Lady Gaga: Das Urteil gegen Bradley Manning ist verheerend: «Wenn wir selber nicht mehr laut über Ungerechtigkeit reden können, wer dann?” Der Gitarrist der Band Rage Against The Machine, Tom Morello (49), twitterte: «Wir verfolgen aggressiv diejenigen, die Kriegsverbrechen aufdecken, und schützen sorgsam jene, die sie begehen.» Andere Prominente erklären auf Online-Videos: «I am Bradley Manning»! Ist Bradley Mannings “Entschuldigung” erpresst worden, um ihn und alle, die gegen willkürliches Töten von Zivilisten für die Herrschaft der westlichen Konzerne sind, zu erniedrigen?

Stars wie Lady Gaga kritisieren Manning-Urteil

Berlin/New York (dpa) – Stars wie Lady Gaga (27) haben bestürzt auf die 35-jährige Haftstrafe für den Wikileaks-Informanten Bradley Manning reagiert.

«Die Nachricht von Bradley Mannings Verurteilung ist verheerend», schrieb die Popsängerin bei Twitter, wo ihr fast 40 Millionen Menschen folgen. «Wenn wir selber nicht mehr laut über Ungerechtigkeit reden können, wer dann? Wie werden wir jemals mehr vorankommen?»

Der Gitarrist der Band Rage Against The Machine, Tom Morello (49), twitterte: «Wir verfolgen aggressiv diejenigen, die Kriegsverbrechen aufdecken, und schützen sorgsam jene, die sie begehen.»

Der Soldat Bradley Manning (25) hatte als Geheimdienst-Analyst des US-Heeres im Irak Hunderttausende vertrauliche Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks gegeben, darunter auch ein Video, das einen Hubschrauberangriff auf Zivilisten zeigt. Am Mittwoch gab ein Militärgericht in Fort Meade bei Washington dafür das Strafmaß bekannt.

Schon vor Wochen hatten sich US-Prominente wie der Regisseur Oliver Stone («JFK – Tatort Dallas») oder die Schauspieler Maggie Gyllenhaal demonstrativ hinter den Wikileaks-Informanten gestellt und ein Online-Video mit dem Motto «I am Bradley Manning» (Ich bin Bradley Manning) veröffentlicht.

Tweet von Lady Gaga http://www.rga-online.de/rga_131_110390390-1-_Stars-wie-Lady-Gaga-kritisieren-Manning-Urteil.html 

Tweet von Tom Morello

Der Schock bei den Anhängern von Wikileaks-Informant Bradley Manning sitzt tief. Das Urteil, 35 Jahre Gefängnis, war für viele seiner Unterstützer zu viel. Nach der Urteilsverkündung brachen einige von ihnen in Tränen aus, andere machten ihrem Unmut Luft. Auch Popstar Lady Gaga kritisierte das Urteil als, so wörtlich, verheerend. Andere waren einfach nur traurig. “Ich bin sehr traurig, wütend und enttäuscht”, sagte einer der Unterstützer. “Mein Herz blutet. Menschen haben nach der Urteilsverkündung geweint. Es ist doch ein Verbrechen einen jungen Mann für so lange Zeit wegzusperren.”

Richterin Denise Lind blieb mit ihrem Urteil weit unter den von den Anklägern geforderten 60 Jahren Haft für Bradley Manning. Ihm hatte sogar eine maximale Strafe von 90 Jahren gedroht. Nach der Urteilsverkündung sagte Verteidiger David Combs:

“Es ist an der Zeit, das Leiden von Bradley zu beenden. Es ist an der Zeit, dass unser Präsident sich darauf besinnt, Whistleblower zu beschützen anstatt sie zu bestrafen. Es ist an der Zeit, dass der Präsident Bradley Manning begnadigt.”

Doch sicherlich wird es vorerst kein Pardon für Manning geben, auch aus politischen Gründen.

euronews-Korrespondent Stefan Grobe berichtet aus Maryland: “Das Urteil ist eine verstörende Botschaft an Edward Snowden, einen weiteren jungen Geheimnisverräter, der jüngst politisches Asyl in Russland erhalten hat. Schuldig oder nicht: Amerika schuldet Manning und Snowden eine breite Debatte über Regierungsgeheimnisse.”

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Schon vor Wochen hatten sich US-Prominente wie der Regisseur Oliver Stone (“JFK – Tatort Dallas”) oder die Schauspieler Maggie Gyllenhaal demonstrativ hinter den Wikileaks-Informanten gestellt und ein Online-Video mit dem Motto “I am Bradley Manning” (Ich bin Bradley Manning) veröffentlicht.

Videos von I am Bradley Manning:

http://www.bing.com/videos/search?q=i+am+bradley+manning&qpvt=i+am+bradley+manning&FORM=VDRE

 

“Ich habe geglaubt, dass ich die Welt verbessern kann”, sagte Bradley Manning vor dem Militärgericht bei Washington. “Ich bereue die unbeabsichtigten Folgen meines Handelns” , sagte der 25jährige Obergefreite weiter. “Es tut mir leid, dass ich Menschen geschadet habe. Es tut mir leid, dass ich den Vereinigten Staaten geschadet habe.”

Das Verfahren gegen Manning befindet sich in der Phase, in der das Strafmaß festgelegt wird. Wollte der Angeklagte mit seiner Entschuldigung Einfluss auf die Richterin nehmen und eine geringere Strafe erwirken? Oder handelt es sich um den Ausdruck wirklich empfundener Reue? Die Einschätzung des Prozesses gegen den Wikileak-Informanten und seine Motive bleibt umstritten.

Die Enthüllungsplattform, der Manning hunderttausende Geheimdokumente zugespielt hatte, glaubt, die Entschuldigung sei unter Zwang zustande gekommen. Ineiner Mitteilung erklärte Wikileaks, Manning sei während der Haft misshandelt worden. Die erzwungene Entschuldigung diene einzig dazu, ihn zu erniedrigen. Manning sei eine Symbolfigur für menschlichen Widerstand und Mut, so Wikileaks, er müsse sofort aus der Haft entlassen werden.

Das Material, das Manning Wikileaks 2010 zuspielte, machte die Website und ihren Gründer Julian Assange weltberühmt. Manning war damals im Irak stationiert und die veröffentlichten Geheimdokumente vermittelten ein bis dahin unbekanntes Bild vom Krieg gegen Saddam Hussein. Viele waren schockiert von Videoaufnahmen, die aus einem US-Kampfhubschrauber gemacht wurden und zeigen, wie zwölf Menschen erschossen werden, darunter, wie sich später herausstellte, zwei Jounalisten.

Kriegsgegnern und Internetaktivisten gilt Manning als Verteidiger der Informationsfreiheit. Die Anklagevertreter bezeichneten ihn als einen arroganten Soldaten, der al-Kaida unterstützt und den USA geschadet habe.

Mannings Verteidiger erklärten sein Verhalten mit dem Stress, dem er während des Kriegseinsatzes in Irak ausgesetzt war und mit seinen Persönlichkeitsproblemen. Er sei wegen seiner sexuellen Orientierung zunehmend in Isolation geraten.

Bradley Manning droht eine Höchststrafe von 90 Jahren. Ob er jemals wieder aus dem Gefängnis entlassen wird, entscheidet sich noch in diesem Monat. Seiner Richterin sagte Manning: “Ich weiß, dass ich für meine Entscheidungen einen Preis zahlen muss.”

Mannings Motive für sein Handeln bilden die Grundlage für das Urteil des Gerichts. Es muss entscheiden, ob er als Vaterlandsverräter, Kämpfer für Informationsfreiheit oder überforderter junger Soldat gehandelt hat.

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