Obwohl noch 870 Millionen Menschen hungern, geht ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel verloren! Während der Produktion, auf Grund mangelnden Transports oder weil sie nicht verbraucht und weggeworfen werden! Vermeidbar Umweltschäden, unnütze Treibhausgase, unnützer Wasserverbrauch sind die Folgen für die Welt-Naturressourcen!

«Weckruf» der Uno

Schwere Umweltschäden durch weggeworfene Lebensmittel

Auslandnachrichten Heute, 17:34
Ein französischer Rentner (87) sucht neben einem Supermarkt in Nizza nach weggeworfenen Nahrungsmitteln. (Aufnahme vom Juni 2013)
Ein französischer Rentner (87) sucht neben einem Supermarkt in Nizza nach weggeworfenen Nahrungsmitteln. (Aufnahme vom Juni 2013) (Bild: Reuters)
Die Verschwendung von Nahrungsmittel hat weltweit ein absurdes Ausmass angenommen. Ein Bericht der Uno nennt Zahlen und zeichnet ein düsteres Bild der Konsequenzen für die Umwelt. Dennoch leiden weiterhin viele Menschen an Hunger.

(dpa/afp/Reuters) Ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel geht jedes Jahr verloren. Gemäss einem Bericht der Uno werden jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet. Entweder weil sie schon während der Produktion verloren gehen, oder weil sie später nicht konsumiert und weggeworfen werden.

Der Wert der vergeudeten Lebensmittel entspreche dem Bruttoinlandprodukt der Schweiz, sagte José Graziano da Silva, Generaldirektor der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), in Rom. Der Verlust koste die Weltwirtschaft jährlich 700 Milliarden Franken.

Folgen der Verschwendung

Die FAO präsentierte gemeinsam mit dem Uno-Umweltprogramm (Unep) am Mittwoch in Rom und Nairobi den Bericht «Folgen der Nahrungsmittelverschwendung: Auswirkungen auf die Naturressourcen».

Gemäss der Studie verbraucht die Produktion von Lebensmitteln, die später nicht verzehrt werden, jährlich etwa 250 Kubikkilometer Wasser. Das entspricht dem fünffachen Volumen des Bodensees. Zudem entstünden bei der Herstellung jährlich Treibhausgase, die der Wirkung von 3,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid entsprächen.

Ein pakistanisches Mädchen sucht auf einer Abfallhalde bei Islamabad nach Nützlichem. (Aufnahme vom Februar 2013)

870 Millionen Hungernde

Zusätzlich zu den Folgen für die Umwelt sei diese Verschwendung auch moralisch nicht vertretbar: «Wir können es nicht zulassen, dass ein Drittel der Nahrungsmittel, die wir produzieren, verschwendet wird oder verloren geht, während täglich 870 Millionen Menschen hungern», kritisierte Graziano da Silva.

Achim Steiner, der Leiter des Umweltprogramms Unep, sprach von einem «Weckruf» und warnte vor allem vor den langfristigen Kosten der Verschwendung, die nachfolgende Generationen zu tragen hätten. Die Verschwendung zu verringern, habe ein «enormes Potenzial», um Hunger in der Welt zu bekämpfen.

Im FAO-Bericht werden vor allem die hochentwickelten Staaten in Asien – China, Südkorea und Japan – kritisiert. Dort werden jährlich pro Kopf fast 200 Kilogramm Obst, Gemüse und Getreide verschwendet. Im Fokus stehen auch die Fleischindustrie in Nord- und Lateinamerika und die Verschwendung von Obst und Gemüse, von der auch Europa betroffen ist.

Haltbarkeit und Verfallsdatum

«Jedem von uns kommt eine Rolle zu», sagte Steiner weiter. Das fange schon bei dem «lächerlichen Phänomen» in Industrieländern an, kein krummes Gemüse mehr zu kaufen. Ausserdem werde in vielen Ländern das Mindest-Haltbarkeitsdatum als Verfallsdatum missverstanden. Das führt dazu, dass viele Lebensmittel weggeworfen werden, die noch geniessbar sind.

Weltweit geschehen 54 Prozent der Nahrungsmittelverschwendung nach Angaben des Uno-Berichts bereits während der Produktion, der Nachernte und der Lagerung. 46 Prozent ereigneten sich bei der Weiterverarbeitung, der Auslieferung und dem Konsum.

Mehr zum Thema «Schwere Umweltschäden durch weggeworfene Lebensmittel»

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/schwere-umweltschaeden-durch-weggeworfene-lebensmittel-1.18148710

Lebensmittel

50 Prozent landen im Abfall

Panorama Donnerstag, 10. Januar, 18:26

(sda/afp) Bis zu 50 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion landen laut einer Studie wegen falscher Lagerung und übertriebenen Konsums im Müll. Von den jährlich produzierten vier Milliarden Tonnen an Lebensmitteln würden 30 bis 50 Prozent gar nicht gegessen.

Das bemängelte die in London ansässige Institution of Mechanical Engineers am Donnerstag in ihrem Bericht. «Das ist Essen, das verwendet werden könnte, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren – ebenso wie die heute Hungernden», sagte der Leiter der Abteilung Energie und Umwelt des Instituts, Tim Fox.

Die Gründe für die massenhafte Lebensmittelverschwendung lägen zum einen in falschen landwirtschaftlichen Methoden und mangelhaften Lager- und Transportmöglichkeiten, hiess es in dem Bericht.

Zum anderen akzeptierten Supermärkte nur «kosmetisch perfekte Lebensmittel» und ermunterten ihre Kunden durch «Zwei zum Preis für eins«-Angebote zum übertriebenen Konsum. In Europa und den USA würden die Konsumenten schätzungsweise die Hälfte der von ihnen gekauften Lebensmittel letztlich wegschmeissen.

«Unnötige Verschwendung«

Essbares wegzuschmeissen sei «eine unnötige Verschwendung von Land, Wasser und Energieressourcen, die in der Produktion, Verarbeitung und Verteilung dieser Lebensmittel genutzt wurden», kritisierte Fox. So werden seinem Institut zufolge weltweit 550 Milliarden Kubikmeter Wasser verschwendet für Ernteerträge, die nie verzehrt werden.

Das britische Institut hob hervor, dass sich die Lage angesichts der wachsenden Weltbevölkerung weiter verschärfen werde. So gehe die UNO davon aus, dass bis 2075 rund 9,5 Milliarden Menschen die Erde bevölkerten und ernährt werden wollten.

«Da Wasser, Land und Energieressourcen durch rivalisierende Bedürfnisse der Menschen zunehmend unter Druck geraten, müssen Ingenieure eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung spielen, indem sie effizientere Verfahren bei Anbau, Transport und Lagerung von Lebensmitteln entwickeln», hiess es in dem Bericht.

Dafür müssten aber auch die Regierungen sowie Organisationen wie die UNO für einen Mentalitätswandel bei Landwirten, Lebensmittelherstellern, Supermärkten und Konsumenten sorgen.

http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/50-prozent-landen-im-muell-1.17932410

 

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