Chemiewaffenangriff? Es stinkt nach einer neuen Kriegslüge! Es kommt jetzt auf alle an, die für Frieden eintreten, sich genau zu informieren und in ihren Netzwerken zu informieren! Der globale militärisch-industrielle Konflikt will das Assadregime beseitigen, um dann Iran angreifen zu können und die Ressourcen für die westlichen Konzerne zu sichern! Nachdem dies jetzt über die Ausrüstung von Jihadisten nicht gelingt und Assad militärisch die Oberhand bekommt, sieht jetzt alles danach aus, dass der Satz Obamas: Chemiewaffeneinsatz ist die Rote Linie genutzt werden soll, eine westliche Militärintervention durchzusetzen und die Weltöffentlichkeit dafür zu gewinnen mit den grausamen Bildern! Hier sind Videos über die dreisten Lügen, mit denen in der Vergangenheit die Öffentlichkeit getäuscht wurde, um Kriege durchzusetzen! Der Syrien und mögliche Irankrieg könnte uns alle schnell betreffen, denn er hat das Risiko in sich zu einer globalen Konfrontation der Großmächte zu führen! Verhindern wir das Eingreifen der westlichen Regierungen in Syrien und machen wir Druck auf eine friedliche Lösung und die Einberufung der von den USA und Russland schon vor Monaten beschlossenen Friedenskonferenz!

Kriegslügen mit langer Tradition

Die damals fünfzehnjährige Tochter von Saud Nasir as-Sabah erklärte vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses unter Tränen, sie habe freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und sagte wörtlich: „Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen …, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.“[1] Erst später stellte sich heraus, dass die Jugendliche die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten war. Die Darstellung der Jugendlichen hatte eine durchschlagende Wirkung auf die Politik der USA gegenüber dem Irak.

http://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

von Wolfram Wette

Eine alte griechische Weisheit lautet: “Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer.” Man müßte allerdings hinzufügen, daß nicht erst während der Kriege gelogen wird, sondern schon zu ihrer Vorbereitung. Auch jetzt. Keine Regierung eines demokratischen Landes oder auch einer Diktatur will ihren Leuten gegenübertreten und bekennen, daß sie einen unprovozierten Angriffskrieg zu führen beabsichtigt. Das war schon immer unpopulär, vor allem in Demokratien, wo sich Staatsführer vor dem Volk verantworten müssen. Zudem verbietet heute das Völkerrecht einen Angriffskrieg. Daher feiert der Begriff “Verteidigung” immer wieder Urständ. Dieses Wort ist eines der am meisten mißbrauchten in der politischen Sprache.

Ein deutliches Beispiel für die Tradition der Kriegslügen stammt von Friedrich II. von Preußen. Der König befahl im Jahre 1740 einen Angriffskrieg gegen Schlesien und beauftragte seinen Mitarbeiter Heinrich Graf von Podewils, sich eine “iusta causa” – einen gerechten Grund – einfallen zu lassen, also eine Rechtfertigung für einen Krieg. Diesem Muster folgte die berühmte “Emser Depesche”: Indem Bismarck 1870 ein Telegramm so verschärfte, daß Napoleon III. den Krieg erklärte, bekam er, was er wollte, nämlich daß sich Preußen und die anderen deutschen Länder als Angegriffene darstellen konnten. Adolf Hitler gab den Angriff auf Polen als Verteidigungskrieg aus, indem er einen polnischen Angriff auf den Rundfunksender Gleiwitz vortäuschen ließ. In einer Ansprache konnte Hitler dann sagen: “Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen.”

Aus neuerer Zeit ist der vorgeschobene Grund für den US-amerikanischen Bombenkrieg gegen Nordvietnam zu nennen: Die USA provozierten einen Angriff auf eines ihrer Schiffe. Im Vorfeld des Golfkriegs 1991 gingen hanebüchene Geschichten um die Welt, unter anderem die einer angeblichen Krankenschwester, die über Babys berichtete, die in Kuwait angeblich von irakischen Soldaten aus Brutkästen herausgeholt worden seien – was, wie sich dann herausstellte, von vorn bis hinten erstunken und erlogen war. Die Beispiele zeigen, dass die Lüge in Kriegszeiten als eine normale Waffe betrachtet wird: Propaganda.

Wird in demokratischen Staaten womöglich noch mehr gelogen als in Diktaturen, weil die demokratischen Führer mehr Rücksicht auf die öffentliche Meinung nehmen müssen? Tatsächlich sind die Unterschiede nicht nennenswert. Sobald sich eine Regierung für den Einsatz kriegerischer Gewalt entschieden hat, tritt eine spezifische Kriegslogik in Kraft, zu welcher auch der Mechanismus der Täuschung gehört. Es ist dann gleichgültig, ob die Führung des Landes demokratisch gewählt wurde oder nicht. Sogar Hitler und sein Propagandaminister Goebbels hatten auf eine besondere, diktatur-spezifische Weise immer das Ohr am Volk. Die sogenannten SD-Berichte der SS, die durch Spitzel-Tätigkeiten zustande kamen, lieferten der Regierung Erkenntnisse über die Meinung in der Bevölkerung, wie es heute die Umfragen tun. Die NS-Regierung reagierte darauf erstaunlich sensibel. Selbst totalitäre Regime nehmen also in Kriegszeiten auf die Volksmeinung Rücksicht.

Und wenn nach dem Kriege die Wahrheit herauskommt? Das scheint die jeweils Regierenden nicht sonderlich zu irritieren. Im September 1990 hat beispielsweise der damalige US-Präsident George Bush den Vergleich zwischen Saddam Hussein und Hitler in die politische Rhetorik eingeführt und ihm zu tausendfachem Echo in den amerikanischen Medien verholfen. Außenpolitisch uninformierte Menschen mußten glauben, daß es diesen “Hitler des Orients” tatsächlich gab.

Generell sinken in Kriegszeiten die Chancen des Bürgers, wahrheitsgetreu informiert zu werden. In der Vergangenheit gab es nur einen einzigen Fall, in dem die Rechnung der Kriegspropagandisten nicht aufging: im Vietnamkrieg. Damals durften die Fernsehkameras alles aufnehmen und in die Wohnungen der Bürger transportieren. Das führte dazu, daß der Krieg gleichsam in den amerikanischen Wohnzimmern verloren wurde. Im gegenwärtigen Irak-Konflikt ist zu beobachten, daß die Menschen nicht mehr glauben, was ihnen erzählt wird. Das zeigt sich an der großen Zahl von Kriegsgegnern in Europa, aber auch in den USA. Wir erleben insofern etwas Neues, denn noch nie wurde über die Legitimation eines angekündigten Krieges so viel diskutiert. Die wechselnden Kriegsbegründungen der US-Regierung räumten die Skrupel der Bürger vor einem Krieg nicht aus, sondern ließen mehr und mehr Zweifel aufkommen. Die Kriegsziele blieben nebulös. Die US-Re gierung ist dabei, den von ihr selbst begonnenen Propagandakrieg zu verlieren.

http://www.sopos.org/aufsaetze/3e81bb2ede6c9/1.phtml

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=M0uLuWgx9cA

http://www.myvideo.de/watch/3518053/Monitor_Kriegsluegen

Brutkastenlüge

Die Brutkastenlüge bezeichnet die Behauptung, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im Jahr 1990 kuwaitische Säuglinge in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt getötet. Die Behauptung stellte sich später als haltlos heraus.

Aussage[Bearbeiten]

Die damals fünfzehnjährige Tochter von Saud Nasir as-Sabah erklärte vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses unter Tränen, sie habe freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und sagte wörtlich: „Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen …, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.“[1] Erst später stellte sich heraus, dass die Jugendliche die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten war.

Die Organisation Citizens for a Free Kuwait hatte die PR-Agentur Hill & Knowlton für 10 Millionen US-Dollar beauftragt, die erfundene Geschichte des Mädchens publik zu machen.[2] Zwei Krankenschwestern der betreffenden Entbindungsstation erklärten später, dass die Jugendliche nicht dort gearbeitet habe und die von ihr beschriebenen Vorfälle niemals stattgefunden hätten.

Wirkung[Bearbeiten]

Die Darstellung der Jugendlichen hatte eine durchschlagende Wirkung auf die Politik der USA gegenüber dem Irak. Präsident George H. W. Bush erwähnte deren Geschichte in den nächsten fünf Wochen sechs Mal. Aber auch Amnesty International veröffentlichte am 19. Dezember 1990, über drei Monate nach dem Auftritt des Mädchens, einen 84-seitigen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Kuwait, welche die Brutkästen-Behauptung enthielt. Sie wurde auch noch am 8. Januar 1991 von einem führenden Mitarbeiter von Amnesty International vor dem Komitee für auswärtige Angelegenheiten wiederholt. Der US-Senat stimmte schließlich am 12. Januar 1991 mit 52 zu 47 Stimmen für einen Krieg gegen den Irak, was 1991 zum Zweiten Golfkrieg führte. Das Repräsentantenhaus stimmte mit 250 zu 183 Stimmen für den Krieg.

Literatur[Bearbeiten]

  • John R. MacArthur: Die Schlacht der Lügen : wie die USA den Golfkrieg verkauften. DTV, München 1993, ISBN 3-423-30352-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Videosequenz zu Aussage und Wahrnehmungen auf YouTube
  2.  Deception on Capitol Hill. The New York Times, 15. Januar 1992. Abgerufen am 2. Januar 2010: „How did the girl’s testimony come about? It was arranged by the big public relations firm of Hill & Knowlton on behalf of a client, the Kuwaiti-sponsored Citizens for a Free Kuwait, which was then pressing Congress for military intervention.“
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

Tonkin-Zwischenfall

Als Tonkin-Zwischenfall (auch Tongking-Zwischenfall) bezeichnet man die Ereignisse im August 1964 im Golf von Tonkin, vor der KüsteNordvietnams, bei denen ein Kriegsschiff der US-Marine angeblich in ein Gefecht mit nordvietnamesischen Schnellbooten verwickelt wurde. Der Zwischenfall wurde von der US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson als Begründung für die sogenannte Tonkin-Resolution angeführt, welche die offizielle Beteiligung der USA an den Feindseligkeiten zwischen Nord- und Südvietnam vorsah, die sich in der Folge zumVietnamkrieg (1965–75) ausweiteten.

1971 veröffentlichte der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg einen als Pentagon-Papiere bekannt gewordenen Bericht, der die Darstellung des Zwischenfalls durch die frühere Regierung als bewusste Falschinformation entlarvte. Zu diesem Zeitpunkt hatten der Krieg in Vietnam und die US-amerikanische Beteiligung bereits ihren Höhepunkt erreicht. Am 30. November 2005 gab der US-Geheimdienst NSA geheime Dokumente frei und bestätigte damit indirekt, aber offiziell, dass der Vietnamkrieg infolge einer bewussten Falschmeldung an US-Präsident Johnson begann.[1]

Ablauf[Bearbeiten]

Die Vereinigten Staaten hatten zu Beginn der 1960er Jahre die Unterstützung für ihre südvietnamesischen Verbündeten erheblich verstärkt. Dies betraf unter anderem die Lieferung von Schnellbooten an Südvietnam sowie die Ausbildung der Besatzungen und Unterstützung bei Sabotageakten durch die CIA (sogenannte 34A-Operationen). Die Schiffe wurden für Kommandounternehmen an der nordvietnamesischen Küste eingesetzt. Einheiten der 7. US-Flotte führten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs routinemäßig Operationen in den Gewässern desSüdchinesischen Meeres durch.

Zwischenfall vom 2. August[Bearbeiten]

USS Maddox (1966)

Unmittelbar vor dem Tonkin-Zwischenfall hatten am 30. Juli 1964 mit den USA verbündetesüdvietnamesische Einheiten die Inseln Hon Ngu und Hon Me beschossen. Am Morgen des 31. Juli 1964 fuhr der US-amerikanische Zerstörer USS Maddox auf Erkundungsfahrt in den Golf von Tonkinein. Das Ziel dieser Fahrt war allem Anschein nach die Gewinnung von Aufklärungsdaten über nordvietnamesische Radaranlagen und Militäreinrichtungen im Zielgebiet der südvietnamesischen Marineoperationen (Operation Desoto). Die Präsenz eines US-Kriegsschiffes sollte die nordvietnamesische Küstenwache zu Reaktionen provozieren, die von der National Security Agency(NSA) aufgezeichnet und anschließend vom US-Verteidigungsministerium analysiert werden konnten. Die Maddox blieb dabei nach Angaben des US-Militärs außerhalb der international anerkannten Zwölfmeilenzone; diese Darstellung wird allerdings bestritten.[2] Südvietnamesische Schnellboote näherten sich bei ihrer Rückkehr von Hon Me und Hon Ngu auf sieben Kilometer derMaddox, sodass die nordvietnamesische Abwehr den Eindruck haben konnte, sie böte den Südvietnamesen vor etwaigen Verfolgern Feuerschutz.

Nordvietnamesische Schnellboote am 2. August, fotografiert von der USS Maddox

Am Abend des 1. August näherte sich der US-Zerstörer der Insel Hon Me, wo noch die Folgen des Angriffs bewältigt wurden. Die an Bord befindlichen Abhörexperten der NSA berichteten von offensichtlichen Vorbereitungen seitens der nordvietnamesischen Marine, den Zerstörer anzugreifen.[3] Am Mittag des 2. August traf die bereits in Gefechtsbereitschaft stehende Maddox bei ihrer Fahrt entlang der Küste auf drei nordvietnamesische Schnellboote. Deren Versuche, den Zerstörer zu umkreisen und vor der Küste zu stellen, misslangen jedoch. Die Maddox fuhr auf das offene Meer hinaus und forderte umgehend Luftunterstützung von dem in der Nähe befindlichen FlugzeugträgerUSS Ticonderoga an, wo sich einsatzbereite Angriffsflugzeuge bereits in der Luft befanden. Nach amerikanischer Darstellung wurde eines der Schnellboote manövrierunfähig geschossen und die beiden anderen beschädigt, während die Maddox mehreren Torpedos ausweichen konnte und nur leichte Treffer durch Maschinengewehrfeuer hinnehmen musste. Daraufhin zog sich das Schiff aus den Gewässern zurück.

Die Nachricht von diesen ersten Auseinandersetzungen traf umgehend in Washington ein. Präsident Johnson lehnte eine militärische Vergeltung ausdrücklich ab und reagierte lediglich mit einer Protestnote an die Demokratische Republik Vietnam.

Zwischenfall vom 4. August[Bearbeiten]

US-Darstellung des angeblichen Zwischenfalls am 4. August 1964

USS Turner Joy (1962)

Kapitän Herrick von der Maddox hatte nach dem Vorfall das Gebiet eigentlich verlassen wollen, wurde aber von seinen Vorgesetzten im Pentagon angewiesen, weiterhin Stellung zu beziehen. Durch die Hinzunahme eines zweiten Zerstörers, der USS Turner Joy, sollte die unterbrochene Mission fortgesetzt werden.[4] Obschon den Verantwortlichen in Washington bewusst war, dass der Angriff auf die Maddox mit der Operation auf Hon Ngu und Hon Me im Zusammenhang stand, wurde ein erneuter Angriff durch ein südvietnamesisches Kommando gestartet. Am 3. August wurden erstmals Ziele auf dem Festland angegriffen.

In Washington verhandelten unterdessen Präsident Johnson und sein Verteidigungsminister Robert McNamara über das weitere politische Vorgehen. Dabei ging es vor allem darum, wie weit der US-Kongress über die Hintergründe der durch die Medien bekannt gewordenen Vorfälle um die Maddoxinformiert werden sollte. Johnson wies McNamara schließlich an, das Parlament auch von der Unterstützung für die Schnellbootoperationen gegen Nordvietnam zu unterrichten. Allerdings sei es wichtig zu betonen, dass die Nordvietnamesen zuerst angegriffen hätten. Außerdem betonte Johnson, dass die Aufklärungsoperationen fortgesetzt werden sollten. Auch als McNamara Johnson wenige Stunden später auf der Grundlage von durch den NSA abgehörtem nordvietnamesischem Funk über einen vermutlich bevorstehenden erneuten Angriff auf das Schiff unterrichtete, blieb der Präsident bei dieser Anweisung. McNamara empfahl, auf einen zweiten Angriff mit Vergeltungsschlägen zu antworten.

Eine Stunde später, am Abend des 4. August, gab McNamara eine Meldung von Admiral Ulysses S. Grant Sharp, Kommandeur der Einsatzgruppe Pazifik, an Johnson weiter, wonach die beiden Schiffe weiter südlich unter erneutem Torpedobeschuss lägen. Auf die Nachfrage des Präsidenten konnte er die Angreifer nicht genau identifizieren, erklärte aber, dass die Torpedos vermutlich von nordvietnamesischen Schiffen kämen. In seinen Memoiren schrieb der Verteidigungsminister später, dass er trotz mehrfacher Nachfrage keine exakten Informationen aus dem Einsatzgebiet bekommen und sich auf eine gleichlautende Einschätzung Sharps verlassen habe. Woher diese Einschätzung kommt, ist bis heute umstritten. Möglicherweise stützte Sharp sich lediglich auf die NSA-Berichte vom Nachmittag. In historischen Untersuchungen des NSA-Historikers Robert Hanyok aus dem Jahr 2001 wurden diese Berichte als „gefälscht“ bezeichnet. NSA-Mitarbeiter hätten gezielt einen Bericht „produziert“, der auf einen zweiten Angriff habe hinweisen sollen, um eigene zuvor gemachte Fehler zu vertuschen.

Wenige Stunden später gab Johnson den Befehl zu Vergeltungsschlägen mit Luftangriffen auf nordvietnamesische Hafenanlagen und Flugabwehrstellungen.

Am 5. August wurden von etwa 30 trägergestützten Flugzeugen Angriffe auf nordvietnamesische Marinestützpunkte in Hon Gay, Loc Tschad, Phuc Loi, Vinh und Quang Khe geflogen. Kurz vor dem Beginn der Bombardierung hatte Präsident Johnson in einer Fernsehansprache die Angriffe angekündigt, wobei er sich auf das Recht der Verteidigung gegen unprovozierte nordvietnamesische Angriffe berief.

Spätere Aussagen von Beteiligten lassen darauf schließen, dass am 4. August kein Gefecht stattgefunden hatte bzw. dass die Maddox und dieTurner Joy auf nicht vorhandene Gegner gestoßen waren. Allerdings sind auch nach der Veröffentlichung der von Hanyoks zunächst geheim gehaltenen Untersuchung im Herbst 2005 nicht alle Akten über den Tonkin-Zwischenfall für die Öffentlichkeit zugänglich.

Tonkin-Resolution[Bearbeiten]

Präsident Lyndon B. Johnson, der im selben Jahr in seinem Amt durch Präsidentschaftswahlen bestätigt werden wollte, nutzte den Zwischenfall, um die US-amerikanische Beteiligung am Vietnamkrieg zu legitimieren. Verteidigungsminister Robert McNamara stritt vor dem US-Kongress einen Zusammenhang mit den südvietnamesischen Kommandos ab und bezeichnete die nordvietnamesischen Angriffe daher als unprovoziert. Am 7. August verabschiedete der Kongress die Tonkin-Resolution. Diese gab der US-Regierung die Vollmacht, „alle notwendigen Schritte zu unternehmen, einschließlich des Gebrauchs bewaffneter Gewalt, um jedes Mitglied […] des Südostasiatischen Kollektiven Verteidigungsvertrages […] in der Verteidigung seiner Freiheit“ zu unterstützen. Die Resolution wurde im Repräsentantenhaus mit 416 zu 0, imSenat mit 88 gegen zwei Stimmen angenommen. Damit konnte die US-Regierung Truppen nach Vietnam entsenden, ohne offiziell eineKriegserklärung aussprechen zu müssen. Ein Mitarbeiter im State Department bezeichnete dies als das „funktionale Äquivalent einer Kriegserklärung“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tim WeinerCIA: Die ganze Geschichte, 2007, deutsche Ausgabe Frankfurt/Main 2008, Seite 326-330
  • James Bamford: NSA – Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2002 (ab Seite 356).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Tim Weiner, 2008, Seite 330. Weiner zitiert dort etliche Zeilen aus dem „Eingeständnis“ der NSA, ein Angriff durch Nordvietnam habe nicht stattgefunden, er sei vorgetäuscht worden.
  2.  Donald E. Schmidt: The Folly of War – American Foreign Policy, 1898-2004. Algora Publishing, 2005, ISBN 0875863833S. 264
  3.  Bamford; NSA – Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt; München 2002; S.372
  4.  Bamford; NSA – Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt; München 2002; S.373

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gulf of Tonkin Incident – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

http://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall

 

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: