Karzai: NATO-Einsatz hat Afghanistan nichts gebracht – Afghanistans Regierung zieht negative Bilanz der ausländischen Militärintervention! Der NATO-Einsatz habe “viel Leid gebracht, den Verlust zahlreicher Leben und keine Vorteile, denn das Land ist nicht sicher.” Afghanistan und USA über weitere militärische Kooperation

Karzai: NATO-Einsatz hat Afghanistan nichts gebracht

8. Oktober 2013, 09:05
    • Hamid Karzai zieht kurz vor dem Abzug der NATO-Truppen negative Bilanz.
      foto: ap/gul

      Hamid Karzai zieht kurz vor dem Abzug der NATO-Truppen negative Bilanz.

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Staatspräsident beklagt schlechte Sicherheitslage in seinem Land

Kabul/London – Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat eine negative Bilanz des internationalen Militäreinsatzes in seinem Land gezogen. Der NATO-Einsatz habe “viel Leid gebracht, den Verlust zahlreicher Leben und keine Vorteile, denn das Land ist nicht sicher”, sagte Karzai amMontagabend dem britischen Sender BBC. “Wir wolltenabsolute Sicherheit und einen klar umrissenen Krieg gegen den Terrorismus.”

Die ausländischen Kampftruppen in Afghanistan bereiten derzeit ihren Abzug vor, der bis Ende 2014 abgeschlossen sein soll. Die Sicherheitsverantwortung soll nach und nachvon afghanischen Kräften übernommen werden; am Sonntag übergab die Bundeswehr das Feldlager Kunduz an die einheimische Polizei und Armee. In den vergangenen Monaten verschlechterte sich allerdings die Sicherheitslage im Land zusehends. In der ersten Jahreshälfte wurden nach UN-Angaben mehr als tausend Zivilisten bei Kämpfen und Anschlägen getötet, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum.

Keine schnelle Sicherheitsvereinbarung

Afghanistan und die USA verhandeln seit längerem darüber, wie sie ihr Verhältnis nach dem Abzug der NATO-Kampftruppen gestalten sollen. Karzai dämpfte nun die Hoffnungen auf einen schnellen Abschluss der Sicherheitsvereinbarung. “Wenn diese Vereinbarung Afghanistan nicht Frieden und Sicherheit bringt, dann wollen die Afghanen sie nicht”, sagte er. Wenn keine Einigung mit den USA erzielt werde, “dann werden wir natürlich getrennte Wege gehen”.

Die USA hoffen, die Gespräche noch vor der Wahl von Karzais Nachfolger in einem halben Jahr zum Abschluss zu bringen. Es habe bereits Fortschritte gegeben, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums am Montag. Die Verhandlungen seien jedoch “komplex”. (APA, 8.10.2013)

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