger Games» ein Online-Forum kreiert, auf dem er die rassistischen Kommentare sammelt, welche die jüngst angelaufene Verfilmung des Teenie-Kultbuchs im Internet auslöste. So wurde die Besetzung zweier Figuren mit dunkelhäutigen Darstellern von einer Welle ungläubiger bis denunzierender Tweets flankiert, obschon die Autorin keinen Zweifel an der Hautfarbe dieser Figuren aufkommen lässt. «Nennt mich einen Rassisten», schreibt beispielsweise ein Jugendlicher, «aber ich fand den Tod von Rue nicht mehr so traurig, als ich herausfand, dass sie schwarz ist.»

Beinahe verstörender noch als die offen rassistischen Bemerkungen aber sei die Unfähigkeit vieler Jugendlicher, sich überhaupt auch nur vorzustellen, dass wichtige Figuren in diesem Buch schwarzer Hautfarbe sein könnten, schreibt der «New Yorker». Die Verblendung ist so gross, dass sogar explizite Hinweise auf die Ethnie der Charaktere schlicht überlesen werden. «Komischer Moment, wenn man realisiert, dass Rue irgendein schwarzes Mädchen und nicht das blonde unschuldige kleine Mädchen ist, das man sich vorgestellt hat», lautet ein weiterer Tweet. Dies sei der Grund, weshalb Trayvon Martin sterben musste, kommentiert der junge Initiator des Forums: «Weiss ist gleich unschuldig.» Trayvon Martin sei tot, weil alles, was der Wachmann in ihm sehen konnte, ein junger männlicher Schwarzer war, für den die Unschuldsvermutung nicht gilt.

«Was sagt es über die Gegenwart aus, wenn wir uns in einer Erzählung über die Zukunft keine Schwarzen vorstellen können?», fragt der «New Yorker». Nach Ansicht vieler Kritiker hätte freilich selbst die Vergangenheit korrigiert und die eingangs erwähnte «Mad Men»-Szene gestrichen werden müssen.

Anders aber als die meisten zeitgenössischen Filme oder TV-Serien, die den Blick zurück auf jene offen rassistischen Zeiten meistens durch ein heutigen Normen gemässes Bewusstsein filtern – oder eine für damalige Verhältnisse höchst aufgeklärte weisse Person ins Zentrum stellen –, konfrontieren uns die Helden von der Madison Avenue unverblümt mit all den zur Schau getragenen Ressentiments, deren heutige Tabuisierung den latenten Rassismus offenbar ungewollt nährt.

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/weiss-ist-gleich-unschuldig-1.16361634

Im Zweifel für den Schützen

Umstrittene Gesetze für Notwehr sorgen in US-Gliedstaaten zunehmend für Probleme

International Heute, 07:51

2

In 25 US-Gliedstaaten dürfen Bürger zur Schusswaffe greifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Ordnungshüter befürchten eine Zunahme der Gewalt.
Andreas Mink, New York

Die Tötung des 17 Jahre alten Schwarzen Trayvon Martin mobilisiert in den USA die Bürgerrechtler gegen eine konservative Stiftung namens American Legislative Exchange Council, kurz: Alec. Deren Juristen heckten zusammen mit der nationalen Waffenlobby, mit der National Rifle Association (NRA), das Notwehrgesetz aus, das mittlerweile unter dem Namen «Stand Your Ground» (Kasten) bekanntgeworden ist. Auf dieses Gesetz beruft sich der 28-jährige George Zimmerman, der am 26. Februar in Sanford, Florida, den unbewaffneten Martin angeblich in Notwehr erschoss. Und wegen dieses Gesetzes verzichtete die Polizei auf die Festnahme Zimmermans und auf eine Spurensicherung. Die genauen Tatumstände sind deshalb immer noch ungeklärt.

Die Gesetze zur Notwehr in den USA

Seit 2005 haben 25 US-Gliedstaaten Gesetze namens «Stand Your Ground» (Weiche nicht zurück) eingeführt. Diese ermächtigen die Bürger, auch ausserhalb ihrer Wohnungen Gewalt mit Gewalt zu beantworten und zu schiessen, wenn sie sich bedroht fühlen. Die Waffenlobby NRA will «Stand Your Ground»-Gesetze landesweit einführen lassen.

Das ist eigentlich ein Bruch mit der angelsächsischen Rechtstradition, die davon ausgeht, dass das Zuhause eine Burg ist und daraus die sogenannte Castle Doctrine abgeleitet hat. Diese sieht vor, dass die Bürger im öffentlichen Raum verpflichtet sind, einer Bedrohung so weit wie möglich auszuweichen. In den eigenen vier Wänden hingegen wird die Notwehr stark erleichtert. Sieben Gliedstaaten haben die Castle Doctrine bisher auch auf Autos oder Geschäftsräume ausgedehnt. (mnk.)

Tödlicher Streit unter Vätern

Die Stiftung Alec wird von Konzernen wie Exxon und Walmart, von den konservativen Milliardären Charles und David Koch oder der Waffenlobby NRA finanziert. Sie tritt für die Privatisierung staatlicher Aufgaben etwa im Strafrecht ein. Das Parlament von Florida hat das «Stand Your Ground»-Gesetz 2005 mit den Stimmen beider Parteien verabschiedet, als es nach einem verheerenden Hurrikan zu einer Welle von Plünderungen gekommen war.

Seit der Einführung des Gesetzes hat sich die Zahl der mit ihm gerechtfertigten Tötungen in Florida von 30 auf bis zu 100 im Jahresdurchschnitt etwa verdreifacht. In einem Fall eskalierte etwa ein Streit zwischen zwei Vätern über die Regeln des Basketballs bei einem Schulspiel. Der Todesschütze fühlte sich bedroht und zückte seine versteckt getragene Pistole. Auf Druck der NRA erlauben heute 49 Gliedstaaten das heimliche Tragen von Schusswaffen, teilweise sogar ohne Lizenz.

In einem anderen Fall in Florida erschossen Bandenmitglieder einen 15-Jährigen und beriefen sich auf das Notwehrrecht. Der Richter in dem folgenden Verfahren sah sich gezwungen, die Täter laufenzulassen, und beklagte, dieses Gesetz erlaube die gezielte Provokation eines Opfers zu einem tödlichen Streit und führe zu Zuständen wie im Wilden Westen.

Ehemaliger Polizeichef warnt

In Florida protestieren Staatsanwälte und Polizisten seit 2005 gegen das Gesetz. Der ehemalige Polizeichef von Miami, John Timoney, erklärte nach der Erschiessung von Martin, das «Stand Your Ground»-Gesetz unterhöhle die öffentliche Ordnung und erlaube Bürgern grenzenlose Gewaltanwendung, ohne sie dafür verantwortlich machen zu können. Ein Polizist müsse dagegen über jede Kugel Rechenschaft ablegen, die er abschiesse. Polizisten seien zudem dazu ausgebildet und verpflichtet, Gewalteskalationen zu verhindern. Dieses Gesetz zur Notwehr könne gerade bei alltäglichen Reibereien in Grossstädten schnell zu blutigen Konflikten führen. Der frühere Polizeichef forderte daher den Gouverneur von Florida zur Abschaffung von «Stand Your Ground» auf.

Das politische Klima in den USA spricht jedoch eher für eine weitere Verbreitung von Schusswaffen. Der Tod von Trayvon Martin hielt das Repräsentantenhaus nicht davon ab, einen weiteren Wunsch der NRA zu erfüllen. Die Waffenlobby möchte, dass Leute aus Gliedstaaten, die das versteckte Waffentragen erlauben, ihre Pistole künftig auch bei Reisen ausserhalb des Staates mitführen dürfen. Das Repräsentantenhaus hat ein entsprechendes Gesetz vor wenigen Tagen auch mit der Stimme vieler Demokraten verabschiedet. Gleichzeitig hat Präsident Barack Obama die Erschiessung Martins als Tragödie bezeichnet. Aber wie nach dem Amoklauf von Tucson im Januar 2011 hat er dabei erneut das Wort Waffenkontrolle tunlichst vermieden.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/im-zweifel-fuer-den-schuetzen-1.16202981

Mögliches Verfahren vor Bundesgericht

Washington prüft weitere Schritte gegen Zimmerman

Vor 34 Minuten
Gedenken an Trayvon Martin vor der Wohnanlage, in der er niedergeschossen wurde.
Gedenken an Trayvon Martin vor der Wohnanlage, in der er niedergeschossen wurde. (Bild: Keystone/AP)
Der Todesschütze von Florida könnte möglicherweise wieder vor Gericht kommen. Nach dem Freispruch für den Angeklagten im Prozess um den erschossenen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erhalten Bürgerrechtler den Druck aufrecht.

(dpa/Reuters) Nach seinem Freispruch im Prozess um die Tötung eines schwarzen Teenagers in Florida kommt auf den Schützen George Zimmerman möglicherweise ein neues Verfahren zu. Das amerikanische Justizministerium prüft laut dem Fernsehsender Fox News, ob sich Zimmerman der Verletzung von Bürgerrechten schuldig gemacht habe und deshalb vor ein Bundesgericht gestellt werden könnte.

Der 29-jährige Hispano-Amerikaner hatte den 17-jährigen Schwarzen Trayvon Martin im Februar 2012 erschossen, als er für eine Bürgerwehr auf Patrouille war.

Anklage vor Bundesgericht denkbar

Bürgerrechtsorganisationen riefen das Justizministerium auf, Zimmerman jetzt wegen Verstössen gegen das Bürgerrecht zu belangen. Die Behörde hatte bereits nach dem Vorfall 2012 eigene Untersuchungen eingeleitet, aber dem staatlichen Prozess in Florida Vorrang eingeräumt.

Die Untersuchungen gingen jetzt weiter und dabei würden auch die im Florida-Verfahren vorgelegten Beweise in Betracht gezogen, hiess es laut Medienberichten am Sonntag in einer Mitteilung des Ministeriums.

Nach amerikanischem Recht könnte Zimmerman zwar nach seinem Freispruch nicht erneut – wie in Sanford – wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz oder Totschlags vor Gericht gestellt werden. Aber eine Anklage wegen Bürgerrechtsverletzungen vor einem Bundesgericht wäre möglich, weil es sich um einen anderen Vorwurf handelt – wenn auch im Zusammenhang mit derselben Tat.

Proteste in mehreren Städten

Tausende von Menschen protestierten in mehreren Städten der USA gegen den Freispruch des Angeklagten. Allein in New York versammelten sich am Sonntagabend viele Demonstranten zunächst auf dem Union Square in Manhattan, wo sie «Keine Gerechtigkeit, kein Frieden» skandierten. Bis zu etwa 2000 von ihnen zogen dann auf den Strassen los Richtung Times Square und sorgten so für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Ähnliche Szenen spielten sich in Boston ab, wo 500 Demonstranten, begleitet von der Polizei, durch die Strassen zogen. Auch in San Francisco, San Diego und Sacramento wurden Proteste organisiert.

Amerikas Präsident Barack Obama rief zu Besonnenheit auf. Der Tod Martins sei eine Tragödie, hiess es in einer Stellungnahme. Die Entscheidung der Jury müsse in einem Rechtsstaat aber akzeptiert werden. Obama warb zugleich für verstärkte Massnahmen gegen die Waffengewalt, die er bisher im Kongress nicht durchsetzen konnte.

http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/usa-zimmerman-prozess-1.18116921

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: