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Alliance to save our environment

Klimawandel: Zustand der Ozeane verschlechtert sich rapide

Von Frank Patalong

Zustand der Weltmeere: Ozeane im Abwärtstrend Fotos
AP/ The Ocean Conservancy

Saure Weltmeere, Korallensterben, wachsende Todeszonen. Experten des Internationalen Programms zum Zustand der Ozeane schildern in dramatischen Worten den Niedergang des marinen Lebensraumes. Sie widersprechen den Warnungen des Uno-Klimarates: Alles sei noch viel schlimmer.

 

London/Hamburg – Es ist ein deutliches Alarmsignal. Die Forscher des International Programme on the State of the Ocean (IPSO) und der Weltnaturschutzunion IUCN widersprechen in ihrem neuesten Bericht zum Zustand der Weltmeere den Erkenntnissen und Warnungen des Weltklimarates IPCC: Was die Ozeane angehe, sei alles noch viel schlimmer, als im letzten Bericht des Klimarates geschildert.

 

 

In drastischer Form warnen die Experten vor den Konsequenzen einer zunehmenden Versäuerung des Meerwassers. In Kombination mit anderen, ebenfalls meist von Menschen verursachten Faktoren führe die zu den massivsten Veränderungen der Lebensbedingungen in den Meeren seit über 300 Millionen Jahren. Schon jetzt messe man PH-Werte, wie es sie seitdem nicht mehr gegeben habe.

Im Zeitfenster zwischen dem oberen Devon (vor etwa 360 Millionen Jahre) und der Perm-Trias-Grenze (vor etwa 252 Millionen Jahre) kam es zweimal zum massiven Massenaussterben marinen Lebens. Wahrscheinlich war die Katastrophe auf die Faktoren Erwärmung, Übersäuerung und absinkende Sauerstoffgehalte zurückzuführen.

 

Genau das geschehe nun auch, und die Gründe scheinen klar: Die Verschlechterung ist maßgeblich vom Menschen verursacht. Mit erheblichen Konsequenzen für das gesamte Leben auf der Erde – und mit weit massiveren Rückwirkungen auf das Klima, als dies der IPCC-Bericht erfasse.

 

Der aktuelle Warnreport ist die Zusammenfassung von hochkarätig besetzten Workshops, die IPSO und IUCN zwischen 2011 und 2012 zu verschiedenen Aspekten der Entwicklung mariner Biotope abhielten. Er entwirft das alarmierende Bild von sich gegenseitig verstärkenden negativen Effekten, die meist unabhängig voneinander betrachtet würden, zusammengenommen aber eine ernsthafte Bedrohung für das gesamte Leben darstellten.

 

“Die Veränderungen, die wir für die Zukunft erwartet haben”, sagte Chris Reid vom Meeresforschungsinstitut der Universität Plymouth in einem Interview zur Veröffentlichung des Berichtes, “sehen wir heute. Ich mache mir ernsthafte Sorgen um die Zukunft meiner Enkel. Diese Veränderungen werden uns in den nächsten paar Jahrzehnten alle betreffen.”

 

Was da möglicherweise auf uns zukommt, wäre ein wahres Horrorszenario:

 

 

  • Sinkender Sauerstoffgehalt des Meerwassers: Bis 2100 könnte der Sauerstoffgehalt der Ozeane um 1 bis 7 Prozent abnehmen. Ein erheblicher, lebensbedrohlicher Stressfaktor für das marine Leben. Als Hauptursachen benennt der Bericht zum einen die Erwärmung der Ozeane (warmes Wasser bindet weniger Sauerstoff), zum anderen die Einleitung von Nährstoffen und Phosphaten aus Abwässern und Landwirtschaft. Beide Faktoren führten bereits jetzt zur zunehmenden Verbreitung faktisch lebloser Meeresgebiete. Das größte von allen liegt in der Ostsee: 75.000 Quadratkilometer galten dort Anfang 2013 als sauerstoffarme oder – freie “tote Zone”.
  • Versäuerung des Meerwassers: Zunehmende Aufnahme von CO 2, das im Meerwasser als Kohlensäure gebunden wird, senke die PH-Werte des Wassers merklich. Dadurch falle es Korallen, Muscheln und anderen Lebewesen zunehmend schwer, ihre Kalkschalen zu bilden. Ihr Rückgang bedrohe nicht nur die Sicherheit der Küsten, sondern auch die Biodiversität und somit die Nahrungsketten.
  • Erwärmung: Der größte Teil der auch im Weltklimabericht der IPCC dokumentierten Erwärmung betrifft die Weltmeere. Der IPSO/IUCN-Bericht warnt vor sich gegenseitig verstärkenden Faktoren, die der IPCC-Bericht zum Teil gar nicht erfasse. Dazu zählen IPSO/IUCN die wachsende Verbreitung sauerstoffarmer oder -freier Meeresschichten und -gebiete und die zunehmende Freisetzung von Methan vom Meeresboden sowie aus dem schmelzenden Permafrostboden.
  • Diese und weitere das Meeresleben bedrohende Faktoren wie Überfischung und die rapide Verteilung von Schadstoffen drohten, kaskadische Effekte zu erzeugen, die negative Entwicklungen weiter beschleunigen könnten.

 

 

Jason Hall-Spencer, University of Plymouth: Was Übersäuerung für einen Ozean bedeutet (Englisch)

(Video: Jason Hall-Spencer, University of Plymouth, über die Konsequenzen von Meerwasser-Übersäuerung)

 

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Alex Rogers, Biologieprofessor an der Universität Oxford und wissenschaftlicher Leiter des IPSO, versucht die Tragweite der marinen Veränderungen mit einem popkulturell inspirierten Vergleich klarzumachen: “Wenn außerirdische Eroberer kämen und 19 Prozent des Lebens in unseren Korallenriffen vernichteten, dazu fast 90 Prozent des marinen Lebens, auf das wir für unsere Ernährung angewiesen sind, wie würden wir darauf reagieren?”

Es gäbe eine weltweit koordinierte Reaktion auf so eine massive Bedrohung des Lebens, glaubt er. Rogers: “Man würde zusammenrücken, um in irgendeiner Weise gegen diese Eindringlinge, die unseren Planeten zerstören, vorzugehen.” Das Problem sei nur, dass wir diese Eindringlinge seien und genau das gerade täten: “Das verlangt also eine Form der globalen, gemeinsamen Reaktion.”

 

Als notwendige Maßnahmen sehen IPSO/IUCN:

 

 

  • Absenkung der CO2-Emissionen, um den Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten. Die derzeitigen Klimaziele reichten nicht aus, die Effekte des Korallensterbens und der Meerwasser-Versauerung zu verhindern.
  • Neuregelung der Fischerei und anderer Nutzungen mariner Ressourcen, um die Biotope zu entlasten. Verhinderung von Überfischung durch Förderung ökologisch verträglicher Fischerei, Verhinderung von Überproduktion und Verbot der destruktivsten Fischtechniken.
  • Aufbau einer effektiven, weltweiten Aufsichtsinfrastruktur, um nachhaltige Nutzung und Schutz der Meere zu gewährleisten.

Dämpfer für EU bei CO2-Regeln für Airlines

4. Oktober 2013, 11:35
  • Airlines sollen ihren CO2-Ausstoß reduzieren.
    foto: reuters/gary hershorn

    Airlines sollen ihren CO2-Ausstoß reduzieren.


Die Europäische Union ist mit ihren Vorstellungen für einen Emissionshandel bei Fluggesellschaften vor den Vereinten Nationen gescheitert

Montreal/Brüssel – Rückschlag für die Europäische Kommission: Die in der UN-Luftfahrtorganisation ICAO organisierten Staaten einigten sich zwar darauf, bis 2020 ein marktbasiertes System für Verschmutzungsrechte bei den Fluggesellschaften einzuführen, sie lehnten aber den EU-Vorschlag ab, in der Zwischenzeit ein eigenes Konzept für Interkontinentalflüge zu etablieren.

Der Resolution zufolge – die noch von der gesamten Versammlung verabschiedet werden muss – soll bis zur nächsten ICAO-Versammlung 2016 ein globales, marktbasiertes Systems entwickelt werden, auf dessen Grundlage die Airlines ihren CO2-Ausstoß reduzieren sollen. Vor allem im Europäischen Parlament war ein sehr viel strengeres System gefordert worden. Die Grünen-Abgeordnete Rebecca Harms kritisierte die Einigung in Montreal scharf: “Wir dürfen nicht unser Instrument zur Senkung der Emissionen im Flugverkehr zur Disposition stellen, wenn wir nichts als Gegenleistung erhalten als die vage Aussicht, dass es irgendeine Art globaler Regelung bis 2016 geben könnte.” Die Rolle Deutschlands habe die Verhandlungsposition zusätzlich geschwächt. Reuters hatte am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtet, Deutschland, Frankreich und Großbritannien seien in Montreal zu Zugeständnissen bereit.

Schleppende Verhandlungen

Die EU hatte schon 2012 ihre international umstrittenen Vorschriften für den Treibhaus-Ausstoß zunächst für ein Jahr ausgesetzt, um der ICAO Zeit für eine international einheitliche Regelung zu geben. Vor allem China, die USA, Indien und Russland hatten eine Beteiligung ihrer Fluggesellschaften an dem CO2-Handel abgelehnt. Anfang September war die EU noch weiter auf die Verhandlungspartner zugegangen und hatte vorgeschlagen, nur noch den Teil einer Flugstrecke zu erfassen, der über dem Luftraum der EU zurückgelegt wird. Aber auch mit diesem Vorschlag waren Länder wie Argentinien oder Russland in Montreal nun offenbar nicht einverstanden.

Die EU-Delegation sei nach der ICAO-Abstimmung lädiert gewesen, sagte ein Vertreter, der anonym bleiben wollte. Dagegen lobte Litauens stellvertretender Verkehrsminister Arijandas Sliupas die Resolution: “Sie gibt uns die Möglichkeit, Verhandlungen über ein globales System zu beginnen. Das ist der größte Fortschritt, nicht nur für Europa, sondern für alle ICAO-Staaten.” Litauen hat derzeit den Vorsitz im EU-Rat inne. Der Chefunterhändler der US-Delegation, Todd Stern, sah in der Resolution eine starke Verpflichtung der ICAO-Staaten, den Klimawandel zu bekämpfen. Alle Seiten hätten Kompromisse eingehen müssen. Die Länder hatten seit über einem Jahrzehnt um eine Lösung gerungen. (Reuters, 4.10.2013)

http://derstandard.at/1379293049161/Daempfer-fuer-EU-ueber-CO2-Regeln-fuer-Airlines

Globale Erwärmung: Weltklimarat schafft Klarheit

File:Climate Change Attribution German.png

Neue Bundesregierung muss massiv in Klimaschutz investieren

Stockholm/Berlin/Bonn, 27. September 2013. Der WeltkIimarat IPCC hat unter Beteiligung von mehreren hundert Wissenschaftlern aus 110 Ländern einen neuen Bericht vorgelegt, der keinen vernünftigen Zweifel am vom Menschen gemachten Klimawandel zulässt. Die Wissenschaftler erwarten jetzt einen deutlich stärkeren Meeresspiegelanstieg als vor sechs Jahren. Sie betonen zudem die Versauerung der Ozeane als zusätzliche Bedrohung. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt und Germanwatch warnen vor verheerenden Folgen sowohl für Millionen Küstenbewohner als auch die Ernährungssicherheit. Die künftige Bundesregierung fordern sie auf, den Klimaschutz wieder an die Spitze der Tagesordnung zu setzen und konsequent in die Energiewende zu investieren. Denn der IPCC-Bericht zeigt auch, dass es für entschlossenes Handeln nicht zu spät ist: Wenn wir nun die richtigen Schritte gehen, lässt sich die Erwärmung auf unter zwei Grad begrenzen.

Mit noch nie dagewesener Sicherheit macht der IPCC deutlich, dass der Mensch der entscheidende Faktor für den Klimawandel ist. “Es wäre massives Politikversagen, wenn die künftige Bundesregierung nach diesem Befund der Wissenschaft nicht handelt”, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Die nächste Bundesregierung müsse auf EU-Ebene insbesondere für die Reform des Emissionshandels sowie für verbindliche Ziele bei der Emissionsminderung, beim Ausbau der erneuerbaren Energien und bei der Energieeffizienz eintreten. In Deutschland müsse zudem ein Klimaschutzgesetz geschaffen werden, um die verbindlichen Ziele auch hierzulande durchzusetzen.

 

Neu in dem IPCC-Bericht und besonders bedrohlich sind die verschärften Prognosen zum Meeresspiegelanstieg und die Versauerung der Ozeane. Die Forscher sprechen nun von einem Anstieg der Meeresspiegel um bis zu einem Meter bis 2100. Doch auch diese Prognose könnte bald übertroffen werden, da noch große Unsicherheiten bezüglich der antarktischen Gletscher bestehen. Die Wissenschaftler betonen zudem die Versauerung der Ozeane als zusätzliche Bedrohung. “Hier findet praktisch ein Großexperiment mit den Meeren und ihren Lebewesen statt”, verdeutlicht Bals.

 

„Wenn der Meeresspiegel um einen Meter steigt, wären allein in Bangladesch als einem der ärmsten Länder mehr als 30 Millionen Menschen von Überflutung betroffen. Rund um den Globus sind hunderte Millionen Menschen bedroht. Hinzu kommt eine immense und möglicherweise sehr viel akutere Gefährdung der Welternährung durch die Versauerung der Meere, denn Fisch ist eine der wichtigsten tierischen Proteinquellen in Entwicklungsländern. Die neue Bundesregierung trägt internationale Verantwortung. Sie muss Klimarisiken in der Entwicklungszusammenarbeit und Klimaaußenpolitik viel mehr Aufmerksamkeit einräumen als bisher“, so Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot für die Welt.

 

Sowohl Brot für die Welt als auch Germanwatch kooperieren weltweit mit Partnerorganisationen in den Feldern Klimaanpassung und Katastrophenprävention, Klimaschutz und Energiewende.

 

Diese Mitteilung wird mit identischem Wortlaut auch von Germanwatch versendet. Doppelungen bitten wir zu entschuldigen.

Mehr Informationen

 

Kontakt:

Urte Lützen, presse@brot-fuer-die-welt.de, Tel.: +49 30 65211 1835 oder 0152-227 019 04

Der gefährlichste Moment in der Geschichte der Menschheit:

“Bei der Sicherung der Brennelemente im Lagerbecken der Einheit 4 in Fukushima geht es um unser aller Überleben!”

Greenpeace Japan

Greenpeace Japan

Nur noch zwei Monate trennen uns von der größten Gefahr für die Menschheit seit der Krise um die Raketen auf Kuba.

Es gibt keine Entschuldigung dafür, jetzt nicht zu handeln. Die Spezies Mensch muss all ihre Fähigkeiten mobilisieren, um die eingelagerten abgebrannten Brennelemente der Einheit 4 in Fukushima zu sichern.

Der Fukushima-Eigentümerin, die Tokyo Electric /Tepco, hat mitgeteilt, dass sie in spätestens 60 Tagen den Versuch starten muss, mehr als 1.300 abgebrannte Brennelemente aus einem schwer beschädigten,leckenden Lagerbecken zu bergen, das sich 100 Fuß (30,5 m) über dem Erdboden befindet. Das Becken ruht auf einem stark beschädigten Gebäude, das sichzur Seite neigt, und spätestens beim nächsten Erdbeben oder auch schon früher einzustürzen droht.

Die rund 400 Tonnen wiegenden Brennelemente in diesem Becken könnten 15.000-mal mehr radioaktive Strahlung freisetzen als die Bombe von Hiroshima. Einiges steht in dieser drohenden Krise schon fest Tepco hat weder die wissenschaftlichen, technischen noch finanziellen Ressourcen, um sie zu meistern.
Das Gleiche gilt für die japanische Regierung. Dieses äußerst riskante Unterfangen erfordert ein koordiniertes Zusammenwirken der besten Wissenschaftler und Techniker der ganzen Welt.

Warum ist die Situation so gefährlich?

Wir wissen, dass schon Tausende von Tonnen stark verstrahlten Kühlwassers im Atomkraftwerk Fukushima angefallen sind; das ist ein Teufelsgebräu, mit dem langlebige giftige Isotope in den Pazifik gelangen. Vor der Küste Kaliforniens wurden bereits Thunfische gefangen, die nachweisbar durch radioaktiven Fallout aus Fukushima verstrahlt wurden. Es wird aber noch viel schlimmer kommen Tepco braucht ständig neues Wasser, um die drei geschmolzenen Reaktorkerne der Anlage zu kühlen. Dampfwolken lassen erkennen, dass sich die Kernspaltung irgendwo unterirdisch immer noch fortsetzt. Aber niemand weiß, wo (und in welchem Zustand) sich diese Reaktorkerne tatsächlich befinden.

Große Mengen des verstrahlten Wassers wurden bis jetzt in rund 1.000 riesigen, aber wenig stabilen Tanks gesammelt, die schnell und über die gesamte Anlage verstreut errichtet wurden. Viele lecken bereits. Alle könnten bei einem weiteres Erdbeben auseinander brechen; dann würden sich Tausende von Tonnen langlebiger Gifte in den Pazifik ergießen.  Das Kühlwasser, das durch die Anlage in Fukushima geleitet wird, höhlt auch die Fundamente unter den noch erhaltenen Gebäuden aus – auch die des Gebäudes, auf dem sich das Brennelemente-Lagerbecken der Einheit 4 befindet.

In einem größeren Sammellagerbecken, das nur 50 Meter von der Einheit 4 entfernt liegt, werden mehr als 6.000 weitere abgebrannte Brennelemente gekühlt. Einige davon enthalten Plutonium. Weil dieses große Becken keine sichere Überdachung hat, könnte beim
Einsturz eines benachbarten Gebäudes, bei einem Erdbeben oder einem weiteren Tsunami sein gesamtes Kühlwasser auslaufen.
Insgesamt sind mehr als 11.000 Brennelemente über die ganze Anlage in Fukushima verteilt. Von Robert Alvarez, einem bekannten Experten mit langjähriger Erfahrung, der auch schon für das (US-)Energieministerium tätig war, wissen wir, dass von der Anlage in Fukushima 85-mal so viel tödliches Cäsiums freigesetzt werden könnte wie bei der Katastrophe in Tschernobyl.[s. http://akiomatsumura.com/2012/04/682.html ]

Rund um Japan werden immer mehr Stellen mit hoher Radioaktivität entdeckt. Dort leiden vor allem Kinder vermehrt unter Schilddrüsen-Erkrankungen. Als Sofortmaßnahme müssen die abgebrannten Brennelemente so schnell und so sicher wie möglich aus dem einsturzgefährdeten Lagerbecken der Einheit 4 entfernt werden.Kurz vor dem Erdbeben am 11. März 2011 und dem nachfolgenden Tsunami, der das Atomkraftwerk Fukushima zerstörte, wurde der Atomkern der Einheit 4 im Rahmen der
routinemäßigen Wartung und Neubestückung entfernt. Wie bei etwa zwei Dutzend Atomreaktoren in den USA und vielen in anderen Teilen der Welt befindet sich das von der USFirma General Electric gebaute Kühlbecken, in dem der entfernte Reaktorkern jetzt liegt,
100 Fuß über dem Erdboden. [s. http://fukushimaupdate.com/the-real-fukushima-danger-spent-fuel-pools/ ]

Abgebrannte Brennelemente müssen unbedingt unter Wasser aufbewahrt werden. Die darin enthaltenen Brennstäbe sind mit einer Zirconium-Legierung ummantelt, die sich,wenn sie mit Luft in Berührung kommt, spontan entzündet. Zirconium wurde früher in Blitzlampen für Fotoapparate verwendet und verbrennt mit extrem heller und heißer Flamme. Ein Brennstab ohne Ummantelung strahlt so viel Radioaktivität ab, dass jeder, der sich in seiner Nähe aufhält, in wenigen Minuten stirbt. Eine Feuersbrunst könnte das ganze Bedienungspersonal dazu zwingen, aus (dem Kernkraftwerk) Fukushima zu fliehen und die havarierte Anlage unkontrolliert sich selbst zu überlassen.  Nach Aussage des Ingenieurs Arnie Gundersen, der 40 Jahre in der Atomindustrie gearbeitet und Brennstäbe für sie hergestellt hat, sind die abgebrannten Brennstäbe aus dem Kern der Einheit 4 verbogen, beschädigt und so brüchig, dass sie zu zerbröckeln drohen.

Mit Überwachungskameras wurde festgestellt, dass in dem beschädigten Kühlbecken bereits eine beunruhigende Menge von Bruchstücken liegt. Die beim Entleeren des Kühlbeckens der Einheit 4 auftretenden technischen und wissenschaftlichen Probleme sind nach Gundersens Meinung ebenso schwierig wie entmutigend, müssen aber zu 100 Prozent gelöst werden.
Wenn der Versuch scheitert und die Brennstäbe mit Luft in Berührung kommen, werden sie sich entzünden und Radioaktivität in unvorstellbarer Menge in die Atmosphäre freisetzen. Die Kühlwanne könnte auch zusammen mit den Brennelementen auf den Boden stürzen; der sich dort auftürmende, Radioaktivität abstrahlende Schuttberg könnte sogar explodieren. Die dabei entstehende radioaktive Wolke würde die Gesundheit und Sicherheit von uns allen bedrohen.

Der bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986 freigesetzte radioaktive Fallout erreichte Kalifornien innerhalb von zehn Tagen, die 2011 in Fukushima freigesetzte Radioaktivität kam schon nach weniger als einer Woche dort an. Eine neue Kernschmelze in der Einheit 4
würde einen Jahrhunderte andauernden tödlichen Strom von Radioaktivität über die ganze Erde ausgießen.

Petition: Keep harmful radioactive waste out of our children’s food, whether conventionally grown or organic! Say Bye Bye Becquerels!s. http://petitions.moveon.org/sign/keep-harmful-radioactive-1.fb26?source=c.fb&r_by=7470505 

Murata Mitsuhei, der ehemalige Botschafter (Japans in der Schweiz) sagte, der in Fukushima drohende gesamte radioaktive Fallout könnte “weltweit die Umwelt und unsere Zivilisation zerstören”. Es geht nicht mehr um Raketentechnik oder um hitzige Debatten über
Kernkraftwerke, sondern um das Überleben der Menschheit.

Electric noch die Regierung Japans können dieses gewaltige Problem allein lösen. Wenn es versäumt wird, ein aus den besten Wissenschaftlern und Ingenieuren unseres Planeten bestehendes Team mit der Lösung des Problems zu beauftragen, ist das
nicht zu entschuldigen. Es bleiben uns noch höchstens zwei Monate zum Handeln.

Eine dazu aufrufende Petition ist  HIER nachzulesen:
Deshalb ersuchen wir in einer Petition die Vereinten Nationen und den Präsidenten Obama, die Wissenschaftler und Ingenieure der Welt zu mobilisieren und mit der Bergung der abgebrannten Brennelemente in Fukushima zu beauftragen.

Auch Sie können diese Petition unter http://petitions.moveon.org/sign/the-world-community -must unterzeichnen.
Wenn Sie eine bessere Idee haben, dann sollten Sie diese einbringen. Aber tun Sie etwas, und tun Sie es jetzt.
Die Uhr tickt. Die Zeiger zeigen 5 Minuten vor zwölf; die atomare Katastrophe, die unsere
Welt vernichten würde, ist bedrohlich nahe gerückt.

Harvey Wasserman ist Chefredakteur der “Columbus Free Press”  und der “Free Press“:

Er betreibt auch die Website “Nuke Free” :

Netzfrau Fee Striefler

http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP14313_250913.pdf

Original:  Humankind’s Most Dangerous Moment: Fukushima Fuel Pool at Unit 4. “This is an Issue of Human Survival.”By Harvey Wasserman September 20, 2013

weitere Informationen:  Alte, marode Atommeiler werden zu „Kartenhäusern“ – Leck in AKWs in USA und Frankreich!

Fukushima – Radioaktives Wasser in den Pazifik und Krebsfälle bei Kindern steigt – “Das China Syndrom”

 

 

Climate change: IPCC issues stark warning over global warming

Call to ‘stop dithering about fossil fuel cuts’ as expert panel warns entire globe is affected

Smoke rising from a thermal power station

The report warns that the gradual acidification of the ocean could see coral reefs disappearing before the century ends Photograph: Dimitar Dilkoff/AFP/Getty Images

Scientists will this week issue their starkest warning yet about the mounting dangers of global warming. In a report to be handed to political leaders in Stockholm on Monday, they will say that the burning of fossil fuels and deforestation have now led to a warming of the entire globe, including land surfaces, oceans and the atmosphere.

Extreme weather events, including heatwaves and storms, have increased in many regions while ice sheets are dwindling at an alarming rate. In addition, sea levels are rising while the oceans are being acidified – a development that could see the planet’s coral reefs disappearing before the end of the century.

Writing in the Observer ahead of the report’s release, the economist andclimate change expert Lord Stern calls on governments to end their dithering about fossil fuels and start working to create a global low-carbon economy to curtail global warming. Governments, he states, must decide what “kind of world we want to present to our children and grandchildren”.

The fifth assessment report on the physical science of climate change by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) warns that humanity is on course over the next few decades to raise global temperatures by more than 2C compared with pre-industrial levels. Such a rise could trigger the release of plumes of the greenhouse gas methane from the thawing Arctic tundra, while the polar ice caps, which reflect solar radiation back into space, could disappear.

Although the report does not say so, Earth would probably then be facing a runaway greenhouse effect.

The scientists’ warning – the most comprehensive and convincing yet produced by climate scientists – comes at a time when growing numbers of people are doubting the reality of global warming. Last week, the UK Energy Research Centre (UKERC) published a survey showing that the proportion of British people who do not think the world’s climate is changing has almost quadrupled since 2005.

Asked if they thought Earth’s climate was changing, 5% of respondents said “no” in 2005, a figure that rose to 11% last year and reached 19% this year.

But as the IPCC report underlines, scientists are becoming more and more certain that climate change poses a real danger to the planet.

Many believe the disconnection between popular belief and scientific analysis has been engineered by “deniers” explicitly opposed to the lifestyle changes – including restrictions on fossil fuel burning – that might be introduced in the near future.

“There are attempts by some politicians and lobbyists to confuse and mislead the public about the scientific evidence that human activities are driving climate change and creating huge risks,” said Stern.

“But the public should be wary of those who claim they know for certain that unmanaged climate change would not be dangerous. For they are not only denying 200 years of strong scientific evidence – the overwhelming view of the world’s scientific academies and over 95% of scientific papers on the subject – but they are often harbouring vested interests or rigid ideologies as well.”

The report will be discussed this week by political leaders meeting in Stockholm. The study – the work of more than 200 scientists – outlines the physical changes that are likely to affect Earth’s climate this century.

Future reports will cover the social impact of these changes and the efforts required to offset the damage caused by global warming. A United Nations meeting in Paris in 2015 will then debate what actions are needed to mitigate climate change.

According to the new report, humanity has emitted about half a trillion tonnes of carbon by burning fossil fuels over the past 250 years, a process that has caused atmospheric carbon dioxide levels to rise by 40%. The world is now on target to release another half trillion tonnes in the next few decades which could trigger a major jump in global temperatures.

Most measures that have been proposed for tackling global warming rely on curtailing the burning of fossil fuels and these will form the focus of the 2015 UN meeting in Paris. Given the poor record of previous summits, many are pessimistic an agreement can be reached.

However, other measures have been suggested to curb global warming. In particular, many scientists have backed geo-engineering projects that would involve either spraying particles into the atmosphere to reflect solar radiation back into space or extracting carbon dioxide from the atmosphere in order to bury it in mines or depleted oil fields.

Both suggestions get short shrift in the new report: atmospheric aerosols could have widespread side-effects that could produce major disruptions to weather patterns, while not enough is known about the effectiveness of carbon dioxide extraction or burial. “We have to face up to the prospect of weaning ourselves off our addiction to oil and coal,” said one report author. “It is as simple as that.”

http://www.theguardian.com/environment/2013/sep/21/climate-change-ipcc-global-warming

Dänen lassen Öl-Multis für Bahn zahlen

18. September 2013, 10:53
  • Die Extramilliarden sollen für umweltfreundlichere und schnellere Zugverbindungen investiert werden.
    foto: epa/jens noergaard larsen

    Die Extramilliarden sollen für umweltfreundlichere und schnellere Zugverbindungen investiert werden.

3,8 Milliarden Euro sollen bis 2040 hereinkommen. Mit dem Geld sollen Kopenhagen, Aarhus und Co. besser angebunden werden

Kopenhagen – Die rot-grüne Regierung in Kopenhagen hat in seltener Einigkeit mit der linken Einheitsliste und der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei eine Steuer für Ölgesellschaften beschlossen, die der Verbesserung des Eisenbahnnetzes zu Gute kommen soll. Insgesamt soll die neue Abgabe bis ins Jahr 2040 25,5 Milliarden Kronen (3,82 Milliarden Euro) einbringen.

Züge im Stundentakt

Die Extramilliarden sollen für umweltfreundlichere und schnellere Zugverbindungen investiert werden. Konkret ist unter anderem eine durchgehende Elektrifizierung aller Hauptstrecken und eine generelle Verdichtung des Bahnverkehrs geplant.

Zwischen Kopenhagen, Odense, Aarhus, Aalborg und Esbjerg sollen in Zukunft im Stundentakt Züge verkehren. Zum Teil sollen diese als Hochgeschwindigkeitsverbindungen geführt werden. Auch einige neue Strecken sind geplant.

Gleichbehandlung

Von der Erdölsteuer betroffen sind laut der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau eine Reihe von Energiegesellschaften, die im dänischen Teil der Nordsee Öl und Erdgas fördern. Sie sollen künftig nicht mehr weniger bezahlen als die drei Hauptbeteiligten am dänischen Ölfördergeschehen – A. P. Möller-Mærsk, Royal Dutch Shell und Chevron. (APA, 18.9.2013)

Tepco leitet 1.130 Tonnen kontaminiertes Wasser ins Meer

in Kooperation mit Spiegel Online

Tokio – Nach einem Unwetter hat der Betreiber des AKW Fukushima mehr als tausend Tonnen kontaminiertes Wasser ins Meer geleitet. Das Regenwasser sei nur schwach radioaktiv belastet.

Der Kraftwerksbetreiber Tepco bekommt die Probleme in Fukushima nicht in den Griff. Nachdem der Taifun “Man-yi” am Montag auch Teile der Atomanlage unter Wasser gesetzt hatte, sei das Wasser in den Reservoirs “rapide” angestiegen, sagte ein Verantwortlicher des Unternehmens am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Es gebe aber nur eine begrenzte Speicherkapazität für das radioaktiv belastete Wasser.

Die Arbeiter in Fukushima hätten daraufhin die radioaktive Belastung des Wassers gemessen und nur äußerst schwach kontaminiertes Regenwasser ins benachbarte Meer abgelassen, sagte der Tepco-Verantwortliche weiter. Demnach wurde Wasser, dessen Belastung mit Strontium höher als 30 Becquerel pro Liter war, wieder in die Reservoirs zurückgepumpt. Rund 1130 Tonnen Wasser wurden Tepco zufolge ins Meer gelassen.

Immer neue Lecks in Fukushima

Entgleitet Tepco die Situation endgültig? Regierung dementiert. >

Die Anlage war im Zuge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 schwer beschädigt worden. In mehr als tausend Reservoirs an verschiedenen Stellen des Komplexes lagern noch Hunderttausende Tonnen Wasser, das teils zur Kühlung der Reaktoren benutzt worden war, in denen es wegen der Naturkatastrophen zur Kernschmelze kam. Tepco hat bislang noch kein tragfähiges Konzept für den Umgang mit dem radioaktiv verseuchten Wasser vorgelegt.

400 Tonnen pro Tag

Promotion

Täglich leitet Tepco Hunderte Tonnen Wasser von oben in die zerstörten Gebäude der Reaktoren eins bis drei. Das ist nötig, um die nach wie vor anfallende Wärme der geschmolzenen Reaktorkerne abzuführen. Das Wasser sickert aus den beschädigten Reaktoren in tiefer gelegene Räume und mischt sich dort mit Grundwasser, das von unten eindringt. Diese Brühe, die wegen des Kontakts mit dem Reaktorkern sehr stark radioaktiv verseucht ist, muss dann wieder abgepumpt werden, um ein Auslaufen ins Meer und ins Grundwasser zu verhindern.

Dramatisch: Neues Video zeigt reißende Tsunami-Welle Video

Dramatische Bilder der Zerstörungen vom 11. März 2011 in Japan. >

Das abgepumpte Wasser – bis zu tausend Tonnen pro Tag – wird dann mit Ionenaustauschern gefiltert und entsalzen. Die Filter entfernen vor allem Cäsium. Andere Nuklide wie Strontium und auch Tritium sind nach wie vor im Wasser, das daher immer noch viel zu stark strahlt, um es beispielsweise einfach so ins Meer zu pumpen. Das kontaminierte Wasser wird daher in eigens dafür aufgestellten Tanks auf dem Kraftwerksgelände gelagert. Die Menge steigt täglich um etwa 400 Tonnen. In den etwa tausend Behältern in Fukushima befinden sich bereits 335.000 Tonnen Wasser.

Die strahlenden Wassermassen sind für den ehemaligen Anlagenbetreiber Tepco zu einem immensen Problem geworden. Eines, das der japanische Stromkonzern vermutlich wohl kaum mehr allein in den Griff bekommen wird: Der frühere Chef der US-Atomaufsichtsbehörde NRC, Dale Klein, hält eine schnelle Lösung für das radioaktiv kontaminierte Wasser für unmöglich. Das Problem “wird noch ein Jahrzehnt bestehen bleiben”, sagte Klein dem SPIEGEL.

Nach der anhaltenden Pannenserie in der AKW-Ruine hatte Japans Regierung kürzlich einen Notfallplan zur Eindämmung der Lecks beschlossen: 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) sollen unter anderem in den Bau eines unterirdischen Eisrings fließen. Diese sogenannte Bodenvereisung soll das radioaktiv kontaminierte Areal abdichten. Ob diese Technik auch Erfolg haben kann, ist jedoch umstritten.