Assad: Die Behauptung, dass wir Chemiewaffen eingesetzt haben ist “Unsinn” und “eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands”. Die Vorwürfe sind “unlogisch und politisch motiviert”. Der der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte, dass eine US-Militärintervention schwerwiegende Folgen für “die ganze Region des Nahen Ostens und Nordafrikas” haben könne. Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat die USA eindringlich vor einem Militärangriff auf sein Land gewarnt. Die US-Angriffspläne seien “zum Scheitern verurteilt, so wie alle Kriege, die sie seit Vietnam begonnen haben”

Assad: US-Angriffspläne “zum Scheitern verurteilt”

26. August 2013, 10:01
  • Syriens Präsident Assad spricht mit "Iswestija"-Journalisten in Damaskus.

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    Syriens Präsident Assad spricht mit “Iswestija”-Journalisten in Damaskus.

  • Dabei warnt er die USA eindringlich vor einem Militärangriff.

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    foto: epa/sana

    Dabei warnt er die USA eindringlich vor einem Militärangriff.


  • Die UN-Inspektoren machen sich auf den Weg zum angeblichen Tatort.

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    foto: reuters/khaled al-hariri

    Die UN-Inspektoren machen sich auf den Weg zum angeblichen Tatort.

Syriens Präsident: Giftgas-Vorwürfe sind “Beleidigung des gesunden Menschenverstands” – UN-Inspektoren unterwegs zu angeblichem Tatort

Damaskus – Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat die USA eindringlich vor einem Militärangriff auf sein Land gewarnt. Die US-Angriffspläne seien “zum Scheitern verurteilt, so wie alle Kriege, die sie seit Vietnam begonnen haben”, sagte Assad in einem Montag veröffentlichten Interview mit der russischen Tageszeitung “Iswestija”. Vorwürfe, seine Armee habe Giftgas eingesetzt, wies Assad energisch als “Unsinn” zurück.

“Was in Syrien passiert, ist keine Volksrevolution und keine Forderung nach Reformen. Das ist Terrorismus”, betonte der Machthaber. Dass der Westen nun behaupte, seine Armee habe Chemiewaffen gegen die Aufständischen eingesetzt, sei “eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands”. Die Vorwürfe seien “unlogisch und politisch motiviert”.

Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte vor einer US-Militäraktion. Lawrow habe seinem US-Kollegen John Kerry gesagt, dass ein solches Vorgehen “extrem gefährliche Folgen” haben würde, teilte das russische Außenministerium mit. In einem Telefongespräch am Sonntag habe Lawrow Kerry erklärt, Russland sei “zutiefst besorgt” über jüngste US-Äußerungen zu einem Eingreifen in Syrien. Das könne schwerwiegende Folgen für “die ganze Region des Nahen Ostens und Nordafrikas” haben.

London bereitet sich auf Militärintervention vor

Großbritannien bereitet sich ungeachtet dessen auf einen militärischen Einsatz vor. Die britische Regierung schließt nach eigenen Angaben nicht mehr aus, das Parlament aus der Sommerpause zu holen, um über einen Militärschlag gegen Syriens Regime abzustimmen. Eine entsprechende Forderung hatte es aus beiden großen Parteien im Unterhaus gegeben. Ein Regierungssprecher sagte aber auch, dass die Regierung sich die Möglichkeit erhalten müsse, “sehr schnell zu handeln, wenn nötig”.

Noch am Montag soll sich einem Bericht der “Times” zufolge Militärstabschef Nick Noughton mit seinem US-Kollegen Martin Dempsey treffen. Laut “Times” favorisieren die Militärs gegenwärtig einen einmaligen Beschuss syrischer Stellungen von Schiffen aus.

Türkei würde sich an “Koalition” beteiligen

Die Türkei ist bereit, sich an einer militärischen Koalition gegen das syrische Regime zu beteiligen. Sein Land sei zwar dafür, auf Grundlage von UN-Entscheidungen zu handeln, zitierten türkische Medien am Montag Außenminister Ahmet Davutoglu. Wenn es im Weltsicherheitsrat aber keine Entscheidung gebe, kämen Alternativen auf den Tisch. “Derzeit diskutieren 36 oder 37 Staaten diese Alternativen. Falls in diesem Prozess eine Koalition gegen Syrien entsteht, würde die Türkei in dieser Koalition ihren Platz einnehmen”, sagte Davutoglu.

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte indes, dass die Entscheidung über die westliche Reaktion auf den vermutlichen Giftgaseinsatz in den kommenden Tagen fallen werde. In einem Interview mit dem Radiosender Europe 1 betonte er, dass noch keine Entscheidung getroffen worden sei.

Hague: Beweise womöglich vernichtet

Der britische Außenminister William Hague befürchtet unterdessen, dass Beweise für einen Giftgasangriff bereits vernichtet sein könnten. “Wir müssen realistisch sein, was das Ergebnis der Untersuchungen der UN-Inspektoren betrifft”, sagte Hague am Sonntag dem Sender Sky News. “Natürlich können Beweise zerstört worden sein”, betonte er mit Blick auf anhaltende Artillerie-Angriffe auf die betroffene Gegend östlich der Hauptstadt.

Alle bisherigen Erkenntnisse deuteten in nur eine Richtung, sagte Hague. Das syrische Regime besitze chemische Waffen und habe sie bereits in der Vergangenheit in geringerem Umfang genutzt.

Bei dem Angriff am Mittwoch sollen nach Behauptung der Rebellen mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte aber, dass in von ihr betreuten syrischen Krankenhäusern 3.600 Menschen mit Symptomen von Nervengift behandelt worden seien.

UN-Inspektoren auf dem Weg

Die Gruppe von UN-Waffenexperten ist am Montag zum angeblichen Ort des Giftgaseinsatzes nahe Damaskus aufgebrochen. Ein Konvoi aus sechs Fahrzeugen setzte sich am Vormittag von einem Hotel in Damaskus aus in Bewegung, berichteten Augenzeugen.

Die Experten werden von Sicherheitskräften und einem Rettungswagen begleitet. Die syrische Regierung beugte sich am Sonntag internationalen Forderungen und erlaubte der UN-Mission den Zugang zu den Gebieten.

US-Vertreter: UN-Untersuchung kommt zu spät

Ein US-Regierungsvertreter sagte am Sonntag, es bestehe angesichts der Zahl der Opfer und ihrer Symptome sowie aufgrund von US-Geheimdienstinformationen kaum Zweifel daran, dass Giftgas gegen Zivilisten eingesetzt worden sei. Die Bereitschaft der syrischen Regierung zu einer UN-Untersuchung komme zu spät, um glaubwürdig zu sein.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte am Wochenende erklärt, die US-Streitkräfte seien bereit zu einem Eingreifen, sollte Präsident Barack Obama das anordnen. Das Weiße Haus teilte mit, Obama habe die Geheimdienste beauftragt, Fakten und Beweise zusammenzutragen. Die Regierung habe eine Reihe von Optionen und werde den nationalen Interessen entsprechend handeln. (APA, 26.8.2013)

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