Können wir unsere Korrumpierung durch die Beteiligung an Afrikas Ausbeutung überwinden angesichts der Tragödie bei Lampedusa. Schon seit etlichen Jahren werden nach jedem aufsehenerregenden Unglücksfall in den Gewässern vor Lampedusa wortreiche Erklärungen abgegeben, ohne dass darauf viel geschehen ist. Wenn die Zivilgesellschaft nicht Veränderungen fordert und für die die Bevölkerung gewinnt, werden noch viel mehr Menschen aus Kriegs-, Krisen- und Armutsregionen im Mittelmeer ertrinken! Sind wir bereit, die Korrumpierung zu überwinden durch die Verfügung so vieler gering zu zahlender Waren aus Afrika: von Kakao, Kaffee, Gold, Diamanten, die Metalle für unsere Autos und Handies, Fisch und Blumen; für ihre Arbeitsleistung bekommen die meisten Afrikaner weniger als 2 Euro am Tag. Auf ihren besten Feldern werden Pflanzen für den Konsum in der reichen Welt angebaut. Die Kriege in Afrika sichern Absatz für unsere Rüstungsfabriken und damit Profit und Arbeitsplätze. Anlagen der internationalen Konzerne in Afrika erwirtschaften gute Zinsen für die Kapitalbesitzer. Wir erlauben uns mit den höchsten CO2-Ausstoß pro Einwohner weltweit, der erheblich dazu beiträgt, in Afrika das Leben der Bauern immer schwerer zu machen! Wie lange halten wir das noch für sinnvoll angesichts der wachsenden Zahl von Toten aus dem Kontinent, der den meisten keine Lebensperspektive bietet, weil Afrika immer noch als Rohstoffzulieferer und Absatzmarkt von Industriegütern und nicht gleichberechtigt in die Weltwirtschaft integriert ist!

Tragödie bei Lampedusa

Schwarzpeterspiel um Flüchtlingsdrama

Auslandnachrichten Heute
Ein Bergungsteam bringt die in einen Sack gehüllte Leiche eines ertrunkenen Opfers in Lampedusa an Land.
Ein Bergungsteam bringt die in einen Sack gehüllte Leiche eines ertrunkenen Opfers in Lampedusa an Land. (Bild: Danilo Taralli / ap)
Schon seit langem findet um das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer ein Schwarzpeterspiel statt. Nach dem neusten Unglück forderte Rom abermals mehr Solidarität und eine Änderung des Dubliner Vertrags. Der Anspruch ist nicht über jeden Zweifel erhaben.
Nikos Tzermias, Rom

In aller Welt ist grosses Entsetzen nach der Flüchtlingstragödie bei Lampedusa am frühen Donnerstagmorgen bekundet worden. EU-Führer erklärten, dass Europa das Problem energisch und gemeinschaftlich angehen müsse. Die Regierung in Rom forderte mehr Solidarität von den EU-Partnern und im Besonderen auch eine Revision des Dubliner Übereinkommens, das Italien bei der Aufnahme von Asylsuchenden überfordere. Solche Absichtserklärungen und Forderungen sind alles andere als neu. Schon seit etlichen Jahren werden nach jedem aufsehenerregenden Unglücksfall in den Gewässern vor Lampedusa oder auch nach jeder grösseren Welle von Migranten wortreiche Erklärungen abgegeben, ohne dass darauf viel geschehen ist.

Auch Nordafrika will Geld

Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer, das laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen seit 1988 bereits mehr als 19 000 Menschenleben gefordert hat, sorgte in den letzten Jahren auch immer wieder für ein Schwarzpeterspiel nicht nur unter den EU-Staaten, sondern auch zwischen diesen und den afrikanischen Mittelmeeranrainerstaaten. Letztere fordern ebenfalls mehr Solidarität und behaupten, dass sie bei der Umsetzung der mit den Staaten der EU erzielten Abkommen zur Kontrolle ihrer Küsten und zur Verfolgung von Schlepperbanden finanziell überfordert seien.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/schwarzpeterspiel-um-fluechtlingsdrama-1.18162074

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