Frankreich, das im 20. Jahrhundert Syrien über 25 Jahre kolonialisiert hat, spricht sich für völkerrechtswidrige Gewalt gegen Syrien aus! Frankreich forderte nicht die unmittelbare Einberufung einer Friedenskonferenz, um dem Massaker, dem vor allem Zivilisten zum Opfer fallen, ein friedliches Ende zu bereiten! Ein mühsamer, aber der einzige Weg zu Frieden und Stabilität langsam aufzubauen! Die Militärinterventionen des Westens in Irak, Afghanistan und Libyen haben für die Menschen nur noch mehr Leid gebracht! Aber viele haben daraus noch keine Schlüsse gezogen oder wollen aus Profit- und Machtgier keine Schlüsse ziehen! Frankreich hat eine Geschichte mit Syrien und zur Verhinderung der syrischen Unabhängigkeit viele Menschen getötet!

Frankreich fordert nach Giftgas-Berichten klares Signal an Syrien

22. August 2013, 10:09
  • Syrische Kinder mit Sauerstoffmasken. Ob sie tatsächlich einem Giftgasangriff zum Opfer gefallen sind, kann derzeit nicht überprüft werden.
    foto: reuters

    Syrische Kinder mit Sauerstoffmasken. Ob sie tatsächlich einem Giftgasangriff zum Opfer gefallen sind, kann derzeit nicht überprüft werden.

UN-Sicherheitsrat spricht von großer Eskalation – Armee setzt Offensive laut Rebellen fort

Paris – Frankreich hat ein internationales Signal der Stärke gefordert, sollten sich die Berichte über einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien bestätigen. Die internationale Gemeinschaft müsse in einem solchen Fall “mit Macht” reagieren, sagte Außenminister Laurent Fabius am Donnerstag dem Fernsehsender BFM. Sollte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen keine Entscheidung treffen können, müsste diese “auf anderem Wege” fallen. Die Frage nach einem Einsatz von Bodentruppen stelle sich aber nicht.

Der UN-Sicherheitsrat hatte in der Nacht eine Klärung der Angaben von Oppositionellen gefordert, wonach am Mittwoch zwischen 500 und 1300 Menschen bei einem Giftgasangriff bei Damaskus getötet wurden, darunter Frauen und Kinder. Eine explizite Untersuchung durch UN-Inspektoren verlangte das Gremium jedoch nicht. Dies scheiterte nach Angaben von UN-Diplomaten am Widerstand der Vetomächte Russland und China.

Untersuchung “so bald wie möglich”

Der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson bezeichnete den Vorfall als große Eskalation. Zwar gebe es bisher keine Bestätigung dafür, dass Giftgas eingesetzt worden sei, die Vorwürfe müssten aber “so bald wie möglich” untersucht werden. Die argentinische UN-Botschafterin Maria Cristina Perceval sagte als derzeitige Vorsitzende des UN-Sicherheitsrates, die 15 Staaten des Gremiums seien tief beunruhigt über die Vorwürfe. “Wir brauchen Klarheit über das, was sich zugetragen hat, und müssen die Lage weiter genau beobachten.” Auf eine gemeinsame Erklärung konnte sich der Rat, in dem die Assad-Unterstützer Russland und China ein Vetorecht haben, nicht einigen.

Bei dem massiven Bombardement hat das syrische Regime am Mittwoch nach Angaben von Rebellen Giftgas eingesetzt und hunderte Menschen getötet. Die Angaben verschiedener Gruppen zur Zahl der Opfer gingen extrem auseinander. Die Opposition sprach von bis zu 1.360 Toten und vielen hundert Verletzten. Auf Bildern waren zahlreiche Leichen zu sehen, darunter Frauen und Kinder. Die syrische Regierung verneinte entschieden, Giftgas in dem Gebiet eingesetzt zu haben. Sie bestritt aber nicht generell, dass die Armee Ziele im östlichen und südlichen Umland von Damaskus angegriffen hatte.

Uneingeschränkter Zugang zu allen Gebieten gefordert

Die internationale Gemeinschaft forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Es handle sich offensichtlich um ein entsetzliches Verbrechen, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Veranstaltung der “Stuttgarter Zeitung”. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verlangte, das UN-Team müsse uneingeschränkten Zugang zu allen Gebieten in Syrien haben, die sie besuchen wolle. Die Regierung und alle anderen Parteien in Syrien müssten mit der UN-Mission zusammenarbeiten. Auch die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei setzen sich für eine rasche Untersuchung ein.

Das US-Außenministerium wollte sich jedoch nicht auf eine Diskussion darauf einlassen, ob mit diesem Vorfall die von Präsident Barack Obama vorgegebene “rote Linie” für ein militärisches Eingreifen in Syrien überschritten wurde. “Ich spreche nicht über rote Linien, ich ziehe keine roten Linien”, betonte US-Außenamtssprecherin Jennifer Psaki. Obama hatte Syrien mit einem Angriff gedroht, sollte es Chemiewaffen einsetzen.

Kurzfristige Untersuchung wird nicht erlaubt

Der Chef des UN-Expertenteams, Ake Sellström, zeigte sich zu einer Untersuchung bereit. Die Vereinten Nationen haben nach Angaben des stellvertretenden Generalsekretärs Eliassons bereits mit der syrischen Regierung darüber gesprochen. “Momentan lässt die Sicherheitslage einen Zugang aber nicht zu.” Zudem will die syrische Regierung kurzfristig keinen Besuch der UN-Experten in dem umkämpften Gebiet östlich von Damaskus erlauben.

Der syrische Informationsminister, Omran al-Soabi, sagte im arabischsprachigen Programm des russischen Senders Russia Today, die Chemiewaffen-Experten könnten nicht einfach spontan den Bezirk Al-Ghuta Al-Sharkiya inspizieren. Dafür bedürfe es im Voraus einer “Vereinbarung mit der Regierung”.

Russland sieht “Provokation”

Russland bezeichnete die Giftgas-Berichte als Provokation. Die “voreingenommenen” Medien hätten wie auf Knopfdruck eine aggressive Informationskampagne gegen das Regime begonnen, teilte der Sprecher des Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, mit. Es sei gewiss kein Zufall, dass sich der Vorfall nach dem Beginn der UN-Expertenmission ereignet habe.

Der frühere Chef von UN-Waffeninspektoren im Irak, Rolf Ekeus, zeigte sich überrascht, dass der angebliche Giftgas-Einsatz mit der Mission der UN-Inspektoren zusammenfällt. Das wäre “nicht sonderlich schlau” vom syrischen Regime.

Schwerster Chemiewaffen-Angriff seit 1988

Der Großangriff von Mittwochfrüh mit Kampfflugzeugen, Raketen und Artillerie richtete sich gegen Rebellenhochburgen im Umland von Damaskus. Die lokalen Revolutionskomitees berichteten, betroffen seien vor allem der Bezirk Al-Ghuta Al-Sharkiya, der als Hochburg des Widerstandes gegen Präsident Bashar al-Assad gilt, sowie Moadhamiyat al-Sham.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre es der schwerste Chemiewaffen-Angriff seit 1988, als der damalige irakische Staatschef Saddam Hussein tausende Kurden in der Stadt Halabja mit Giftgas tötete.

Rebellen: Angriffe werden fortgesetzt

Unterdessen haben die Regierungstruppen nach Angaben von Rebellen ihre Offensive in der Region fortgesetzt. Die Wohnviertel Jobar und Samalka wurden demzufolge am Donnerstag mit Raketen und Granaten beschossen.

Raketen seien auch im nördlicher gelegenen Bezirk Kabun eingeschlagen sowie weiter südlich in Yarmuk, wo sich ein Flüchtlingslager für Palästinenser befindet, teilten Gegner von Präsident Assad mit. Im Bezirk Jobar, der nur drei Kilometer vom Altstadtkern von Damaskus entfernt liegt, seien auch Explosionen zu hören gewesen, die sich offenbar in Einrichtungen der Armee ereigneten, was auf einen Angriff der Rebellen hindeute. Nach Angaben der Aufständischen kam es außerdem entlang der Jobar-Samalka-Achse zu vereinzelten Gefechten. Einheiten der Opposition seien näher an Stellungen der Regierungstruppen herangerückt. (Reuters/APA, 22.8.2013)

http://derstandard.at/1376534280353/UNO-fordert-Klarheit-ueber-Giftgas-Vorwuerfe-gegen-Syriens-Regime

Syrien 1920 1946 1920 Besetzung durch französische Truppen und nach der Konferenz von Sanremo französisches Völkerbundmandat, 1944 autonom, 1946 vollständig unabhängig

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Kolonien

File:131Etendue de l'Empire Français.png

Die Zeit des Kolonialismus begann für Frankreich mit dem Erwerb der ersten Kolonien am Ende des 16. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert wurde Frankreich zur zweitgrößten Kolonialmacht der Welt. Nach 1945 zerfiel das französische Kolonialreich rasch. Der Auflösungsprozess beschleunigte sich in den 1950er Jahren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Kolonien

Völkerbundmandat für Syrien und Libanon

Mandatsflagge der Völkerbunds-Treuhandgebiete Syrien und Libanon

Das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon (französisch Mandat français en Syrie) wurde 1922 vom Völkerbund in Bestätigung der Beschlüsse der britisch-französischen Konferenz von San Remo (1920) an Frankreich erteilt. Es umfasste das Gebiet der heutigen Staaten Syrien undLibanon sowie der heutigen türkischen Provinz Hatay.

Das Mandat français en Syrie wurde nach dem Ersten Weltkrieg und dem Auseinanderbrechen desosmanischen Reiches geschaffen. In den Jahren 1919 und 1920 entsprechend dem Sykes-Picot-Abkommen, welches zwischen Großbritannien und Frankreich im Ersten Weltkrieg geschlossen worden war, erhielt Großbritannien das britische Mandat Mesopotamien auf dem Gebiet des heutigen Irak sowie das Völkerbundsmandat für Palästina, welches den südlichen Teil derosmanischen Provinz Syrien (Syrien, Palästina und Jordanien) umfasste, während Frankreich den Rest des osmanischen Syriens (das moderne Syrien, den Libanon und Hatay) kontrollierte.

Anfang der 1920er wurde britische und die französische Kontrolle über diese Gebiete durch ein Mandatsystem des Völkerbundes formalisiert und Frankreich bekam das Mandat über Syrien am 29. September 1923, welches neben dem modernen Syrien den modernen Libanon und Hatay (Alexandretta) umfasste.

Das französische Mandat bestand bis 1943, als zwei unabhängige Staaten Syrien und der Libanon aus dem, im osmanischen Reich ungeteilten Gebiet entstanden waren. Hatay wurde 1939 nach einem Referendum an die Türkei angeschlossen. Die französischen Truppen verließen Syrien und den Libanon im Jahr 1946.

Aufteilung des Mandatsgebietes

Arabisches Königreich Syrien[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Königreich Syrien

Mit der Niederlage der Armee des Osmanischen Reiches in den Vilayets Syrien und Beirut kamen gegen Ende des Ersten Weltkrieges 1918 britische Truppen unter Marshall Edmund Henry Allenby nach Damaskus, begleitet von den Unabhängigkeitskämpfern der Arabischen Revolte, die von Faisal, dem Sohn Scherif Husseins von Mekka, angeführt wurden. Im Oktober 1918 errichtete Faisal die erste arabische Regierung in Damaskus und benannte Rida Pascha al-Rikabi zum Militärgouverneur. Die neue arabische Regierung bildete in den größeren syrischen Städten örtliche Verwaltungen und die panarabische Flagge wurde in ganz Syrien gehisst. Die Araber vertrauten auf frühere britische Versprechungen, dass der neue arabische Staat das gesamte arabische Land von Aleppo im Nordsyrien bis Aden im Südjemen umfassen würde.

Vorderansicht des Mandatsdokuments 1922

Jedoch überließ General Allenby entsprechend dem geheimen Sykes-Picot-Abkommen zwischen Großbritannien und Frankreich der arabischen Regierung nur die Binnenregionen Syriens (die östliche Zone). Palästina (die südliche Zone) war Großbritannien vorbehalten und am 8. Oktober landeten französische Truppen in Beirut und besetzten die ganze syrische Küste bis Naqura (die westliche Zone); sie ersetzten dort britische Truppen und lösten umgehend die arabischen Regierungen der Region auf.

Die französische Regierung verlangte die vollständige Umsetzung des Sykes-Picot Vertrags und die Anerkennung der französischen Vorherrschaft über Syrien. Am 26. November 1919 zogen sich die britischen Truppen aus Damaskus zurück, um eine bewaffnete Auseinandersetzung mit dem Entente-Partner zu vermeiden und überließen die arabische Regierung den französischen Truppen.

Faisal reiste seit November 1918 mehrere Male nach Europa und versuchte ohne Erfolg, die Regierungen in Paris und London von einer Änderung ihrer Positionen zu überzeugen. Die französische Regierung besiegelte ihre Intervention in Syrien mit der Ernennung Henri Gourauds (1867–1946) zum Hochkommissar für das syrischeKilikien. Bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 wurde die Position Faisals noch prekärer, als sich die europäischen Mächte entschieden, die arabischen Forderungen zu ignorieren.

Im Juni 1919 kam die US-amerikanische King-Crane Commission nach Syrien, um die örtliche Meinung bezüglich der Zukunft des Landes zu erfragen. Das Untersuchungsgebiet der Kommission reichte von Aleppo bis Beerscheba. Es wurden 36 größere Städte aufgesucht, über 2.000 Delegationen aus mehr als 300 Dörfern empfangen und mehr als 3.000 Petitionen entgegengenommen. Die Ergebnisse bestätigten die Ablehnung des Mandats durch die Syrer wie auch der Balfour-Declaration und demgegenüber erhobene Forderung nach einem Großsyrienunter Einschluss Palästinas. Die Ergebnisse der Kommission wurden von Frankreich zurückgewiesen und von Großbritannien ignoriert.

Im Mai 1919 wurden Wahlen für einen Allgemeinen Syrischen Kongress abgehalten. 80% der Sitze gingen an die Konservativen. Zur Minderheit gehörten dynamische arabische Nationalisten wie Dschamil Mardam-BeySchukri al-Quwatli, Ahmad al-Qadri, Ibrahim Hananu und Riad as-Solh.

Faisal mit T. E. Lawrence und der Hejaz-Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz 1919

Unruhen brachen in Syrien aus, als Faisal einen Kompromiss mit Georges Clemenceau und Chaim Weizmann bezüglich der jüdischen Immigration nach Palästina fand. Es wurde für Antihaschemititismus demonstriert und die moslemischen Einwohner um die Höhen des Libanonrevoltierten aus Furcht, sie würden gegen ihren Willen in einen neuen – hauptsächlich christlichen – großlibanesischen Staat integriert.

Im März 1920 nahm der syrische Nationalkongress in Damaskus unter dem Vorsitz von Haschim al-Atassi eine Resolution an, welche die Vereinbarungen Faisals mit Clemenceau zurückwies. Der Kongress erklärte die Unabhängigkeit Syriens in seinen natürlichen Grenzen einschließlich Palästinas, proklamierte König Faisal zum König der Araber, eine Wirtschaftsgemeinschaft mit dem benachbarten Irak und forderte ebenso dessen Unabhängigkeit. Am 9. Mai 1920 wurde eine neue Regierung von Ali Rida ar-Rikabi gebildet.

Als Folge des Vertrages von Sèvres übertrug der Völkerbund am 25. April 1920 Frankreich das Mandat über Syrien einschließlich der Libanon-Höhen und Großbritannien das Mandat über Palästina einschließlich Jordaniens und des Iraks. Die Syrer reagierten darauf mit gewalttätigen Demonstrationen und der Bildung einer neuen Regierung unter Haschim al-Atassi am 7. Mai 1920. Die neue Regierung beschloss eine allgemeine Mobilmachung und begann, eine Armee aufzustellen.

Banknote über 25 syrische Piaster, ausgegeben 1919 in Beirut durch die Banque de Syrie. Die Banque de Syrie, später in Banque de Syrie et le Grand Libanumbenannt, setzte die Ausgabe von Banknoten für Syrien und den Libanon bis in die 1950er Jahre fort.

Diese gewalttätigen Demonstrationen riefen feindliche Reaktionen beim französischen Besatzungsheer wie auch beim maronitischen Patriarchen des Libanonberges hervor, welcher die Entscheidungen als Staatsstreich bezeichnete. In Beirut bezog die christliche Presse Opposition gegen die Entscheidungen der Regierung Faisals. Die libanesischen Nationalisten profitierten von der Krise und überzeugten einen Rat aus christlichen Personen in Baabda am 22. März 1920, die Unabhängigkeit des Libanons zu proklamieren.

Französische Zeichnung von Damaskus 1920

Am 14. Juli 1920 stellte General Gouraud Faisal ein Ultimatum und ließ ihm die Wahl zwischen Unterordnung und Abdankung. Faisal erkannte, in der schwächeren Position zu sein und wählte die Zusammenarbeit. Sein junger Kriegsminister Yusuf al-Azma verweigerte ihm jedoch die Gefolgschaft und traf in der Schlacht von Maysalun auf die Franzosen, die unter General Mariano Goybet in weniger als einem Tag siegten. Al-Azma fiel in der Schlacht zusammen mit den meisten seiner Getreuen. General Goybet zog am 24. Juli 1920 siegreich in Damaskus ein.

Als die französischen Truppen im Libanon an Land gingen, wurden sie von der christlichen Gemeinde als Befreier begrüßt, in Syrien stießen sie jedoch auf starken Widerstand. Erst 1923 konnte Frankreich die ausbrechenden Aufstände in den alawitischen Gebieten des Dschebel ad-Duruz und in Aleppo niederschlagen und erlangte die volle Kontrolle über ganz Syrien.

Das Mandat[Bearbeiten]

Nach der Konferenz von Sanremo und der Niederlage von Faisals Monarchie bei der Schlacht von Maysalun teilte der französische General Henri Gouraud das Mandat von Syrien in sechs Staaten. Es handelte sich um den Staat von Damaskus 1920, den Staat von Aleppo 1920, den Staat der Alawiten 1920, den Staat der Dschebel ad-Duruz 1921, den autonomen Sandschak Alexandrette 1921 und den Staat Großlibanon 1920, aus welchem später der moderne Libanon wurde.

Flagge der syrischen Bundes (1922–1924) und des folgenden Staates von Syrien (1924–1930).

Im Juli 1922 errichtete Frankreich einen losen Bund zwischen drei dieser Staaten: Damaskus, Aleppo und den Alawiten unter dem Namen syrischer Bund (Fédération syrienne). Dschebel ad-Duruz, Sandschak Alexandrette und Großlibanon waren nicht Teil dieses Bündnisses. Am 1. Dezember 1924 trennte sich der Staat der Alawiten vom Bündnis ab, als der Staat von Aleppo und der Staat von Damaskus zum syrischen Staat verbunden wurden.

1925 weitete sich eine von Sultan al-Atrash angeführte drusische Revolte in Dschebel ad-Duruz auf andere syrische Staaten aus und wurde zum allgemeinen Aufstand in Syrien. Mitte Juli 1925 eroberten die Aufständischen den kleinen Ort Salchad, zwei Wochen später die Distriktshauptstadtas-Suwaida. Die französischen Truppen erlitten Verluste von mehreren hundert Mann. Die Unruhen dauerten bis zum Frühjahr 1928. Das französische Militär versuchte sich zu revanchieren, indem es das Parlament von Aleppo dazu drängte, die Trennung von Damaskus zu erklären, was jedoch durch syrische Patrioten zum Scheitern gebracht wurde. Am 14. Mai 1930 erklärte sich der syrische Staat zur Republik (→ Syrische Republik) und eine neue Verfassung wurde erlassen. 1932 zeigte die Flagge drei rote Sterne, welche die drei Distrikte Damaskus, Aleppo und Deir ez-Zor darstellten. 1936 wurden ein französisch-syrischer und ein französisch-libanesischer Unabhängigkeitsvertrag unterzeichnet. Die Verträge nach dem Modell des anglo-irakischen Vertrags von 1930 sollten die Staaten im Kriegsfall an Frankreich binden, im Gegenzug wurde ihnen die Unabhängigkeit und Aufnahme in den Völkerbund zugesichert. Bis 1940 wurden die Unabhängigkeitsverträge nicht vom französischen Parlament ratifiziert; auch unter dem Vichy-Regime wurden sie nicht ratifiziert. Jedoch erlaubte der Vertrag Dschebel ad-Duruz, den Staat der Alawiten, welcher nun Latakia genannt wurde, und Alexandrette in den folgenden beiden Jahren in die syrische Republik integriert zu werden. Der Großlibanon, nun die libanesische Republik, war der einzige Staat, welcher der syrischen Republik nicht beitrat. Haschim al-Atassi war der erste gewählte Präsident unter der neuen Verfassung, welche nach dem Unabhängigkeitsvertrag angenommen wurde. 1938 wurde der Staat Hatay ausgerufen, der sich 1939 nach einem entsprechenden Abkommen zwischen der Türkei und Frankreich sowie einem Beschluss seines Parlamentes der Türkei anschloss. Syrien erkannte die Einverleibung Hatays, in dem die Araber gegenüber den Türken eine Mehrheit bilden, in die Türkei nicht an, und die Angelegenheit wird bis heute diskutiert[1].

Mit der Niederlage Frankreichs 1940 im Zweiten Weltkrieg kam Syrien unter die Kontrolle des Vichy-Regimes, bis die britischen und die Truppen von France libre das Land im Juli 1941 im Syrisch-Libanesischen Feldzug besetzten. Syrien proklamierte seine Unabhängigkeit 1941 erneut, jedoch wurde es bis zum 11. Januar 1944 nicht als unabhängige Republik anerkannt. Syrien und Libanon gehörten 1945 zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen. Fortgesetzter Druck syrisch-nationalistischer Gruppen und Großbritanniens zwang die französische Regierung von Charles de Gaulle, ihre letzten Truppen am 17. April 1946 abzuziehen.

Hochkommissare[Bearbeiten]

General Gouraud überquert Aleppo am 13. September 1920

Generaldelegierte[Bearbeiten]

Staatenbildung unter dem französischen Mandat[Bearbeiten]

Während des französischen Mandates wurden verschiedene Staaten, in dem vorher geeinten ottomanischen Syrien, gebildet. Für diese Staatenbildungen wurden vorrangig verschiedene sektionistische Strömungen in Syrien genutzt. Jedoch standen alle syrischen Fraktionen dem französischen Mandat und der Teilung welche dieses schuf, feindlich gegenüber. Dies wurde durch zahlreiche teilweise sehr blutige Aufstände gegen die französischen Truppen in ganz Syrien aufgezeigt.

Die Gemeinde der maronitischen Christen am Libanonberg dagegen genossen alte Verbindungen und gute Beziehungen zu Frankreich. Deshalb bildete der Libanon eine Ausnahme bei den neu gebildeten Staaten. Zugleich wurde die Syrisch-Libanesische Kommunistische Parteiim gesamten Mandatsgebiet gegründet, um die Unabhängigkeit von Frankreich zu erreichen.

État de Grand Liban[Bearbeiten]

Flagge des Großlibanon während des französischen Mandates.

Flagge des Staates der Alawiten während des französischen Mandates.

Flagge des Drusenstaates während des französischen Mandates.

Flagge des État d’Alep

Flagge des l’État de Damas.

Am 1. September 1920 proklamierte General Gouraud den Großlibanon.

Der Großlibanon wurde von den französischen Truppen gebildet um einen “safe haven” für die maronitische Bevölkerung des Mutasarrifia, den osmanischen Verwaltungsbezirk des Libanonberges zu haben. Das Gebiet besaß eine maronitische Mehrheit und erfreute sich einer variierenden Autonomie während des ottomanischen Reiches. Jedoch umfasste Großlibanon neben dem Libanonberg andere hauptsächlich moslemische Regionen, welche nicht zur maronitischen Mutasarrifia gehörten, daher das Attribut Groß. Diese Gebiete entsprechen heute dem Nord-Libanon, dem Südlibanon, der Bekaa-Ebene und Beirut, die Einbindung von Tripoli dem früheren Haupthafen von Syrien, ist ein großer wirtschaftlicher Verlust für Syrien.

Die Hauptstadt des Großlibanons war Beirut. Der neue Staat zeigte eine Flagge mit der Zeder des Libanonberges auf der französischen Trikolore.

Die Moslems in Großlibanon lehnten den neuen Staat seit seiner Gründung ab. Sie boykottierten die Volkszählung 1922 und weigerten sich ihre neuen Ausweise anzunehmen bis General Gouraud zustimmte, vom Ausweis einen Eintrag herauszunehmen, welcher eine libanesische Staatsbürgerschaft behauptete. Die fortgesetzte Forderung der Moslems der Wiedervereinigung mit Syrien kulminierte zur Libanonkrise 1958 zwischen Moslems und Christen, als die Moslems der neu proklamierten Vereinigten Arabische Republik beitreten wollten, während die Christen dies streng ablehnten. Am 23. Mai 1926 wurde aus dem Staat Großlibanon die libanesische Republik mit eigener Verfassung.

État des Alaouites[Bearbeiten]

Der Alawitenstaat befand sich an der syrischen Küste und bestand aus etwa 278.000 Personen, welche mehrheitlich Alawiten, einem Zweig des schiitischen Islams waren. Die Hafenstadt Latakia war seine Hauptstadt. Anfangs war es eine autonomes Gebiet unter französischer Herrschaft bekannt als Territoire des Alaouites, Er wurde 1922 Teil der Fédération syrienne, verließ aber diesen Bund 1924 wieder und wurde der État des Alaouites. Am 22. September 1930 wurde dieser umbenannt in Gouvernement Indépendant de Lattaquié. Das Gouvernement Indépendant de Lattaquié trat am 5. Dezember 1936 der République syrienne bei.

Dieser Staat erlebte einige Aufstände gegen die französische Besatzung. Der bekannteste Aufstand wurde von Salih al-Ali einem anti-französischen Alawiten geführt.

Djébel druze[Bearbeiten]

Der Drusenstaat bestand in Südsyrien unter französischem Mandat zwischen 1921 und 1936 und wurde von mehrheitlich von 50.000 Drusen bewohnt.

Zunächst hieß das Gebiet État Souaida, wurde später aber in État de la Montagne druzeumbenannt. Die Hauptstadt des Drusenstaats war as-Suwaida.

État d’Alep[Bearbeiten]

Der Staat von Aleppo umfasste in der Mehrheit Sunniten. Er umfasste neben dem fruchtbaren Becken des Euphrats von Ostsyrien, Nordsyrien. In diesen Regionen befindet sich ein großer Teil der landwirtschaftlichen Produktion und der Bodenschätze Syriens. Der autonome Sandschak von Alexandrette kam 1923 zum Staat von Aleppo. Die mehrheitlich sunnitische Bevölkerung des Staates von Aleppo opponierte heftig gegen die Teilung Syriens. 1925 vereinte Frankreich die Staaten von Aleppo und Damaskus in den Staat Syrien.

État de Damas[Bearbeiten]

Der Staat Damaskus gehörte zum französischen Mandat zwischen 1920 und 1925, seine Hauptstadt war Damaskus.

Sandjak d’Alexandrette[Bearbeiten]

Der Sandschak Alexandrette war von 1921 bis 1923 unter dem französisch türkischen Vertrag vom 20. Oktober 1921 autonom, wegen einen wichtigen türkischen Gemeinde neben Arabern verschiedener religiöser Widmung: Sunniten, Alawiten, Syrisch-Orthodoxe Christengriechisch-orthodoxe Christengriechische-Katholiken,Maroniten. Ebenso gab es jüdische, assyrische, kurdische, armenische und griechische Gemeinden. 1923 wurde Alexandrette an den Staat von Aleppo angeschlossen und 1925 wurde es dem französischen Mandat in Syrien direkt unterstellt mit weiterhin besonderem Verwaltungsstatus.

Die Wahlen vom 1936 im Sandschak brachte zwei Abgeordnete, welche die Unabhängigkeit Syriens von Frankreich bevorzugten, was mit kommunalen Aufständen beantwortet wurde wie auch mit leidenschaftlichen Artikeln in der türkischen und der syrischen Presse. Dies wurde Gegenstand einer Beschwerde beim Völkerbund durch die türkische Regierung von Mustafa Kemal Atatürk über die angeblichen Misshandlungen der türkischen Bevölkerung in dem Gebiet. Atatürk verlangte, dass Alexandrette Teil der Türkei würde, er behauptete, die Mehrheit ihrer Einwohner sei Türken. Im November 1937 wurde dem Sandschak, durch eine Vereinbarung, welche durch den Völkerbund gemakelt wurde, Autonomie gegeben. Unter diesem neuen Status wurde der Sandschak auf dem diplomatischen Niveau gesondert aber nicht abgetrennt vom französischen Mandat in Syrien und in Verteidigungsangelegenheiten mit beiden Frankreich und der Türkei verbunden.

Die Verteilung der Sitze in der Vertretung des Sandschak basierte auf einer Zählung von 1938 welche durch die französische Obrigkeit unter internationaler Beobachtung durchgeführt wurde: von 40 Sitzen wurden 22 den Türken gegeben, neun Alawiten, fünf Armeniern, zwei Sunniten, zwei christlichen Arabern. Diese Vertretung wurde im Sommer 1938 bestellt und der französisch-türkische Vertrag welcher den Status des Sandschaks festlegte wurde am 4. Juli 1938 unterzeichnet.

Die Flagge des Staates Hatay 1938-1939.

Am 2. September 1938 proklamierte sich der Sandschak von Alexandrette als Staat Hatay und begründete dies mit den ausgebrochenen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Araber.

Die Republik bestand ein Jahr unter französischer und türkischer Militärüberwachung. Der NameHatay war von Atatürk vorgeschlagen worden, und die Regierung war unter türkischer Kontrolle. Der Präsident Tayfur Sökmen wurde 1935 in die türkische Nationalversammlung gewählt, in der erAntalya vertrat. Ministerpräsident Dr. Abdurrahman Melek war ebenfalls in die Große Nationalversammlung der Türkei gewählt worden, er vertrat 1939 Gaziantep, während er noch den Posten des Ministerpräsidenten innehatte.

Nach einem Referendum 1939 wurde die Republik Hatay eine Provinz der Türkei.

Evolution des Völkerbundmandates für Syrien und Libanon[Bearbeiten]

Vilâyet Beirut Vilâyet Aleppo Vilâyet Syrien Sandschak Zor
Occupied Enemy Territory Administration North
(Territorialverwaltung des besetzen feindlichen Gebietes-NORD)
Occupied Enemy Territory Administration East
(Territorialverwaltung des besetzen feindlichen Gebietes-OST)
Flag of Kingdom of Syria (1920-03-08 to 1920-07-24).svg
Königreich Syrien
(1920)
Lebanese French flag.svg
Großlibanon(1920-46)
Latakiya-sanjak-Alawite-state-French-colonial-flag.svg
Alawitenstaat(1920-36)
Flag of the State of Aleppo.svg
Staat Aleppo
(inkl. Sandschak Alexandrette)
(1920-24)
Flag of the State of Damascus.svgStaat Damaskus
(1920-24)
Flag of Jabal ad-Druze (state).svgDrusenstaat
(1921-36)
Flag of Syria French mandate.svg
Staat Syrien
(1924-30)
Syria-flag 1932-58 1961-63.svg
Syrische Republik
(1930-58)
Hatay flag.svg
Staat Hatay
(1938-39)
Libanon Türkei Syrien

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Dalal Arsuzi-Elamir: Arabischer Nationalismus in Syrien. Zakī al-Arsūzī und die arabisch-nationale Bewegung an der Peripherie Alexandretta/Antakaya 1930–1938. (= Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas, Band 9), Lit, Münster 2003, ISBN 3-8258-5917-7, S. 25.http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbundmandat_f%C3%BCr_Syrien_und_Libanon

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