Die Wurzeln der Terrorismus im Nahen Osten hat der CIA eingepflanzt! CIA bestätigt erstmals Organisation des Sturzes der demokratischen iranischen Regierung und die Installierung eines Despoten: Der iranische Ministerpräsident Mossadegh hatte sich den Zorn der USA und Großbritanniens zugezogen, weil er die Verstaatlichung der Ölindustrie entschlossen verteidigte. Der “Militärputsch, der Mossadegh und sein Kabinett der Nationalen Front stürzte, wurde unter CIA-Führung als ein Akt US-amerikanischer Außenpolitik durchgeführt”, heißt es in den Dokumenten, von denen weiterhin Teile geschwärzt sind. Wer die aktuelle Politik Irans verstehen will, muss die Ereignisse von 1953 und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung dieses Landes kennen. Dieser Putsch war die erste einer Reihe von Regime-Change-Operationen des CIA. Die Schah-Diktatur, die letztlich zur Islamischen Republik führen sollte, wird jetzt fest installiert, Pressefreiheit, Versammlungsrecht abgeschafft und der berüchtigte Geheimdienst Savak eingerichtet. Der CIA-Putsch war auch ein Probelauf, schreibt Kinzer: “Da der Umsturz so überaus erfolgreich amerikanische Interessen beförderte, galten von nun an verdeckte Aktionen als billiges, effektives Mittel, um den Lauf der Weltgeschichte zu beeinflussen.” Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah (Bild: Wiley Verlag VCH) Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah (Bild: Wiley Verlag VCH) Der Autor verweist im Nachwort auf entsprechende Ereignisse in Guatemala, Chile, Kongo. Stephen Kinzers “Im Dienste des Schah” gibt den Blick frei auf verborgene Schichten iranisch-amerikanischer Feindschaft! “Am Ende geht und ging es immer ums Öl!”

Geheimdiensteinsatz gegen Premier Massadegh schon lange kein Geheimnis mehr

Washington/Teheran – Der US-Geheimdienst CIA hat laut Experten erstmals öffentlich seine Beteiligung an dem Putsch im Iran vor sechzig Jahren zugegeben. Die Central Intelligence Agency habe jüngst Geheimdokumente veröffentlicht, in denen sie sich zum ersten Mal formell dazu bekenne, den iranischen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh gestürzt zu haben, teilte das Nationale Sicherheitsarchiv der George Washington University am Wochenende auf seiner Website mit.

Mossadegh hatte sich den Zorn der USA und Großbritanniens zugezogen, weil er die Verstaatlichung der Ölindustrie entschlossen verteidigte. Der “Militärputsch, der Mossadegh und sein Kabinett der Nationalen Front stürzte, wurde unter CIA-Führung als ein Akt US-amerikanischer Außenpolitik durchgeführt”, heißt es in den Dokumenten, von denen weiterhin Teile geschwärzt sind.

Ein Geheimnis ist der britisch-amerikanische Geheimdiensteinsatz am 19. August 1953 zur Wiederherstellung der Macht des Schahs schon lange nicht mehr. US-Präsident Barack Obama und Ex-Präsident Bill Clinton hatten sie bereits bestätigt. Auch ranghohe Beteiligte an dem Einsatz hatten sie in Büchern geschildert. (APA, 19.8.2013)

http://derstandard.at/1376533951595/Historiker-CIA-bekennt-sich-erstmals-zu-Militaerputsch-1953-im-Iran

Operation Ajax

Titelbild der Teheraner WochenzeitungTehran Mosavar nach der Operation Ajax

Spätfolgen

11.02.2009 ·  Der Putsch in Iran 1953

In den frühen 1950er Jahren warf der Kalte Krieg dunkle Schatten auf die Weltpolitik. Doch gab es damals und später auch internationale Konflikte, die mit dem Kalten Krieg direkt nichts zu tun, vielmehr eigene Wurzeln und Verschärfungsmomente hatten. Dazu gehört die sich anbahnende Welle von Entkolonialisierungskonflikten. Einer davon spielte sich zwischen dem Iran und Großbritannien ab. Dabei ging es hauptsächlich um die Anglo-Iranian Oil Company, deren Gewinne vornehmlich den Briten zugutekamen. Iran war zu dieser Zeit eine Monarchie mit demokratischen Einsprengseln. Der Monarch Reza Pahlewi besaß wenig politisches Geschick. Die beherrschende Figur der iranischen Politik zu dieser Zeit war Mohammed Mossadegh, ein westlich gebildeter Nationalist und politischer Visionär, glühender Feind des britischen Imperialismus. Kaum Ministerpräsident geworden, ließ er im Parlament die Verstaatlichung des Ölkonzerns beschließen. In den nächsten zwei Jahren tobte ein bitterer diplomatischer Kampf zwischen den Briten, die dies rückgängig machen wollten, und den iranischen Nationalisten. Die Briten planten, Mossadegh mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln aus seinem Amt zu vertreiben. Das gelang ihnen nicht, solange die Vereinigten Staaten sie nicht aktiv unterstützten, wozu Präsident Truman keinen Anlass sah. Sein Nachfolger, Präsident Eisenhower, schwenkte schließlich auf die britische Linie ein, weil es Churchill gelungen war, ihn davon zu überzeugen, dass Mossadegh letztlich dem Kommunismus in Iran Tür und Tor öffnen würde. Ein vom CIA handwerklich brillant inszenierter Putsch im August 1953 war erfolgreich. Mossadegh wurde aus dem Amt gejagt, der Schah übernahm die Macht.

Stephen Kinzer hat die Hintergründe des Konflikts, die Akteure des Umsturzes und seinen Verlauf präzise und spannend geschildert. Seinem Buch liegt umfangreiches Quellenmaterial zugrunde. Zweifellos war der Putsch, die erste einer Reihe von Regime-Change-Operationen des CIA, kurzfristig erfolgreich, aber mittel- und langfristig hat er den amerikanischen Interessen nachhaltig geschadet, Iran sowieso. Wer die aktuelle Politik Irans verstehen will, muss die Ereignisse von 1953 und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung dieses Landes kennen.

WILFRIED VON BREDOW

Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah. CIA, MI6 und die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten. Aus dem Amerikanischen von Brigitte Döbert. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2009. 318 S., 19,95 [Euro].

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/2.1715/spaetfolgen-1775257.html

Azadi Platz in Teheran (Bild: AP)Azadi Platz in Teheran (Bild: AP)

Ende der demokratischen Republik im Iran

Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah

Rezensiert von Elisabeth Kiderlen

Wer die aktuelle Lage im Iran verstehen will, muss sich mit den Geschehnissen von 1953 beschäftigen – das empfiehlt der amerikanische Journalist Stephen Kinzer, langjähriger Auslandskorrespondent der New York Times und Kenner der Region, in seinem Buch “Im Dienste des Schah. CIA, MI 6 und die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten”.

“Dr. Mossadegh ist für die Iraner das Symbol der Freiheit, ohne Zweifel, das Symbol der Freiheit und des Patriotismus, und das wird er auch immer bleiben.”

Was diese Spaziergängerin in Teheran im August 1953, also kurz nach dem CIA-Putsch gegen den bis heute einzigen demokratisch gewählten iranischen Premierminister, Mohammed Mossadegh, trotzig sagt, gilt noch heute. “Ohne den Putsch wäre uns das Mullah-Regime erspart geblieben”, bekomme ich in den gebildeten Kreisen des Landes immer wieder zu hören. Und noch 2002 schreibt der iranische Politologe Mostafa Zahrani im “World Policy Journal”.

“Es ist nicht abwegig zu behaupten, dass Iran, wenn der CIA-Coup nicht gewesen wäre, heute eine gefestigte Demokratie sein könnte.”

Stephen Kinzer, Korrespondent der “New York Times”, hat mit seinem Buch “Im Dienste des Schah. CIA, MI 6 und die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten” eine höchst spannende Abhandlung der jüngsten Zeitgeschichte geliefert, großes Drama, das auf allen Konfliktfeldern der 50er-Jahre spielt. Da ist die koloniale Arroganz der Briten, die um ihre märchenhaften Profitmargen auf den Ölfeldern Irans bangen; die Einäugigkeit der Amerikaner, die alle Konflikte auf die “Rote Gefahr” verengen und den Einfluss der Sowjets auf einen demokratischen Iran fürchten; die antikoloniale Empörung der Iraner, die zu Hunderttausenden unter der geradezu religiös überhöhten Parole “Das Öl ist unser Blut” für die Nationalisierung des Schwarzen Goldes demonstrieren. Und so erklärt Mossadegh am 15. Oktober 1951 kämpferisch vor der UNO:

“1948 betrug der Reingewinn laut Geschäftsbericht der Anglo-Iranian Oil Company 61 Millionen Pfund; davon erhielt der Iran lediglich 9 Millionen … Wir werden nie mehr Ausländern die Ausbeutung unserer Ölvorkommen anvertrauen, weder per Vertrag noch in Treuhänderschaft.”

Und weil Mossadegh entschlossen auf die Rückgabe der Ölfelder an das iranische Volk beharrt, wird er als Held der antikolonialen Befreiungsbewegungen weltweit gefeiert. Das “Time Magazine” wählt ihn 1951 sogar zum “Mann des Jahres”. Als die Verhandlungen mit den Briten scheitern, weckt Mossadegh mit einer Rundfunkansprache die Empörung der Iraner:

“Die Engländer wollen uns zehn Millionen Pfund geben, damit wir ihre Sklaven bleiben sollen.”

Der Zusammenprall von Erster, Zweiter und Dritter Welt kulminiert am 19. August 1953 in einer stundenlangen Schlacht seiner Anhänger und Gegner vor seinem Haus. Schließlich wird es von einem, vom CIA bezahlten, Mob gestürmt.

Stephen Kinzer hat exzellent recherchiert. Minutiös beschreibt er, wie sich die Lage zuspitzt, wie mit der Wahl von Churchill in England und Eisenhower in den USA nun Männer die Politik bestimmen, die weniger in diplomatischen als in militärischen Kategorien denken. Wie der Putsch vorbereitet wird, Netzwerke im Untergrund gesponnen, Offiziere, Journalisten, Politiker, auch einflussreiche Ayatollahs bestochen, falsche Informationen und Gerüchte unters Volk gebracht werden. Mossadegh wird als korrupt, pro-kommunistisch und islamfeindlich verschrien und das Land durch gezielte Entführungen systematisch ins Chaos gestürzt. Trotzdem geht der erste Putschversuch schief. Unter der Parole “Tod oder Mossadegh” strömen die Massen in Teheran und anderen Großstädten auf die Straße. Der Generalstreik wird ausgerufen. Ein Streikender träumt schon von der Republik:

“Wir haben als Linke natürlich damals – wir waren vielleicht voreilig – wir haben für die Parole der Republik gerufen, wir haben gesagt: Es lebe die demokratische Republik im Iran. Wir haben uns befreit gefühlt, es war eine unglaubliche nationale Freude im ganzen Land damals, das war ein Tanz auf der Straße bis in die Früh.”

Der zweite Putsch wird gründlicher vorbereitet. Er gelingt. Mossadegh wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt. Die Schah-Diktatur, die letztlich zur Islamischen Republik führen sollte, wird jetzt fest installiert, Pressefreiheit, Versammlungsrecht abgeschafft und der berüchtigte Geheimdienst Savak eingerichtet. Der CIA-Putsch war auch ein Probelauf, schreibt Kinzer:

“Da der Umsturz so überaus erfolgreich amerikanische Interessen beförderte, galten von nun an verdeckte Aktionen als billiges, effektives Mittel, um den Lauf der Weltgeschichte zu beeinflussen.”

Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah (Bild: Wiley Verlag VCH)Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah (Bild: Wiley Verlag VCH)

Der Autor verweist im Nachwort auf entsprechende Ereignisse in Guatemala, Chile, Kongo. Ein Schwachpunkt des Buchs ist, dass Kinzer sich ausschließlich auf den Kämpfer Mossadegh konzentriert, ausgespart bleibt der Denker. Mossadegh wollte für Iran moderne Institutionen, wie er sie in Europa kennengelernt hatte, doch sollten diese in den iranischen Rahmen und zu den iranischen Gewohnheiten passen: Denn die blanke Nachahmung Europas überfordere die Menschen und führe zur Ablehnung des Fortschritts. Mit der Einsicht, dass nicht nur Armut und Rückständigkeit, sondern auch Identität, beziehungsweise deren Verlust, brisante Probleme mit sich bringen, war Mossadegh dem Schah, der das Land mit aller Gewalt in die Moderne zwingen wollte, weit voraus.

Das Buch ist in den USA 2003, also noch während der Präsidentschaft von George W. Bush, erschienen, auch um die Regierung zu warnen. So schreibt Kinzer:

“Der Umsturz 1953, dem ein Jahr später ein Vertrag folgte, der den globalen Ölkartellen die Kontrolle über die Ölproduktion Irans gab, traumatisierte die iranische Öffentlichkeit, was bis heute nachwirkt.”

Die Paranoia des Teheraner Regimes, das noch heute hinter jeder Kritik Einfluss und Geld des CIA vermutet, ist dafür Beleg. Stephen Kinzers “Im Dienste des Schah” gibt den Blick frei auf verborgene Schichten iranisch-amerikanischer Feindschaft, ist also beste, dabei packende Aufklärung. Was allerdings verwundert, ist, dass der Verlag den Quellenapparat des Originals nicht übernommen hat – das eine oder andere hätte man gerne nachgelesen.

Stephen Kinzer: Im Dienste des Schah. CIA, MI 6 und die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Brigitte Döbert
Wiley Verlag VCH, Weinheim 2009

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/989239/

 Im Dienste des Schah – Stephen Kinzer 11.07.2013 KOMMENTAR VERFASSEN   BEREICH: WISSEN Im Dienste des Schah – Stephen Kinzer In seinem Buch “Im Dienste des Schah” geht der Autor Stephen Kinzer auf “die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten” ein. Dabei stellt er heraus: “Am Ende war es das Öl”. Es gibt und gab verschiedene Gründe für die Vereinigten Staaten von Amerika im Iran “aktiv” zu werden: Ob nun ein Nuklearprogramm, sozialistische Tendenzen, Fundamentalisten (von lat. fundamentum der Unterbau, Grund, das Fundament), oder auch die Feindschaft zu Israel. Am Ende geht es aber um Erdöl/Erdgas, es ging darum ab dem Jahr 1953 und es geht heute ebenfalls darum, heißt es in den Darstellungen des Autors. Damals im Jahr 1953 putschte der Schah (das persische Wort für König) mit Unterstützung der Amerikaner und auch Briten gegen den gewählten Premierminister Mohammad Mossadegh. Dann folgte über zwanzig Jahre hinweg eine teils äußerst brutale Politik der Unterdrückung. Der Autor Kinzer beschreibt wie ausländische Geheimdienststrukturen einen gewählten Premierminister gestürzt haben, um danach wieder einen Despoten (eine Herrschaftsform, in der das Staatsoberhaupt die uneingeschränkte Herrschaft ausübt) wieder auf den Thron zu heben. Kinzer zeigt in seinem Buch wie die sog. “Operation Ajax” das Ansehen der Vereinigten Staaten (USA) in der Golfregion nachhaltig zerstörte und welche direkten Auswirkungen dies auch auf die Entwicklung des islamischen Terrorismus hatte. Es wird ein kritischer Blick auf die gefahrene US-Außenpolitik oder auch die vom Autor beschriebene Gier der Konzerne genommen. Das Werk “Im Dienste des Schah” kann dabei nicht nur als ergänzendes Geschichtsbuch dienen, sondern ist ein Appell an Bürger und Politiker in unserer Zeit. Die benannte “Operation Ajax” bezeichnet eine historische und in ihrer Art für weitere Aktionen beispielgebende Operation der Central Intelligence Agency (CIA; USA) und des MI6 (britischer Auslandsgeheimdienst; Secret Intelligence Service; MI6 steht für “Military Intelligence, Section 6″) im August des Jahres 1953 im Iran, mit dem der Premierminister Mohammad Mossadegh gestürzt und Fazlollah Zahedi (Ehrung: Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland) als neuer Premierminister installiert werden sollte. Der Plan wurde am 1. Juli 1953 vom britischen Premier Winston Churchill und am 11. Juli 1953 vom US-Präsidenten Dwight „Ike“ David Eisenhower genehmigt. Das Buch “Im Dienste des Schah: CIA, MI6 und die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten” kann als Ergänzung zum Themenbereich gelesen werden. Sie können es unter der ISBN (978-3527504152) oder direkt über das Internet unter der folgenden Quelle beziehen: Im Dienste des Schah: CIA, MI6 und die Wurzeln des Terrors

Quelle: http://www.glaronia.com/2013/07/11/im-dienste-des-schah-stephen-kinzer/
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http://www.glaronia.com/2013/07/11/im-dienste-des-schah-stephen-kinzer/

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