Flüchtlingsboote erreichen Lampedusa – Lager bereits hoffnungslos überfüllt – Ohne eine Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Nord und Süd wird es weiter gehen! Wann geht die Welt es an? Willy Brandt forderte uns schon vor über 30 Jahren dazu auf!

250 Flüchtlinge erreichten am Sonntag Lampedusa

4. August 2013, 13:38
  • Artikelbild
    foto: epa/ciro fusco

Drei Boote mit afrikanischen Flüchtlingen kamen auf der kleinen Mittelmeerinsel an – Auffanglager in Lampedusa hoffnungslos überfüllt

Die Zahl der Flüchtlinge, die aus Nordafrika Süditalien erreichen wollen, nimmt wegen der guten Wetterlage stark zu. Die italienische Küstenwachse hat am Sonntag 250 Migranten in Sicherheit gebracht. Allein an diesem Tag kamen drei eng besetzte Boote bei der kleinen Mittelmeerinsel an. Ein Boot mit 84 Flüchtlingen an Bord wurde unweit von Lampedusa lokalisiert und auf die Insel geführt. Aufgegriffen wurden danach zwei weitere Schlauchbooten, mit 92 und 90 Migranten an Bord.

Die Behörden sind wegen der zunehmenden Flüchtlingswelle besorgt. Das Auffanglager auf Lampedusa ist stark überfüllt. Hunderte Migranten, die in den vergangenen Tagen die Insel erreicht hatten, mussten nach Sizilien gebracht werden. (APA, 4.8.2013)

http://derstandard.at/1373514565965/250-Fluechtlinge-erreichten-am-Sonntag-Lampedusa

Nord-Süd-Kommission

N.-S.-K. (bzw. Brandt-K., ab 1983 Brundtland-K.) bezeichnet die seit 1977 tätige Unabhängige Kommission für internationale Entwicklungsfragen, die sich mit den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten des Nord-Süd-Konflikts beschäftigt. Die 18 Kommissionsmitglieder (Politiker und Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Industrieländern) legten 1980 den sog. Brandt-Bericht vor (er fordert u. a. eine neue Weltwirtschaftsordnung zur Behebung des Nord-Süd-Gefälles). Der zweite Brandt-Bericht erschien 1982.

Nord-Süd-Kommission

Die Nord-Süd-Kommission (N.-S.-K., auch Brandt-Kommission) war eine unter dem Vorsitz Willy Brandts 1977 gegründete „Unabhängige Kommission für Internationale Entwicklungsfragen“. Sie wurde unter Anregung des damaligen Weltbank-Präsidenten Robert McNamara ins Leben gerufen und widmete sich entwicklungspolitischen Problemen.

Politische Arbeit[Bearbeiten]

Nach über zwei Jahren legte die Kommission am 12. Februar 1980 in New York City dem Generalsekretär der Vereinten Nationen den 1. Nord-Süd-Bericht (Brandt-Bericht oder Brandt-Report) mit dem Titel „Das Überleben sichern“ vor. Mit dem Bericht wurde die Aufmerksamkeit auf die aktuellen Probleme der Dritten Welt gelenkt. Er bot als Lösungsmöglichkeit unter anderem eine neue Weltwirtschaftsordnung an und forderte den Einbezug der Länder des Südens.

Vor dem Hintergrund der sich wieder verhärtenden Ost-West-Fronten wurden die Vorschläge in der westlichen Staatenwelt jedoch mit Skepsis betrachtet, da sie sozialistisch angehaucht erschienen.[1] Teils wegen fehlender Mittel, teils wegen wirtschaftsliberaler Einstellungen unterstützen einige westliche Regierungen die Vorschläge zur Neuordnung des Weltwirtschaftssystems nicht.

Nach dem Ausgang des Nord-Süd-Gipfels 1981 im mexikanischen Cancún beschloss die Kommission, ihre Arbeit fortzusetzen und erneut zu Maßnahmen zur Bewältigung schwerer Probleme der Weltwirtschaft aufzurufen.[2] Der 2. Brandt-Bericht der Nord-Süd-Kommission erschien 1982 unter dem Titel „Hilfe in der Weltkrise“.

Mitglieder[Bearbeiten]

Der Nord-Süd-Kommission gehörten 18 Politiker und Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Industrieländern an:

  1. Willy Brandt (Bundesrepublik Deutschland)
  2. Abdalativ Y. Al-Hamad (Kuwait)
  3. Rodrigo Botero (Kolumbien)
  4. Antoine Kipsa Dakouré (Obervolta)
  5. Eduardo Frei Montalva (Chile)
  6. Katharine Graham (USA)
  7. Edward Heath (Großbritannien)
  8. Amir H. Jamal (Tansania)
  9. Khatijah Ahmad (Malaysia)
  10. Lakshmi Kant Jha (Indien)
  11. Adam Malik (Indonesien)
  12. Haruki Mori (Japan)
  13. Joe Morris (Kanada)
  14. Olof Palme (Schweden)
  15. Peter G. Peterson (USA)
  16. Edgar Pisani (Frankreich)
  17. Shridath Ramphal (Guyana)
  18. Layachi Yaker (Algerien)

Ex officio war Göran Ohlin (Schweden) der Exekutivsekretär der Kommission, Direktoren des Sekretariats waren Dragoslav Avramović(Jugoslawien) und Jan Pronk (Niederlande).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Judith Michel: Willy Brandts Amerikabild und -politik 1933 – 1992, (= Dittmar Dahlmann, u.a., Internationale Beziehungen. Theorie und Geschichte, Band 6), Bonn 2010, S. 429.
  2.  Willy Brandt: Hilfe in der Weltkrise. Ein Sofortprogramm. Der 2. Bericht der Nord-Süd-Kommission, Reinbek 1983, S. 165.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: