Waffenstillstand, Friedenskonferenz: Kein völkerrechtswidriger Angriff der USA oder Frankreichs! Untersuchung des Giftgasangriffs durch den Internationalen Strafgerichtshof! Dem Aufruf des Papstes folgen und Samstag ein persönliches und politisches Zeichen setzen! Aktion in Rom von 18 bis 24 Uhr! Wo es geht, zur gleichen Zeit öffentlich aktiv werden! Vor zehn Jahren schossen die Amerikaner “Marschflugkörper” auf Bagdad: 1,7 Billionen Euro kostete der Krieg bis heute: Das bittere Fazit: Fast 4500 hätten ihr Leben geopfert und über 30.000 seien verletzt worden. Der Krieg hat Irak und seine Bürger traumatisiert – und nicht die Demokratie, sondern Islamisten gestärkt und Amerikas Ansehen erheblich geschadet. Für 60 Prozent der US-Bürger steht dagegen fest: Der Irak-Krieg war ein Fehler und die vielen Opfer nicht wert. Nur jeder fünfte Befragte ist der Meinung, Amerika sei durch den Sturz Saddams sicherer geworden. Vor zehn Jahren glaubten dagegen 80 Prozent der US-Bürger, dass dieser Krieg richtig sei. Doch Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen wurden nie gefunden.

 

Viele Opfer, hohe KostenDer Irak-Krieg und die Lehren der USA

Vor zehn Jahren regneten die ersten Cruise Missiles auf Bagdad: Der Sturz Saddam Husseins werde zu einer Demokratisierung des Nahen Ostens führen, war sich der damalige US-Präsident Bush sicher. Doch die Region ist nicht sicherer geworden. Amerika würde den Jahrestag am liebsten verdrängen.

Von: Martin Ganslmeier, Washington/tagesschau.deStand: 20.03.2013

Zwei US-Soldaten falten im Irak eine amerikanische Flagge zusammen. | Bild: picture-alliance/dpa

Vor zehn Jahren regneten die ersten Cruise Missiles auf Bagdad: Der Irak-Krieg begann. Der Sturz Saddam Husseins werde zu einer Demokratisierung des Nahen Ostens führen, war sich der damalige US-Präsident Bush sicher. Doch weder ist die Region heute sicherer geworden, noch wurden Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen gefunden, mit denen der Krieg begründet wurde. Kein Wunder, dass Amerika den Jahrestag am liebsten verdrängen würde.

Schweigsamer Präsident

Präsident Obama äußerte sich nur in einem schriftlichen Statement zum zehnten Jahrestag. Er sprach von einem “ernsten” Jubiläum und würdigte den Einsatz der amerikanischen Soldaten: Fast 4500 hätten ihr Leben geopfert und über 30.000 seien verletzt worden. Ihnen gelte Amerikas Dank und Hilfe bei der Wiedereingliederung. Wichtig sei dem Präsidenten vor allem, so Obamas Sprecher Jay Carney, dass die US-Regierung den Krieg Ende 2011 beendet habe: “Es ist ja kein Geheimnis, dass der Präsident als Senator gegen den Irak-Krieg war und als Präsidentschaftskandidat versprach, den Krieg zu beenden.”

Bush und Rumsfeld schweigen

Die Haltung des Weißen Hauses ist bezeichnend für die desillusionierte Stimmung im Land: Am besten den Krieg abhaken, bloß keine alten Wunden aufreißen! Die damals Verantwortlichen, US-Präsident George W. Bush und Ex-Verteidigungsminister Rumsfeld, sind auf Tauchstation und äußern sich nicht mehr zum Irak-Krieg.

Nur wenige Politiker sind noch heute der Meinung, dass dieser Krieg die vielen Opfer wert war: “Ohne Saddam Hussein ist die Welt sicherer”, bekräftigt der damalige Vizepräsident Dick Cheney. Und der erste amerikanische Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, lobt die irakische Verfassung als modernste im Nahen Osten: “Die irakischen Bürger leben zweifelsohne heute in einem freieren, offeneren und viel produktiveren Land als vor zehn Jahren.”

Nur jeder fünfte Amerikaner glaubt an mehr Sicherheit

Für 60 Prozent der US-Bürger steht dagegen fest: Der Irak-Krieg war ein Fehler und die vielen Opfer nicht wert. Nur jeder fünfte Befragte ist der Meinung, Amerika sei durch den Sturz Saddams sicherer geworden. Vor zehn Jahren glaubten dagegen 80 Prozent der US-Bürger, dass dieser Krieg richtig sei. Doch Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen wurden nie gefunden.

Aus dem Irak wurde nicht das von Präsident Bush versprochene “Leuchtfeuer der Demokratie”, und profitiert vom Umsturz Saddams hat vor allem der Erzfeind Amerikas, Iran. Kein Wunder, dass selbst hochrangige Mitarbeiter der Bush-Regierung, wie sein Nationaler Sicherheitsberater Stephen Hadley, zum Urteil kommen: “Die Kosten waren zu hoch: zu viele Dollars, zu viele tote US-Soldaten, zu viele tote Iraker.”

Krieg soll 1,7 Billionen Euro gekostet haben

Eine aktuelle Studie der Brown-University in Rhode Island beziffert die Kosten des Irak-Krieges auf umgerechnet mindestens 1,7 Billionen Euro – dreißig Mal soviel wie vor zehn Jahren geplant. Und nicht in Wiederaufbau und Iraks Infrastruktur ging ein Großteil des Geldes, sondern an irakische Sicherheitskräfte. Das bittere Fazit der Studie: Der Krieg habe Irak und seine Bürger traumatisiert – und nicht die Demokratie, sondern Islamisten gestärkt und Amerikas Ansehen erheblich geschadet.

Das Irak-Debakel hat die Außenpolitik von Präsident Obama geprägt, betont die demokratische Politikerin Donna Brazile: “Können wir alle Probleme durch militärische Interventionen lösen? Mit Sicherheit nicht! Zunächst müssen alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft werden.”

So will Obama nach dem Irak-Krieg auch den Krieg in Afghanistan spätestens bis Ende 2014 beenden und neue Militäreinsätze – wenn irgendmöglich – vermeiden. Denn Obama weiß: die US-Bürger sind kriegsmüde und Amerikas Staatsfinanzen in desolatem Zustand.

http://www.br.de/nachrichten/tagesschau-news-214.html

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