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Alliance for free and selfdeterminated personal development

“Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte auch irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, daß er mit heilen Knochen zurückkommt? Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Rußland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar.

Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. (…)

Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.”

http://www.orbit9.de/wissen/zitate_goering_krieg.php

(Hermann Göring, 18. April 1946, Nürnberg, abends in seiner Zelle, “achselzuckend”)

(vgl. G.M. Gilbert, “Nürnberger Tagebuch”, Fischer Frankfurt a. M., 1962, S. 270)

(Gilbert war ehemaliger Gerichts-Psychologe beim Nürnberger Prozeß gegen Hauptkriegsverbrecher)

“Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg […] Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. […] Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.” – Interview mit Gustave Gilbert in der Gefängniszelle, 18. April 1946, Nürnberger Tagebuch S.270 

http://de.wikiquote.org/wiki/Hermann_G%C3%B6ring

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International Day for the Remembrance of the Slave Trade and its Abolition
Medallion of British Anti-Slavery Society, 1795 by Josiah Wedgwood23 August 2013 — In August of 1791, slaves in the French colony of Saint Domingue (present-day Haiti) launched an uprising that would lead to the Haitian Revolution and Haitian independence, play a crucial role in the abolition of the transatlantic slave trade and help promote the cause of human rights.

The slave trade was the biggest deportation in history. From the 16th through the 19th century, it wrenched millions of people from their homes, including an estimated 17 million Africans brought to the New World and sold as slaves. Studying the extent and consequences of this tragic history includes paying tribute to slaves’ struggles for dignity and freedom, acknowledging their contributions to the affirmation of universal human rights and recognising the wealth of cultural traditions that African peoples have forged in the face of adversity.

In 1998, the United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation (UNESCO) designated 23 August as an annual Day to inscribe the tragedy of the slave trade in the memory of all peoples. UNESCO invites all of its member states and people around the world to remember this history and continue struggles for freedom, against racial prejudice inherited from the past and against contemporary forms of slavery that affect an estimated 21 million people.

Source: UNESCO
Selected learning materials

<class=”bodysm”>Study Guide on Slavery and Forced Labour
A quick introduction on slavery, the slave trade, trafficking and modern-day slavery.

Breaking the Silence: Learning About the Translantic Slave Trade (Anti-Slavery International)
This site aims to help teachers and educators to break the silence that continues to surround the story of the enslavement of Africa that began over 500 years ago. It is designed to provide teachers with a variety of resources and ideas about how to teach the subject holistically, accurately and truthfully. It aims to represent the voices that are not usually heard.

Freedom From Slavery (Amnesty International-USA)
This lesson plan provides teachers with a guide detailing how to educate their students about contemporary forms of slavery around the world. Through this lesson students will compare and contrast historical and present day images of slavery as well as produce artwork to inform and incite action to prevent modern day slavery.

Anti-Slavery Fact Sheets (Anti-Slavery International)
This is a series of useful lesson resources on various topics related to modern-day slavery. The two-pagers on “Bonded Labour” and “Slavery from the past…” can be used by teachers as illustrative materials in civic education, history or other social science classrooms.

International and regional documents on slavery, the slave trade and modern day slavery:

Slavery Convention (1927)

Protocol amending the Slavery Convention (1953)

Supplementary Convention on the Abolition of Slavery, the Slave Trade, and Institutions and Practices Similar to Slavery (1956)

Useful links

Slave Route Project (UNESCO)

Slave Trade Archives Project

Virtual Visit to Gorée’s ‘House of Slaves’

World Conference Against Racism

Organisations working on slavery

BEANTWORTUNG DER FRAGE: WAS IST AUFKLÄRUNG ?

Berlinische Monatsschrift. Dezember-Heft 1784. S. 481-494

 


 

AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten UnmündigkeitUnmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen [A482] (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit [A483] herauszuarbeiten. Er hat sie sogar liebgewonnen und ist vorderhand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalesten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.

Daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende, sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen, selbst zu denken, um sich verbreiten werden. Besonders ist hiebei: daß das Publikum, welches zuvor von ihnen unter dieses Joch gebracht worden, sie hernach selbst zwingt, darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt [A484] worden; so schädlich ist es, Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die oder deren Vorgänger ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen. Durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotism und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden, ebensowohl als die alten, zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen.

Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen. Nun höre ich aber von allen Seiten rufen: Räsonniert nicht! Der Offizier sagt: Räsonniert nicht, sondern exerziert! Der Finanzrat: Räsonniert nicht, sondern bezahlt! Der Geistliche: Räsonniert nicht, sondern glaubt! (Nur ein einziger Herr in der Welt sagt: Räsonniert, soviel ihr wollt und worüber ihr wollt, aber gehorcht!) Hier ist überall Einschränkung der Freiheit. Welche Einschränkung aber ist der Aufklärung hinderlich, welche nicht, sondern ihr wohl gar beförderlich? – Ich antworte: Der öffentliche Gebrauch seiner Vernunft muß jederzeit frei sein, und der allein kann Aufklärung unter Menschen zustande [A485] bringen; derPrivatgebrauch derselben aber darf öfters sehr enge eingeschränkt sein, ohne doch darum den Fortschritt der Aufklärung sonderlich zu hindern. Ich verstehe aber unter dem öffentlichen Gebrauche seiner eigenen Vernunft denjenigen, den jemand als Gelehrter von ihr vor dem ganzen Publikum der Leserwelt macht. Den Privatgebrauch nenne ich denjenigen, den er in einem gewissen ihm anvertrauten bürgerlichen Posten oder Amte von seiner Vernunft machen darf. Nun ist zu manchen Geschäften, die in das Interesse des gemeinen Wesens laufen, ein gewisser Mechanism notwendig, vermittelst dessen einige Glieder des gemeinen Wesens sich bloß passiv verhalten müssen, um durch eine künstliche Einhelligkeit von der Regierung zu öffentlichen Zwecken gerichtet oder wenigstens von der Zerstörung dieser Zwecke abgehalten zu werden. Hier ist es nun freilich nicht erlaubt zu räsonnieren; sondern man muß gehorchen. Sofern sich aber dieser Teil der Maschine zugleich als Glied eines ganzen gemeinen Wesens, ja sogar der Weltbürgergesellschaft ansieht, mithin in der Qualität eines Gelehrten, der sich an ein Publikum im eigentlichen Verstande durch Schriften wendet, kann er allerdings räsonnieren, ohne daß dadurch die Geschäfte leiden, zu denen er zum Teile als passives Glied angesetzt ist. So würde es sehr verderblich sein, wenn ein Offizier, dem von seinen Oberen etwas anbefohlen wird, im Dienste [A486] über die Zweckmäßigkeit oder Nützlichkeit dieses Befehls laut vernünfteln wollte; er muß gehorchen. Es kann ihm aber billigermaßen nicht verwehrt werden, als Gelehrter über die Fehler im Kriegesdienste Anmerkungen zu machen und diese seinem Publikum zur Beurteilung vorzulegen. Der Bürger kann sich nicht weigern, die ihm auferlegten Abgaben zu leisten; sogar kann ein vorwitziger Tadel solcher Auflagen, wenn sie von ihm geleistet werden sollen, als ein Skandal, (das allgemeine Widersetzlichkeiten veranlassen könnte), bestraft werden. Ebenderselbe handelt demohngeachtet der Pflicht eines Bürgers nicht entgegen, wenn er als Gelehrter wider die Unschicklichkeit oder auch Ungerechtigkeit solcher Ausschreibungen öffentlich seine Gedanken äußert. Ebenso ist ein Geistlicher verbunden, seinen Katechismusschülern und seiner Gemeine nach dem Symbol der Kirche, der er dient, seinen Vortrag zu tun, denn er ist auf diese Bedingung angenommen worden. Aber als Gelehrter hat er volle Freiheit, ja sogar den Beruf dazu, alle seine sorgfältig geprüften und wohlmeinenden Gedanken über das Fehlerhafte in jenem Symbol und Vorschläge wegen besserer Einrichtung des Religions- und Kirchenwesens dem Publikum mitzuteilen. Es ist hiebei auch nichts, was dem Gewissen zur Last gelegt werden könnte. Denn was er zufolge seines Amts als Geschäftträger der Kirche lehrt, das stellt er als etwas vor, in Ansehung [A487] dessen er nicht freie Gewalt hat, nach eigenem Gutdünken zu lehren, sondern das er nach Vorschrift und im Namen eines andern vorzutragen angestellt ist. Er wird sagen: unsere Kirche lehrt dieses oder jenes; das sind die Beweisgründe, deren sie sich bedient. Er zieht alsdann allen praktischen Nutzen für seine Gemeinde aus Satzungen, die er selbst nicht mit voller Überzeugung unterschreiben würde, zu deren Vortrag er sich gleichwohl anheischig machen kann, weil es doch nicht ganz unmöglich ist, daß darin Wahrheit verborgen läge, auf alle Fälle aber wenigstens doch nichts der innern Religion Widersprechendes darin angetroffen wird. Denn glaubte er das letztere darin zu finden, so würde er sein Amt mit Gewissen nicht verwalten können; er müßte es niederlegen. Der Gebrauch also, den ein angestellter Lehrer von seiner Vernunft vor seiner Gemeinde macht, ist bloß einPrivatgebrauch, weil diese immer nur eine häusliche, obzwar noch so große Versammlung ist; und in Ansehung dessen ist er als Priester nicht frei und darf es auch nicht sein, weil er einen fremden Auftrag ausrichtet. Dagegen als Gelehrter, der durch Schriften zum eigentlichen Publikum, nämlich der Welt spricht, mithin der Geistliche imöffentlichen Gebrauche seiner Vernunft, genießt einer uneingeschränkten Freiheit, sich seiner eigenen Vernunft zu bedienen und in seiner eigenen Person zu sprechen. Denn daß die Vormünder des Volks [A488] (in geistlichen Dingen) selbst wieder unmündig sein sollen, ist eine Ungereimtheit, die auf Verewigung der Ungereimtheiten hinausläuft.

Aber sollte nicht eine Gesellschaft von Geistlichen, etwa eine Kirchenversammlung oder eine ehrwürdige Classis (wie sie sich unter den Holländern selbst nennt), berechtigt sein, sich eidlich auf ein gewisses unveränderliches Symbol zu verpflichten, um so eine unaufhörliche Obervormundschaft über jedes ihrer Glieder und vermittelst ihrer über das Volk zu führen und diese so gar zu verewigen? Ich sage: das ist ganz unmöglich. Ein solcher Kontrakt, der auf immer alle weitere Aufklärung vom Menschengeschlechte abzuhalten geschlossen würde, ist schlechterdings null und nichtig; und sollte er auch durch die oberste Gewalt, durch Reichstage und die feierlichsten Friedensschlüsse bestätigt sein. Ein Zeitalter kann sich nicht verbünden und darauf verschwören, das folgende in einen Zustand zu setzen, darin es ihm unmöglich werden muß, seine (vornehmlich so sehr angelegentliche) Erkenntnisse zu erweitern, von Irrtümern zu reinigen und überhaupt in der Aufklärung weiterzuschreiten. Das wäre ein Verbrechen wider die menschliche Natur, deren ursprüngliche Bestimmung gerade in diesem Fortschreiten besteht; und die Nachkommen sind also vollkommen dazu berechtigt, jene Beschlüsse, als unbefugter und frevelhafter Weise genommen, zu verwerfen. Der Probierstein [A489] alles dessen, was über ein Volk als Gesetz beschlossen werden kann, liegt in der Frage: ob ein Volk sich selbst wohl ein solches Gesetz auferlegen könnte? Nun wäre dieses wohl, gleichsam in der Erwartung eines bessern, auf eine bestimmte kurze Zeit möglich, um eine gewisse Ordnung einzuführen: indem man es zugleich jedem der Bürger, vornehmlich dem Geistlichen, frei ließe, in der Qualität eines Gelehrten öffentlich, d. i. durch Schriften, über das Fehlerhafte der dermaligen Einrichtung seine Anmerkungen zu machen, indessen die eingeführte Ordnung noch immer fortdauerte, bis die Einsicht in die Beschaffenheit dieser Sachen öffentlich so weit gekommen und bewähret worden, daß sie durch Vereinigung ihrer Stimmen (wenngleich nicht aller) einen Vorschlag vor den Thron bringen könnte, um diejenigen Gemeinden in Schutz zu nehmen, die sich etwa nach ihren Begriffen der besseren Einsicht zu einer veränderten Religionseinrichtung geeinigt hätten, ohne doch diejenigen zu hindern, die es beim alten wollten bewenden lassen. Aber auf eine beharrliche, von niemanden öffentlich zu bezweifelnde Religionsverfassung auch nur binnen der Lebensdauer eines Menschen sich zu einigen, und dadurch einen Zeitraum in dem Fortgange der Menschheit zur Verbesserung gleichsam zu vernichten und fruchtlos, dadurch aber wohl gar der Nachkommenschaft nachteilig zu machen ist schlechterdings unerlaubt. Ein Mensch kann zwar für seine Person [A490] und auch alsdann nur auf einige Zeit in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht zu tun, es sei für seine Person, mehr aber noch für die Nachkommenschaft, heißt die heiligen Rechte der Menschheit verletzen und mit Füßen treten. Was aber nicht einmal ein Volk über sich selbst beschließen darf, das darf noch weniger ein Monarch über das Volk beschließen; denn sein gesetzgebendes Ansehen beruht eben darauf, daß er den gesamten Volkswillen in dem seinigen vereinigt. Wenn er nur darauf sieht, daß alle wahre oder vermeinte Verbesserung mit der bürgerlichen Ordnung zusammenbestehe, so kann er seine Untertanen übrigens nur selbst machen lassen, was sie um ihres Seelenheils willen zu tun nötig finden; das geht ihn nichts an, wohl aber zu verhüten, daß nicht einer den andern gewalttätig hindere, an der Bestimmung und Beförderung desselben nach allem seinen Vermögen zu arbeiten. Es tut selbst seiner Majestät Abbruch, wenn er sich hierin mischt, indem er die Schriften, wodurch seine Untertanen ihre Einsichten ins reine zu bringen suchen, seiner Regierungsaufsicht würdigt, sowohl wenn er dieses aus eigener höchsten Einsicht tut, wo er sich dem Vorwurfe aussetzt: Caesar non est supra grammaticos, als auch und noch weit mehr, wenn er seine oberste Gewalt soweit erniedrigt, den geistlichen Despotism einiger Tyrannen [A491] in seinem Staate gegen seine übrigen Untertanen zu unterstützen.

Wenn denn nun gefragt wird: leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung. Daß die Menschen, wie die Sachen jetzt stehen, im ganzen genommen, schon imstande wären oder darin auch nur gesetzt werden könnten, in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines andern sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel. Allein, daß jetzt ihnen doch das Feld geöffnet wird, sich dahin frei zu bearbeiten und die Hindernisse der allgemeinen Aufklärung oder des Ausganges aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit allmählich weniger werden, davon haben wir doch deutliche Anzeigen. In diesem Betracht ist dieses Zeitalter das Zeitalter der Aufklärung oder das Jahrhundert FRIEDERICHS.

Ein Fürst, der es seiner nicht unwürdig findet zu sagen, daß er es für Pflicht halte, in Religionsdingen den Menschen nichts vorzuschreiben, sondern ihnen darin volle Freiheit zu lassen, der also selbst den hochmütigen Namen der Toleranz von sich ablehnt, ist selbst aufgeklärt und verdient von der dankbaren Welt und Nachwelt als derjenige gepriesen zu werden, der zuerst das menschliche Geschlecht der Unmündigkeit, wenigsten von seiten der Regierung, entschlug und jedem frei ließ, sich [A492] in allem, was Gewissensangelegenheit ist, seiner eigenen Vernunft zu bedienen. Unter ihm dürfen verehrungswürdige Geistliche, unbeschadet ihrer Amtspflicht, ihre vom angenommenen Symbol hier oder da abweichenden Urteile und Einsichten in der Qualität der Gelehrten frei und öffentlich der Welt zur Prüfung darlegen; noch mehr aber jeder andere, der durch keine Amtspflicht eingeschränkt ist. Dieser Geist der Freiheit breitet sich auch außerhalb aus, selbst da, wo er mit äußeren Hindernissen einer sich selbst mißverstehenden Regierung zu ringen hat. Denn es leuchtet dieser doch ein Beispiel vor, daß bei Freiheit für die öffentliche Ruhe und Einigkeit des gemeinen Wesens nicht das mindeste zu besorgen sei. Die Menschen arbeiten sich von selbst nach und nach aus der Rohigkeit heraus, wenn man nur nicht absichtlich künstelt, um sie darin zu erhalten.

Ich habe den Hauptpunkt der Aufklärung, d. i. des Ausganges der Menschen aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit, vorzüglich in Religionssachen gesetzt, weil in Ansehung der Künste und Wissenschaften unsere Beherrscher kein Interesse haben, den Vormund über ihre Untertanen zu spielen, überdem auch jene Unmündigkeit, so wie die schädlichste, also auch die entehrendste unter allen ist. Aber die Denkungsart eines Staatsoberhaupts, der die erstere begünstigt, geht noch weiter und sieht ein: daß selbst in Ansehung seiner Gesetzgebung [A493] es ohne Gefahr sei, seinen Untertanen zu erlauben, von ihrer eigenen Vernunft öffentlichen Gebrauch zu machen und ihre Gedanken über eine bessere Abfassung derselben, sogar mit einer freimütigen Kritik der schon gegebenen, der Welt öffentlich vorzulegen; davon wir ein glänzendes Beispiel haben, wodurch noch kein Monarch demjenigen vorging, welchen wir verehren.

Aber auch nur derjenige, der, selbst aufgeklärt, sich nicht vor Schatten fürchtet, zugleich aber ein wohldiszipliniertes zahlreiches Heer zum Bürgen der öffentlichen Ruhe zur Hand hat, – kann das sagen, was ein Freistaat nicht wagen darf: Räsonniert, soviel ihr wollt, und worüber ihr wollt; nur gehorcht! So zeigt sich hier ein befremdlicher, nicht erwarteter Gang menschlicher Dinge; sowie auch sonst, wenn man ihn im großen betrachtet, darin fast alles paradox ist. Ein größerer Grad bürgerlicher Freiheit scheint der Freiheit des Geistes des Volks vorteilhaft und setzt ihr doch unübersteigliche Schranken; ein Grad weniger von jener verschafft hingegen diesem Raum, sich nach allem seinen Vermögen auszubreiten. Wenn denn die Natur unter dieser harten Hülle den Keim, für den sie am zärtlichsten sorgt, nämlich den Hang und Beruf zum freien Denken, ausgewickelt hat: so wirkt dieser allmählich zurück auf die Sinnesart des Volks, (wodurch dies der Freiheit zu handeln [A494] nach und nach fähiger wird), und endlich auch sogar auf die Grundsätze der Regierung, die es ihr selbst zuträglich findet, den Menschen, der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß zu behandeln.¹

 

Königsberg in Preußen, den 30. Septemb. 1784.               I. Kant.

 

http://www.uni-potsdam.de/u/philosophie/texte/kant/aufklaer.htm

Für Bank durchgearbeitet: Praktikant gestorben

21. August 2013, 08:13

21-jähriger Deutscher hatte während Praktikum bei Investmentbank nächtelang nicht geschlafen, die Umstände sind aber unklar

London – Der 21-jährige Praktikant Moritz E. ist vergangenen Donnerstag in London tot aufgefunden worden, nachdem er laut der britischen Tageszeitung “The Independent” nächtelang durchgearbeitet hatte. Der junge Mann arbeitete für eine Tochter der Bank of America, Merrill Lynch. Das US-Bankhaus bestätigte am Dienstag die Meldungen über seinen Tod, die Umstände sind aber noch unklar. Diverse Medien hindert das aber nicht daran, bereits von einem “Zu-Tode-Schuften” zu sprechen.

Der Deutsche habe gerade die sechste Woche seines siebenwöchigen Praktikums absolviert, sagte ein Sprecher der Bank of America. Angaben zu den Arbeitszeiten des Verstorbenen beziehungsweise der Praktikanten allgemein machte er nicht.

Drei Tage durchgearbeitet

Moritz E. habe vor seinem Tod “drei Tage hintereinander bis 6 Uhr früh durchgearbeitet”, berichtet der “Independent”. Die Leiche sei am Donnerstag von Mitbewohnern in der Dusche des Appartements gefunden worden. Die Zeitung zitierte die Aussage eines anderen Praktikanten, wonach der Deutsche “innerhalb von zwei Wochen acht Nächte nicht geschlafen hat”.

Die Londoner Finanzbranche ist ein beliebtes Ziel von Wirtschaftsstudenten, sie verspricht viel Geld und Prestige. Laut “Independent” soll der 21-Jährige im Monat 2.700 Pfund verdient haben (etwa 3.150 Euro). Ein Bewohner des Studentenheims, in dem der Deutsche wohnte, sagte der Zeitung: “Wir alle arbeiten lange. Aber im Investmentbanking arbeiten sie regelmäßig bis 3 oder 4 Uhr am Morgen.”

Ungesunder Erfolgsdruck

Auf der Online-Plattform seelio.com, auf der sich E. für künftige Arbeitgeber präsentierte, schrieb er laut Bericht der deutschen “Welt”: “Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die von mir Erfolg im Leben erwartete, in welcher Hinsicht auch immer.” Sein Profil ist mittlerweile nicht mehr abrufbar.

“Exzessives Arbeiten, vor allem zusätzliche Nachtschichten, sind ein Gesundheitsrisiko”, zitiert der “Independent” einen Londoner Kardiologen. Er bezieht sich auf eine Studie, wonach mit übermäßigem Arbeiten ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle gegeben sei. Eine Obduktion von Moritz E. steht in den nächsten Tagen an. (APA/sat, derStandard.at, 21.8.2013)

The Role of Secret US Funding in Egypt’s Coup

State Department Funnels Millions to Anti-Morsi Activists

By Dr Stuart Jeanne Bramhall

The Obama administration has come under fire for violating Section 508 of the 1999 Foreign Assistance Act by continuing $1.5 billion in military aid to the Egyptian generals who led the coup against Egypt’s democratically elected president and recently slaughtered more than 1,000 peaceful civilian protestors. The millions of dollars of secret aid the State Department funneled to anti-Morsi activists responsible for the mass protests preceding the coup is also illegal. However the corporate media is silent on this issue. It’s a non-event in the US mainstream media, despite the July 10 Al Jazeera expose by Emad Mekay from University of California-Berkeley’s Investigative Reporting Program.

Mekay’s article is mainly based on Internal Revenue and State Department documents he received via a Freedom of Information Act request, interviews with former Egyptian police intelligence officer Colonel Omar Afifi Soliman and Stephen McInerney, Executive Director of the Washington-based non-profit Project on Middle East Democracy (POMED), Egyptian court documents from Soliman’s 2011 trial in absentia for inciting violence against the US and Saudi embassies, and Soliman’s social media posts.

The Key State Department Front Groups

What Mekay learned was that since 2002, the State Department has been channeling hundreds of millions of dollars to Middle East pro-democracy activists through three State Department agencies, the US Agency for International Development (USAID), the Bureau for Democracy, Human Rights and Labor (DRL), and the Middle East Partnership Initiative (MEPI), as well as the CIA-linked nonprofit foundation National Endowment for Democracy (NED). Australian political scientist Michael Barker and William Robinson (Promoting Polyarchy 1996) have both written extensively about the role of NED and similar CIA-funded foundations in promoting US friendly “revolutions” in Eastern Europe and third world countries.

The funds are then re-routed to other organizations, such as the International Republican Institute, the National Democratic Institute (NDI),  and Freedom House. Tax returns and federal grant records show these groups have subsequently disbursed these funds to Egyptian non-profit organizations run by senior members of anti-Morsi political parties. This – funding foreign politicians and financing subversive activities targeting democratically elected governments – is also illegal under US law.

The NED has removed public access to Egyptian grant recipients in 2011 and 2012 from its website. However POMED’s executive director Stephen McInerney estimates Washington spends approximately $390 million annually on “democracy promoting” groups in the Middle East, with roughly $65 million going to Egypt in 2011 and $25 million in 2012. McInerney estimates anti-Morsi groups will receive comparable funding for 2013.

Our Man in Falls Church

Mekay mainly focuses on Soliman, who began receiving NED funds in 2008. Until 2011, Soliman’s “pro-democracy” group targeted Mubarak’s repressive regime. More recently his social media sites have targeted Morsi’s government. Tax returns show that NED paid Soliman tens of thousands of dollars through an organization he created called Huku Al-Nas (People’s Rights), based in Falls Church, Virginia. Soliman is the only employee.

After he was awarded a NED human rights fellowship in 2008, Soliman moved to the US. His group Ukuk Al Nas subsequently received a $50,000 NED grant in 2009, a $60,000 grant in 2010 and a $10,000 grant in 2011. Soliman acknowledged receiving the funding in an interview with Mekay. It also complained it was nowhere adequate.

In 2012, an Egyptian court sentenced Soliman in absentia for his 2011 role in inciting violence against the US and Saudi embassies. Court documents Mekay obtained revealed Soliman used media interviews, YouTube, and Facebook to call for the violent overthrow of Mubarak’s government.

Court documents indicate Soliman has taken down some of his older social media posts. However his recent Facebook posts to his 83,000 followers are pointedly graphic. A post in late May, as anti-Morsi opponents were in the planning stage for massive anti-government street protests instructs protestors to “behead those who control power, water and gas utilities.”

Then in late June, he advises his followers to “incapacitate them by smashing their knee bones first … ake a road bump with a broken palm tree to stop the buses going into Cairo, and drench the road around it with gas and diesel. When the bus slows down for the bump, set it all ablaze so it will burn down with all the passengers inside … God bless.”

On a YouTube video, Soliman takes credit for a December attempt to storm the Egyptian presidential palace with handguns and Molotov cocktails.

Other Anti-Morsi Groups Funded by the State Department

Mekay’s article goes on to detail (with dates and amounts) other anti-Morsi groups who have received State Department funding. These include the The Salvation Front main opposition bloc, a key organizer of recent protests that turned violent and Esraa Abdel-Fatah, a prominent figure in the Egyptian Democratic Academy. Last year Abdel-Fatah called on her followers to lay siege to mosques that supported Egypt’s new constitution, which was established via public referendum in December 2012. Other organizations identified in the IRS and State Department documents include the Hand in Hand for Egypt Association, which rallied Egypt’s Coptic Christian minority to take to the streets on June 30, and Reform and Development Party member Essmat al-Sadat, founder of the Sadat Association for Social Development. Sadat was a member of the coordination committee, the main organising body for the June 30 anti-Morsi protest.

US Encouragement to Incite Unrest

A number of recipients of US “democracy promoting” funding indicate that their US funders encouraged them to incite protests to whip up public sentiment against Morsi. Mekay’s article links to a YouTube video by anti-Morsi activist Saaddin Ibrahim, as well as an article in Egypt’s English language Daily News.

Mekay’s findings about the US role in fomenting public unrest in Egypt are corroborated by French Canadian Ahmed Bensaada’s 2011 Arabesque Americaine. The book details the role of State Department and CIA funding in all the so-called “Arab Spring” revolutions. I have posted an English summary of Bensaada’s key finding at Smoking Gun: US Role in Arab Spring.

There have been a few rather timid attacks against Mekay’s article and Al Jazeera (for running it) at the usual “free market” and pro Obama websites. Predictably the role State Department funding may have played in Egypt’s recent coup has been invisible in the corporate media. It’s an issue Washington policy makers prefer to keep hidden from the American people.

photo credit: modenadude via photopin cc

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2 Comments for “The Role of Secret US Funding in Egypt’s Coup”

  1. Between Britain, Israel, America and Saudi Arabia we have weaved such a tangled web of deceit in the middle east that civil war throughout the region has been guaranteed for the next one hundred years. A thousand people are dead. That seems to be about the only thing we can be sure of in Egypt, that and their will be many more to follow.

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