Italien vor heißem Herbst: Fiat will Inlandproduktion weiter drosseln und Werk schließen! 200 von der sinkenden Kaufkraft betroffene Firmen vor dem Aus! Rekordarbeitslosigkeit und schrumpfende Wirtschaft!

Italien vor einem heißen Herbst

THESY KNESS-BASTAROLI, 19. August 2013, 17:50

Fiat könnte Produktion verlagern

Mailand – In Italien herrscht derzeit nicht nur ein politisch unsicheres Klima mit möglichen Neuwahlen. Auch an der Sozialfront brodelt es. Zur Kraftprobe entwickelt sich der Kampf zwischen Fiat und den Gewerkschaften. Für Fiat rentiert es sich schon seit langem nicht mehr, in Italien zu produzieren. In den vergangenen zehn Jahren haben die Turiner ihre Fertigung am Heimmarkt mehr als halbiert. Eine weitere Produktionsdrosselung steht nun bevor. Zur Diskussion steht der Produktionsstandort Mirafiori in Turin.

Im Herbst 2013 läuft die bereits verlängerte Kurzarbeit für rund 5000 Beschäftigte aus. Deren Wiedereinstellung ist mehr als fraglich. Die italienische Regierung will die Arbeitslosenunterstützung nicht verlängern. Sie hat dafür kein Geld. Die Gewerkschaften drohen auf die Barrikaden zu gehen. Sie haben Fiat-Chef Sergio Marchionne offen den Kampf angesagt. Dieser verweist auf die Überkapazitäten in Europa und hofft auf die Unterstützung der EU.

Nicht nur Fiat entwickelt sich zum sozialen Zündstoff für Italiens Wirtschaft. Rund zweihundert Firmen in Nord-und Mittelitalien sollen nach einem Bericht des Gewerkschaftsdreierbundes im kommenden Herbst, nicht mehr ihre Pforten öffnen. Es handelt sich vor allem um jene Firmen, welche kaum exportieren und von der weiterhin rückläufigen Inlandsnachfrage abhängig sind. Italiens Arbeitslosenrate hat mit 12,4 Prozent bereits einen Fünfzehn-Jahresrekord erreicht.

Aber nicht nur an der Beschäftigungsfront hinkt Italien den übrigen EU-Ländern nach. Auch beim Wachstum steht die Apenninenhalbinsel am Schluss der EU. Für heuer wird noch mit einem Rückgang von 1,8 Prozent (Banca d’Italia) gerechnet und auch 2014 soll sich das Wachstum in Italien mit 0,6 Prozent langsamer entwickeln als im Euroraum. Italiens Gesamtschulden erreichten im Juni mit 2070 Mrd. Euro einen neuen Rekord. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 20.8.2013)

http://derstandard.at/1376533983417/Italien-vor-einem-heissen-Herbst

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