Wir leben in der 92:8 Welt: Acht Prozent der Weltbevölkerung verdienen so viel wie die anderen 92 Prozent zusammen!

Große Kluft trotz “unbestreitbarer” Erfolge

11. September 2013, 17:44

Weltbank untersuchte jüngst die globale Einkommensverteilung

Washington/Wien – Wenn sich Ökonomen mit Ungleichheit beschäftigen, geht es oft um einzelne Länder oder Regionen. Wie gerecht geht es in den USA, Europa oder China zu, sind typische Fragestellungen. Der Befund dazu ist eindeutig. Die Ungleichheit nimmt in vielen Ländern zu. Die Reichsten konnten in den vergangenen 25 Jahren überdurchschnittlich von der Globalisierung profitieren.

Doch wie sieht es mit der “globalen Ungleichheit” aus? Branko Milanovic von der Weltbank hat dazu in den vergangenen Jahren intensiv geforscht und jüngst eine Studie zu den vergangenen 20 Jahren präsentiert. Demnach hat die Ungleichheit der Einkommen auf den ersten Blick abgenommen. Der Grund: In besonders armen Teilen der Welt hat es in den vergangenen zwei Jahrzehnten wirtschaftliche Fortschritte gegeben. “Die Erfolge von China und Indien sind unbestreitbar”, sagt der Weltbankforscher. Die beiden asiatischen Länder fallen mit ihren knapp 2,6 Milliarden Bürgern auch stark ins globale Gewicht. Und weil sie in den vergangenen 20 Jahren besonders stark gewachsen sind, haben sie den Abstand zu Industrienationen wie den USA und Österreich reduziert.

Doch für den typischen Chinesen oder Inder trifft das nur eingeschränkt zu, gibt der Weltbankökonom zu bedenken, auch wegen gestiegener Lebenshaltungskosten. Er bezieht sich dabei auf 120 Erhebungen zu Einkommen und Konsum von zehn Millionen Menschen weltweit. Nach wie vor sei die globale Einkommensverteilung die größte Ungerechtigkeit.

Laut den Berechnungen von Milanovic ist es eine “92-8”-Welt. Die acht reichsten Prozent weltweit verfügen über eine Hälfte des realen Einkommens, die restlichen 92 Prozent über die andere. Für einzelne Länder wäre dieses Verhältnis gerechter. In Deutschland verdienen die reichsten 29 Prozent die Hälfte des Einkommens, in den USA sind es 22 Prozent. (sulu, DER STANDARD, 12.9.2013)

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