Mehrere tausend militante Islamisten in Lagern in Libyen! Der völkerrechtswidrige Putsch der Nato in Libyen hat den Isalmisten ein freies Feld geschaffen und zur Destabilisierung ganz Nordafrikas geführt! Gadaffi und andere nordafrikanische Politiker hatten die westlichen Politiker gewarnt! Mit ihrer Politik haben sie zwar den Ölfluß für die westlichen Konzernze freigeschossen (auch der steht sogar jetzt in Gefahr) aber fundamentalistischen Gegnern der westlichen Aufklärung zu neuer Stärke verholfen! Für die Menschen in Libyen hat der Regimwechsl nichts als sozialen Niedergang, Rechtlosigkeit, Unsiherheit und islamistische Bedrohung gebracht! Es wird Zeit, die Nato zur Verantwortung zu ziehen und eine Änderung der Außenpolitik durchzusetzen!

euformierung von Terrorgruppen

Fruchtbarer Boden für Jihadisten im Maghreb

Reportagen und Analysen Dossier: Islamismus Heute, 09:00
Ein tunesischer Polizist bei einem Einsatz im Süden des Landes.
Ein tunesischer Polizist bei einem Einsatz im Süden des Landes. (Bild: Mohamed Messara / Epa)
Militante Islamisten versuchen, in den postrevolutionären Gesellschaften des Maghreb neue Basen zu errichten. In Tunesien und Algerien stossen sie auf den Widerstand der Armee, in Libyen haben sie leichtes Spiel.
Beat Stauffer

In Tunesien zeichnete sich der Bruch zwischen der Regierungspartei Nahda und den gewaltbereiten Salafisten schon länger ab; Ende August hat er stattgefunden. Mit der offiziellen Erklärung des tunesischen Innenministers Lotfi Ben Jedou, Ansar ash-Sharia werde ab sofort als terroristische Vereinigung eingestuft und ihre Mitglieder würden strafrechtlich verfolgt, ist der letzte, dünne Faden zwischen der islamistischen Partei, welche die gegenwärtige Regierung anführt, und den gewaltbereiten Salafisten gerissen.

20 Personen auf der Todesliste

Ben Jedou machte an seiner Pressekonferenz zudem klar, dass die Salafisten nicht nur hinter den zwei Morden an Politikern, darunter einem Mitglied des Verfassungsrats, stünden, sondern auch für gewalttätige Zusammenstösse in der gebirgigen Region in der Nähe der algerischen Grenze verantwortlich seien, die auf Seite der tunesischen Armee insgesamt 15 Tote und Dutzende von Verletzten gefordert hatten. Weiter liegen laut Ben Jedou genügend Beweise für enge Verbindungen zwischen Ansar ash-Sharia und al-Qaïda au Maghreb islamique (Aqmi) vor. Schliesslich gab der Innenminister bekannt, polizeiliche Ermittlungen hätten eine Liste von 20 Persönlichkeiten zutage gefördert, die Ansar ash-Sharia habe ermorden wollen.

Ministerpräsident Laraiedh rief noch am selben Tag die Mitglieder von Ansar ash-Sharia auf, die Organisation umgehend zu verlassen. Gleichzeitig gaben die tunesischen Behörden bekannt, sie hätten einen internationalen Haftbefehl gegen Ansar-Chef Abou Iyadh – eigentlich Seif Allah Ben Hassine – erlassen. Abou Iyadh war zwar schon seit Monaten zur Verhaftung ausgeschrieben, konnte aber stets wie durch ein Wunder allen Polizeirazzien entkommen.

Pufferzone

Dass die Sicherheitslage als sehr ernst eingestuft wird, belegten nicht nur die Erklärungen des tunesischen Innenministers, die faktisch einer Kriegserklärung an die gewaltbereiten Salafisten gleichkommen. Fast zeitgleich gaben die tunesischen Behörden auch bekannt, die Grenzregionen zu Libyen und zu Algerien seien ab sofort militärische Sperrzone, deren Betreten nur mit einer Sondergenehmigung möglich sei. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um das weit in die Sahara hineinragende tunesische Gebiet, das die Form eines spitzen Dreiecks aufweist und in der Vergangenheit schon wiederholt als Sperrzone deklariert worden war. Die Massnahme war an einem Treffen zwischen dem tunesischen und dem libyschen Aussenminister sowie dem libyschen Ministerpräsidenten Ali Zaidan entschieden worden. Beide Staaten wollen auf solche Weise klandestine Ein- und Ausreisen von Jihadisten sowie den Schmuggel von Waffen, von subventionierten Lebensmitteln sowie von Benzin unterbinden.Algerien hat die Bewachung seiner Grenzen zu Tunesien und Libyen schon vor Monaten massiv verstärkt und laut tunesischen Medien auch politischen Druck auf die Regierung Laraiedh ausgeübt, um die Entstehung einer neuen jihadistischen Basis im Jebel Chaambi mit allen Mitteln zu verhindern.

«Kräfte bündeln»

Ende August machte schliesslich eine weitere Neuigkeit aus der abgeschotteten Welt der Glaubenskrieger die Runde durch die Weltmedien: Via die mauretanische Nachrichtenagentur Agence Nouakchott Information wurde der Zusammenschluss von zwei jihadistischen Gruppierungen, der «Turbanträger» und des Mouvement pour l’unicité et le jihad en Afrique de l’Ouest (Mujao), zu einer neuen Organisation namens al-Murabitun (wörtlich: «Die in einer Garnison Postierten») verkündet. Die beiden angeblichen Unterzeichner, der durch die Anschläge auf das algerische Gasfeld von In Amenas bekannt gewordene Mokhtar Belmokhtar und ein Jihadist namens Ahmed Ould Amer Tilemsi, wollen laut der Mitteilung «ihre Kräfte zur Bekämpfung der Kreuzritter und der Zionisten bündeln und die Muslime zwischen dem Nil und dem Atlantik einigen». Gleichzeitig gaben sie bekannt, dass sie französische Ziele im Sahel und im Maghreb wo immer möglich angreifen würden.

Da sich die Meldung über die neu entstandene jihadistische Organisation ausschliesslich auf dieses eine Communiqué abstützt, ist Vorsicht am Platz. Für die mauretanische Zeitung «Tahalil» wirft die behauptete Neugründung mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. So sei nach wie vor unklar, ob Belmokhtar überhaupt noch lebe und welches das Verhältnis der neuen Gruppe zu Aqmi sei. Offen ist schliesslich auch, ob die neue Gruppe überhaupt in der Lage ist, massive Schläge auszuführen.

Verlagerung in den Maghreb

Für den tunesischen Historiker und Islamismus-Forscher Alaya Allani, der an der Universität Tunis doziert, ist zurzeit nicht absehbar, was die angebliche Gründung der neuen Jihadisten-Organisation wirklich bedeutet. Unbestritten ist laut Allani aber, dass die verschiedenen Kampfgruppen durch die französischen Angriffe empfindlich geschwächt worden sind. Sie versuchten jetzt wohl, sich wieder neu zu konstituieren und anderswo neue Operationsbasen zu finden. Es sei davon auszugehen, dass sowohl al-Murabitun wie auch die anderen Jihadisten ihr Aktionsfeld vom Norden Malis in den Maghreb verlagern würden, erklärt Allani im Gespräch. Die meisten überlebenden Kämpfer seien nach Libyen geflüchtet, wo die nach wie vor chaotischen Verhältnisse und die schwachen Sicherheitskräfte beste Voraussetzungen für eine Konsolidierung böten. Allani hält die in verschiedenen Medien geäusserte Zahl von mehreren tausend Jihadisten in diversen «Lagern» in Libyen, vor allem in der Region von Derna, für zutreffend. Dafür gebe es mittlerweile zahlreiche Belege.

Ein Teil der ehemaligen Mali-Kämpfer ist aber auch nach Tunesien geflüchtet, wo sich ihnen weitere «Rekruten» angeschlossen haben. Laut Allani handelt es sich um rund 150 Männer. Die Gruppe nennt sich «Okba Ben Nafi» nach dem islamischen Eroberer Nordafrikas; sie soll den Auftrag haben, im Chaambi-Gebirge eine Basis aufzubauen, um von dort aus den «Jihad» in Tunesien zu lancieren. Ansar-Chef Abou Iyadh soll laut den polizeilichen Ermittlungen in engem Kontakt mit den Kämpfern auf dem Jebel Chaambi stehen, aber auch dem Chef der Aqmi, Abou Mussab al-Wadoud, Treue geschworen haben.

Jihadismus ohne breite Basis

Für den Islamismus-Experten Allani ist der Entscheid der tunesischen Regierung, Ansar ash-Sharia zu verbieten und als terroristische Organisation zu verfolgen, ein erster, wichtiger Schritt, um die bedrohte innere Sicherheit der Maghrebstaaten wiederherzustellen. Die gewalttätige Salafistenorganisation wurde erst nach den arabischen Aufständen gegründet und existiert mittlerweile in sieben arabischen Ländern. Allani ist überzeugt, dass die Organisation bald auch in den andern Ländern – etwa in Marokko – verboten wird.

Für Tunesien sieht der Forscher zumindest in Sicherheitsfragen nicht allzu schwarz: Der Jihadismus sei zwar durch eine falsche Strategie der Nahda gefördert worden, habe aber keine soziale Basis im Land. Durch ein energisches Vorgehen gegen jihadistische Gruppen könne die Gefahr gebannt werden. Allani rechnet zwar damit, dass Ansar ash-Sharia versuchen werde, sich zu rächen, und er hält auch einzelne Anschläge der neu geschaffenen Jihadistengruppe al-Murabitun für denkbar. Eine Breitenwirkung könnten die Jihadisten damit aber nicht erzielen.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/reportagen-und-analysen/fruchtbarer-boden-fuer-jihadisten-im-maghreb-1.18151354

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