Jeden Tag stirbt ein Arbeiter beim Bau der WM-Stadien in Katar! Miserable Arbeitsbedingungen und auch Zwangsarbeit! 94 Prozent der Arbeitenden sind in Katar Ausländer! Hundertausensende sind in den mit dem Westen eng verbundenen Golfmonarchien auch Opfer von Menschenhandel! Das einheimische Drittel der Bevölkerung gehört zu den reichsten Menschen der Welt! Die zwei Drittel zumeist völlig entrechteten Migranten kommen vor allem aus Asien und Afrika! Deutsche Rüstungsfirmen liefern mit Genehmigung des Bundessicherheitsrates der Diktatur in Katar Panzer und Haubitzen!

Migranten tragen Katars Boom

HINTERGRUND | GERALD GARTNER, 28. September 2013, 12:00

Der Wirtschaftswachstum entsteht auf den Schultern von Migranten: Sie stellen in Katar 94 Prozent der arbeitenden Bevölkerung

Miserable Bezahlung, schlechte Gesundheitsversorgung, mangelhafte Arbeitsbedingungen: Die Verhältnisse für Migranten in Katar stehen nicht erst seit den Berichten über sklavenähnliche Zustände beim Bau der Fußball-WM-Stadien am Pranger. Katars Bevölkerung ist zweigeteilt. Auf der einen Seite stehen die Staatsbürger. Sie stellen ein Drittel der im Land lebenden Bevölkerung. Auf der anderen Seite stehen Migranten. Sie machen zwei Drittel aus. Die meisten davon sind Männer.

Zwischen diesen Gruppen ist der Zugang zur staatlichen Infrastruktur, vor allem bei Bildung und Gesundheit, ungleich. Dank dem größten reinen Ergasfeld der Welt und einem Wirtschaftswachstum 2012 von sechs Prozent sind die Staatsbürger Katars die reichsten der Welt. Pro Kopf liegt das Bruttoinlandsprodukt  laut Institute for International Finance bei 106.000 US-Dollar. Zum Vergleich: Österreich liegt bei 42.600 Dollar pro Kopf. Indes hat Human Rights Watch das Gastgeberland der WM 2022 mehrmals für seinen Umgang mit Migranten verurteilt. Migranten tragen den Boom, vor allem der Baubranche. 94 Prozent der beruflich aktiven Personen in Katar sind Migranten. Das zeigt eine Untersuchung der staatlichen Statistikbehörde aus 2011. Die meisten Personen ohne die katarische Staatsbürgerschaft arbeiten im Baugewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie als Angestellte in Privathaushalten.

Ein kleiner Teil der Migranten arbeitet unter besseren Bedingungen: Zwei Prozent zählen zu jenen Personen, die als hochqualifiziert gelten. Vor allem Unternehmen aus dem Westen sind hier einzurechnen – mitunter auch österreichische Firmen wie die Porr AG, die das U-Bahn-Netz für Doha plant.

Eine detaillierte Statistik zur Herkunft der Migraten gibt es zwar nicht, die meisten kommen jedoch aus Afrika und Asien. Manche davon bezahlen hohe Vermittlungsgebühren an Agenturen, um eine Arbeitsstelle zu bekommen. Trotz sinkender Geburtenrate ist die Bevölkerung in Katar in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Nach UN-Berechnungen wird das Bevölkerungswachstum bis 2050 anhalten.

Die Ausbeutung der Migranten ist nicht auf Katar beschränkt, sondern ein Phänomen in der gesamten Golfregion. Die International Labour Organisation geht davon aus, dass 600.000 Arbeiter Opfer von Menschenhandel sind. Auch auf legalem Weg nutzen manche Arbeitgeber Möglichkeiten, um die Abhängigkeit der Migranten auszunutzen – begünstigt durch das sogenannte Kafala-System: Der Arbeitgeber übernimmt die Bürgerschaft für den Einreisenden und regelt die Formalitäten, sodass eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird. Im Gegenzug händigen Migranten oft ihren Pass aus und dürfen den Arbeitgeber nicht mehr wechseln. Mit Ablauf des Vertrags nach meist zwei bis fünf Jahren endet die Abhängigkeit. Ein neues Regelwerk der Qatar Foundation, einer staatlichen Institution des Emirs, sollte die Verhältnisse für Migranten verbessern: Drei Wochen Urlaub, Übernahme der Anreisekosten und Zugang zu einer Waschmaschine sind unter den Forderungen. (Gerald Gartner, derStandard.at, 28.09.2013)

http://derstandard.at/1379292290976/Migranten-tragen-Katars-Boom

Die WM 2022 in schiefem Licht

THOMAS HIRNER, 26. September 2013, 15:05
    • In Katar wird "auf Teufel komm raus" gebaut.
      foto: reuters/mohammed dabbous

      In Katar wird “auf Teufel komm raus” gebaut.

    • Mit speziellen Dachkonstruktionen will man die Hitze im Wüstenstaat überlisten.
      foto: ap/ qatar 2022

      Mit speziellen Dachkonstruktionen will man die Hitze im Wüstenstaat überlisten.


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Miserable Arbeitsbedingungen, sklavenähnliche Zustände und sich häufende Todesfälle setzen dem Megabauprojekt in Katar zu

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar wirfte ihre Schatten voraus. Dutzende vor allem nepalesische Arbeitskräfte sollen laut Berichten des “Guardian” in den letzten Wochen auf den Baustellen für das Megaevent ums Leben gekommen sein, tausende Arbeiter seien mit sklavenähnlichen Zuständen und gleichermaßen extremen wie miserablen Arbeitsbedingungen konfrontiert. Beinahe jeden Tag soll ein Arbeiter ums Leben kommen. Ein Großteil der Todesfälle sei auf Herzversagen oder Arbeitsunfälle zurückzuführen.

Kein Lohn, keine Pässe

Laut Recherchen der britischen Tageszeitung werden bei den Bauprojekten auch Zwangsarbeiter beschäftigt. Arbeiter beklagen, dass sie monatelang keinen Lohn erhielten, ihre Pässe konfisziert würden und sie damit einen “Illegalen”-Status erhalten. Die Bauherren wollen auf diese Weiseoffenbar verhindern, dass sich frustrierte Arbeiter aus dem Staub machen. Einige hätten auch berichtet, dass sie trotz Wüstenhitze kein Trinkwasser und überdies teilweise 24 Stunden lang nichts zu essen bekämen.

Außerdem würden Arbeiter in lausige Unterkünfte gepfercht, zwölf Personen müssen sich demnach ein Schlafquartier teilen. Viele von ihnen seien krank geworden. Rund 30 Nepalesen hätten deshalb Zuflucht in der Botschaft in Doha gesucht, um den untragbaren Bedingungen zu entkommen. Es zeichnet sich ein düsteres Bild, eines der reichsten Länder dieser Welt nützt die Ärmsten dazu aus, das populärste Sportevent dieses Planeten auf die Beine zu stellen.

Gigantische Dimensionen

Allein im vergangenen Jahr sind 100.000 Nepalesen nach Katar übersiedelt. 90 Prozent der Arbeitskräfte sind Migranten, und es wird kalkuliert, dass noch 1,5 MillionenArbeiter benötigt werden, um die ehrgeizigen Baupläne verwirklichen zu können. Rund 75 Milliarden Euro investiert das Land in den Bau von Stadien, Hotels und Infrastruktur.

Eines der verantwortlichen Unternehmen, die Lusail Real Estate Development Company, will diese Zustände nicht tolerieren. Vertragspartner und Subunternehmen sollen laufend instruiert werden, um die Standards bei Gesundheits- und Sicherheitsfragen zu erfüllen. Das WM-Organisationskomitee reagierte “zutiefst besorgt”. Die Verantwortlichen vor Ort seien mit einer Untersuchung beauftragt worden. (Thomas Hirner, derStandard.at, 26.9.2013)

http://derstandard.at/1379292153896/Die-WM-2022-in-schiefem-Licht

Katar kauft “Leopard-Panzer” und Haubitzen aus Deutschland

19. April 2013, 12:14
  • Bis zu 200 Panzer sollen verkauft werden.
    foto: ap/bilan

    Bis zu 200 Panzer sollen verkauft werden.

Auch Saudi-Arabien interessiert sich für deutsche Rüstungstechnik

Berlin/München – Der Münchner Waffenhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) liefert Kampfpanzer und Haubitzen nach Katar. Das Wüstenemirat habe 62 Panzer vom TypLeopard 2 und 24 Panzerhaubitzen bestellt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Das Gesamtvolumen des Auftrags, der auch Zubehör und Ausbildungseinrichtungen umfasse, betrage 1,89 Milliarden Euro. Rüstungskreisen zufolge haben sich die Münchner damit gegen die französische Konkurrenz durchgesetzt.

Das Heer von Katar verfügt über aus den 80er Jahren stammende und inzwischen veraltete Kampfpanzer. Mit derModernisierung seiner Panzer und Artillerie wolle das auf einer Halbinsel im Persischen Golf liegende Emirat seine Verteidigungsfähigkeiten für den Fall eines Konflikts zwischen dem Iran und den USA stärken, hieß es in Rüstungskreisen. Die alten Panzer und Geschütze aus französischer und südafrikanischer Produktion würden verschrottet, erklärte KMW.

Berichten zufolge interessiert sich auch das Nachbarland Saudi-Arabien für Waffen aus Deutschland. Das Königreich will sich demnach auch neue KMW-Panzer zulegen. Kritiker sehen das angebliche Vorhaben mit Verweis auf die Menschenrechtslage am Golf skeptisch. (Reuters, 19.4.2013)

http://derstandard.at/1342947963380/Katar-will-bis-zu-200-deutsche-Leopard-Panzer-kaufen

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